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Vatikan : Papst ruft zu Einsatz für Frieden auf

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Neujahrsmesse: Papst Benedikt XVI Bild: dpa/dpaweb

Papst Benedikt XVI. hat bei der Neujahrsmesse den Terrorismus als gefährlichstes Hindernis für den Frieden bezeichnet. Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland äußerten die Erwartung einer Rückbesinnung auf Religion und Glauben.

          Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag erstmals die Neujahrsmesse im Vatikan abgehalten. In seiner Predigt, die Tausende auf dem Petersplatz in Rom verfolgten, forderte das Oberhaupt der Katholischen Kirche zum verstärkten Einsatz für den Frieden in der Welt auf. Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland äußerten die Erwartung einer Rückbesinnung auf den Glauben.

          Der Papst unterstrich die Hoffnung, daß 2006 ein Jahr des Wohlergehens und des Friedens sein möge. Benedikt XVI. bedauerte, daß Ungerechtigkeit und Gewalt Teile der Welt unterdrückten. Den Terrorismus bezeichnete der Pontifex als gefährlichstes Hindernis für den Frieden. Umso wichtiger sei der gemeinsame Einsatz für den Frieden. „Dazu braucht es einen Ruck - einen Ruck aus Mut und Vertrauen in Gott und in den Menschen“, unterstrich der Papst.

          „Eine neue Gewißheit“

          Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, sieht angesichts wachsender sozialer Unsicherheiten eine zunehmende Rückbesinnung auf Religion und Glauben in der Gesellschaft. Der Glaube sei entgegen vieler anders lautender Voraussagen nicht verschwunden, sagte Lehmann am Silvestertag im Mainzer Dom. Während in der Vergangenheit Probleme oftmals durch die Verteilung finanzieller Mittel hätten gelöst werden können, würden nun die materiellen Grenzen viel stärker spürbar, sagte Lehmann. Künftig werde man „wohl mit weniger Sicherheiten leben als bisher“. Der Mensch brauche aber gerade beim Verlust alter Sicherheiten eine neue Gewißheit, die ihn trägt“, sagte der Kardinal.

          Hier liege eine der Ursachen für das allseits zu beobachtende Erstarken des Verlangens nach Spiritualität und sogar Mystik, hinter dem sich ein Hunger und Durst des Menschen nach Maßstäben und Werten im alltäglichen Leben des Einzelnen verberge. Die Kirche könne dies auch an der Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen festmachen, sagte Lehmann. Während sich die Zahl der Kirchenaustritte erheblich verringert habe, sei zugleich die Zahl der Wiedereintritte in etwa derselben Größenordnung gewachsen.

          Huber: Glauben als Zukunftskraft

          Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, appellierte an die Bürger, sich neuen Entwicklungen nicht zu verschließen. In seiner Neujahrspredigt in der Berliner Kirche St. Marien verwies Huber darauf, daß viele schon aus Selbstschutz Hoffnungen und Erwartungen herabstuften. Dabei könne es sein, daß man die Chancen des Neuen ungenutzt verstreichen lasse. Für die Gesellschaft ist es nach Ansicht von Huber wichtig, den Glauben wieder als Zukunftskraft wahrzunehmen.

          Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter erhofft sich vom Papst-Besuch in Bayern im Herbst eine Festigung des Glaubens im Freistaat. Die für 10. bis 15. September geplante Papstreise nach München, Regensburg, Altötting und Marktl am Inn solle ein „Fest des Glaubens werden“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Silvesterabend.

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