31.01.2003 · Mit Luftbildern und ballistischen Untersuchungen wird nach dem Mörder der drei Frauen in Telgte gefahndet. Das BKA hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet.
Nach den Todesschüssen auf drei Frauen im münsterländischen Telgte liegen die Geschehnisse in der Mordnacht weiter im Dunkeln. Sicher war am Freitag nur, dass es sich um eine Tatwaffe vom Kaliber neun Millimeter handelte. Dies ergaben die Untersuchungen von Patronenhülsen und Projektilen, wie die Polizei mitteilte. Inzwischen wurde auch das Bundeskriminalamt (BKA) in die Ermittlungen am Tatort eingeschaltet.
Vier BKA-Beamte inspizierten den Fundort der Leichen, um mögliche weitere Spuren zu sichern. Per Hubschrauber wurden zudem Luftbilder vom Tatort gemacht, „um eventuelle Fluchtwege besser erkennen zu können“.
Vergleich mit Munitionssammlung
Mit weiteren ballistischen Untersuchungen wollen die Experten nun Aufschluss über den verwendeten Waffentyp bekommen. Außerdem werden die Beweisstücke mit der Tatortmunitionssammlung des BKA abgeglichen, um herauszufinden, ob die Telgter Tatwaffe schon einmal bei einer anderen Straftat eingesetzt worden ist. Ergebnisse dieser Untersuchung erwartet Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer zu Beginn der kommenden Woche.
Die Mordkommission wurde auf 30 Beamte aufgestockt. Die drei Frauen waren in der Nacht zum Mittwoch kurz vor Mitternacht auf dem Parkplatz vor einem Fitness-Studio in Telgte aus nächster Nähe jeweils mit einem Kopfschuss getötet worden. Sie hatten dort als Putzfrauen gearbeitet und gerade ihren Dienst beendet. Vermutlich hat der Täter ihnen aufgelauert.
Noch keine Hinweise auf Motiv
Der Schwiegervater einer der Frauen fand sie gegen 2.00 Uhr leblos auf. Die 30 und 39 Jahre alten Opfer waren zu dem Zeitpunkt schon tot, die 34-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Alle drei Frauen waren verheiratet und führten ein normales Leben.
Bei der Suche nach dem Motiv der Bluttat und einem Verdächtigen ist die Polizei noch nicht weiter gekommen. Bis zum Freitag gingen nach Polizeiangaben mehr als 40 Hinweise ein. Es handelte sich dabei jedoch fast ausschließlich um Anwohner, die Schüsse gehört hatten. Augenzeugen oder Hinweise auf das Motiv gebe es bislang nicht.