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Verbrechen Europol zerschlägt Kinderporno-Ring

 ·  Die Organisation „Schattenbruderschaft“ wies hoch entwickelte kriminelle Strukturen auf. Ihre Zentrale hatte sie in Deutschland.

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Die Polizei hat am Dienstag in sechs europäischen Ländern einen internationalen Tauschring für Kinderpornografie im Internet gesprengt. Schwerpunkt der Aktion war Deutschland, wo 37 Wohnungen und Büros von 34 Beschuldigten durchsucht wurden, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Neun der Männer hätten bei ihren Vernehmungen gestanden, pornografische Bilder im Internet getauscht zu haben. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. Nach Erkenntnissen der britischen Polizei weist die Organisation „Schattenbruderschaft“ hoch entwickelte kriminelle Strukturen auf.

Am frühen Morgen wurden Wohnungen und Büros von insgesamt rund 50 Verdächtigen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Italien durchsucht. In Großbritannien wurden dabei sechs Männer im Alter zwischen 23 und 62 Jahren festgenommen. Insgesamt sollen dem Kinderporno-Ring Männer aus zwölf Ländern, darunter die USA und Kanada, angehören. Die Polizei hatte dort zum Teil schon in den vergangenen Monaten zugegriffen.

In Deutschland wurden Räume unter anderem in Berlin, Hannover, Saarbrücken, München, Mainz und im Ruhrgebiet durchsucht. In Hessen griff die Polizei nahe Heppenheim (Kreis Bergstraße) ein. Auch in Rheinland-Pfalz wurden die Behörden in Mainz und in der Nähe von Kaiserslautern aktiv. Die Polizei beschlagnahmte bundesweit 37 Computer, rund 2700 CD-ROM und etwa 580 Videokassetten. „Es sind kriminelle Pornobilder und Filme. Die gesamte Palette ist dabei“, sagte ein BKA- Sprecher.

Hoch entwickelte Verschlüsselungstechniken

Unterdessen teilte die britische Polizei in London mit, die „Schattenbruderschaft“ habe mit einer „hierarchischen Zellenstruktur“ gearbeitet, wie man sie bisher nur von Terroristen oder Drogenschmugglern kenne. Demnach existiert die Gruppe seit etwa zwei Jahren. Zudem hätten die Täter über neueste technische Möglichkeiten verfügt. Um ihren jeweiligen Standort zu verschleiern, hätten die Täter unter anderem hoch entwickelte Verschlüsselungstechniken benutzt. Auf dem beschlagnahmten Material seien vielfach auch kleine Babys abgebildet gewesen.

Tauschhandel

Nach Erkenntnissen des BKA hatten die Täter mit den Filmen und Bildern nicht gehandelt, sondern sie getauscht. Das sichergestellte Material müsse aber erst einmal ausgewertet werden. Gewerbsmäßiger Handel mit pornografischen Bildern kann mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Für das Sammeln liegt das Strafmaß erheblich darunter. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verfolgt die Delikte zentral für Deutschland.

Auf die Spur des Tauschrings kam die Polizei vor rund einem Jahr in Schweden, wie das BKA mitteilte. Von dort seien Kontakte zu Pornografie-Sammlern in elf weiteren Ländern festgestellt worden. Deutschland stellte sich als Zentrum des Tauschrings heraus. Europol habe die internationale Koordination der Operation mit dem Namen „Twins“ (Zwillinge) übernommen, für Deutschland übernahm das BKA die Führung.

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