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Venus-Transit : Blick zum Himmel

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Die Venuspassage: Wanderer auf der Sonnenseite Bild: dapd

Heute morgen konnte man sehen, wie sich die Venus als kleiner schwarzer Punkt vor die Sonnenscheibe schob. In Australien, Neuseeland und Ostasien war das Himmelsspektakel gut zu sehen – und auch in Berlin.

          Menschen in weiten Teilen der Welt haben am Mittwochmorgen kurz nach dem Sonnenaufgang die Venus als schwarzen Fleck vor der Sonne bestaunt. In Deutschland gab es zumindest im Osten freie Sicht auf das Himmelsspektakel. In Berlin haben Hunderte den Venus-Transit in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Steglitz beobachtet. Der klare Himmel sorgte vermutlich dafür, dass sich mehr Menschen als erwartet zum Frühaufstehen entschieden.

          Im Westen versperrten dagegen Wolken den Blick. „Der größte Teil hat leider Pech gehabt. Dazu ist die Front mit den Wolkengebieten doch zu schnell reingekommen“, sagte Meteorologe Torsten Walter vom Deutschen Wetterdienst. Nur 20 Prozent der Menschen in Deutschland hatten die Chance, das Schauspiel zu sehen.

          In Australien, Neuseeland und Ostasien konnten die Menschen schon Stunden vorher das Himmelsspektakel beobachten. Mit Schutzbrillen ausgestattet blickten sie in den Himmel. In zahlreichen Städten hatten astronomische Gesellschaften öffentliche Beobachtungsstationen eingerichtet. In der philippinischen Hauptstadt Manila verzogen sich Dunstschwaden kurz nach Sonnenaufgang und machten einen klaren Blick auf die Sonne frei.

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          „Wir haben Glück, in einen Zeitalter geboren zu sein, wo wir dies beobachten können“, sagte der Direktor des philippinischen Instituts für Astronomie, Armando Lee. Er hatte extra seinen sechsjährigen Sohn mitgebracht, um das in seinem Leben einmalige Phänomen zu sehen.

          Wie eine Mini-Sonnenfinsternis

          In Hongkong hatten sich tausende Menschen freigenommen, um Venus vor der Sonne zu beobachten. Das Weltraum-Museum stellte Teleskope für die Öffentlichkeit auf. „Chinesen sind immer schon an solchen Himmelsphänomenen besonders interessiert gewesen“, sagte Chau Hoi Fung, Astrophysiker an der Universität von Hongkong. „Wir haben sehr detaillierte Aufzeichnungen. Die chinesischen Kaiser glaubten früher, dass ihre Herrschaft von den Sternen vorbestimmt ist.“

          Australien galt als besonders guter Beobachtungsstandort, dort konnte man die Venuspassage bei klarem Himmel vollständig sehen. Sie dauert mehr als sechs Stunden. Die Astronomische Gesellschaft im Bundesstaat Victoria war begeistert. „Wir dachten zuerst, es wird schwierig, aber dann wurde der Himmel wie auf Kommando klar, die Sonne ging auf und Venus begann vorbeizuziehen“, sagte Sprecher Perry Vlahos Reportern in Melbourne. 

          Der Transit ist wie eine Mini-Sonnenfinsternis. Die Venus schiebt sich als kleines dunkles Scheibchen vor die leuchtende Sonne. Der dunkle Fleck ist jedoch leicht zu übersehen. Denn die Kontur der Venus erscheint nur rund ein Promille so groß wie die Sonnenscheibe. Erst in 105 Jahren wird sich die Konstellation wiederholen.

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