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Vatikan Papst Franziskus feiert erstes Osterfest

In seiner Osterbotschaft hat der neue Papst Frieden für die ganze Welt und einen neuen Geist der Versöhnung verlangt. Franziskus feierte mit Hunderttausenden Gläubigen auf dem Petersplatz die Ostermesse und spendet den Segen „Urbi et Orbi“.

© AFP Eine riesige Menschenmenge hat sich auf dem Petersplatz versammelt, um die traditionelle Papst-Segnung „Urbi et Orbi“ zu erhalten

Papst Franziskus hat an Ostern zu mehr Frieden aufgerufen. Er rückte dabei die Konflikte und Krisen im Nahen Osten, in Afrika und auf der koreanischen Halbinsel in den Mittelpunkt. In seiner Osterbotschaft vor 250.000 Menschen mahnte er Israelis und Palästinenser zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen. Zugleich forderte er ein Ende der Gewalt im Irak und in Syrien. Franziskus verurteilte Egoismus und Profitgier sowie den Menschhandel; dieser sei die am weitesten verbreitete Form von Sklaverei im 21. Jahrhundert.

Mit seiner Auferstehung sei Jesus nicht in sein früheres irdisches Leben zurückgekehrt, betonte der Papst. Er sei vielmehr „eingetreten in das Leben der Herrlichkeit Gottes“. Damit habe er der Menschheit eine Zukunft der Hoffnung aufgetan. Jesu Auferstehung bedeute, dass die Liebe Gottes stärker sei als das Böse und als der Tod.

Die Kraft der Auferstehung müsse sich in jeder Zeit und im konkreten täglichen Leben verwirklichen, führte der Papst aus. „Wie viele Wüsten muss der Mensch auch heute durchqueren. Vor allem die Wüste in ihm selbst, wenn das Bewusstsein fehlt, Hüter all dessen zu sein, was der Schöpfer uns geschenkt hat und schenkt.“ Die Barmherzigkeit Gottes könne auch das trockenste Land erblühen lassen, so der Papst.

Anders als seine Vorgänger sprach Franziskus bei seinem ersten Osterfest im Vatikan keine Festtagswünsche in verschiedenen Sprachen. Vor dem Segen „Urbi et orbi“ wünschte er allen Anwesenden nochmals auf Italienisch gesegnete Ostern.

papst küsst kind © AP Vergrößern Papst Franziskus küsst ein Baby. Der Menge und sogar den sonst ernsten Personenschützern gefällt das.

Zuvor hatte Papst Franziskus mit tausenden Gläubigen im Petersdom die festliche Liturgie der Osternacht gefeiert. Die stimmungsvolle Zeremonie begann damit, dass das Osterlicht in einer Prozession in den zuvor abgedunkelten Dom gebracht wird und diesen erhellte. Für Jorge Mario Bergoglio war diese Feier zur Auferstehung Christi wie auch alle anderen Messen der Ostertage eine Premiere als Oberhaupt der katholischen Kirche. Im Zuge der Osterwache taufte er vier Erwachsene, aus Italien, den Vereinigten Staaten, Albanien und Russland.

In seiner Predigt forderte Franziskus die Gläubigen in dieser „lichtvollen Osternacht“ auf, die Neuheit anzunehmen, die die Auferstehung Jesu bedeute, und sich im Leben dem Neuen nicht zu verschließen. „Wir sind wie die Apostel aus dem Evangelium: Oft ziehen wir es vor, unsere Sicherheiten beizubehalten“, sagte der Papst. „Wir haben Angst vor den Überraschungen Gottes. Er überrascht uns immer!“ Auch der müde, enttäuschte oder traurige Mensch dürfe aber nie aufgeben, Gotte könne jede Situation ändern.

Die Neuheit Gottes zeige sich im Sieg über die Sünde, das Böse und den Tod, fuhr Franziskus fort. „Die Sorgen des Alltags können uns leicht dazu bringen, uns in uns selbst, in der Traurigkeit, in der Bitterkeit zu verschließen“, räumte er ein. Doch darin liege der Tod. Gott sei aber auferstanden, um das Herz für die Hoffnung auf die Zukunft zu öffnen, um Frieden und Kraft für das Leben zu geben.

Papst spricht © AFP Vergrößern Man wüsste gerne, was der Papst hier so munter den Gläubigen zuruft

Vor der Feier hatte er sich in einer Video-Botschaft zu dem sogenannten Turiner Grabtuch Jesu geäußert, dessen Echtheit umstritten ist. „Mit euch trete auch ich vor das Grabtuch hin“, sagte Franziskus einem italienischen TV-Programm, das das Exponat am Samstag ausstellte. Das entstellte Gesicht auf dem Tuch gleiche „den vielen Gesichtern von Männern und Frauen, verletzt von einem Leben, das ihre Würde missachtet, von Kriegen und Gewalt, welche die Schwächsten trifft.“

Das Turiner Grabtuch, in das nach katholischer Auffassung die Leiche des gekreuzigten Jesus Christus eingewickelt worden war, war am Samstag eine halbe Stunde lang auf dem italienischen Sender Rai Uno zu sehen. Auch im Internet wurde das Tuch per Livestream  gezeigt. Es war erst das zweite Mal, dass das berühmte Grabtuch  live im Fernsehen gezeigt wurde. Die erste Präsentation hatte im November 1973 für Aufsehen gesorgt. Als die Reliquie 2010 in der Kathedrale von Turin ausgestellt wurde, lockte sie zwei Millionen  Besucher an.

Der Papst hatte am Karfreitag eine Liturgie in Gedenken an die Passion Christi begleitet und den traditionellen Kreuzweg mit den 14 Stationen des Leidens und Sterbens Jesu am Kolosseum verfolgt. Dabei spielten Probleme des Nahen Ostens und der Christen in der Region eine besondere Rolle.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 31.03.2013, 14:04 Uhr

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