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Valérie Trierweiler Die Frau für den Palast

21.10.2011 ·  Valérie Trierweiler kennt die Politik, aber jetzt steht sie mittendrin - als Gefährtin des französischen Präsidentenbewerbers François Hollande.

Von Michaela Wiegel
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Sieht so eine geborene Première Dame aus? Für Valérie Trierweiler sind die musternden Blicke neu, die sie treffen, seit ihr Lebensgefährte François Hollande zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf das französische Präsidentenamt aufgestiegen ist. Viele Jahre hatte die heute 46 Jahre alte Frau mit den feinen Gesichtszügen auf der Seite derjenigen gestanden, die mustern, fragen und bewerten. Als Reporterin des Wochenmagazins „Paris Match“, dessen Devise „Das Gewicht der Worte, der Schock der Fotos“ lautet, lernte sie das politische Geschäft in der französischen Hauptstadt besser kennen, als es ihr manchmal recht war.

Ihre erste Begegnung mit François Hollande reicht in die Zeit zurück, als sie für „Paris Match“ über die Sozialistische Partei berichtete. Jetzt hat sie ihre journalistische Tätigkeit als politische Moderatorin des Privatsenders Direct 8 eingestellt, eine Entscheidung, die der Vollblutjournalistin nicht leicht gefallen sein wird. Mit Kultursendungen will sie sich über die Wahlkampfzeit beschäftigen. Der Elysée-Palast erscheint ihr fern. Unter den möglichen Vorbildern in der Rolle der „Frau von“ hat sie sich die Philosophin Sylviane Agacinski ausgesucht. Im bürgerlichen Leben ist diese emanzipierte Intellektuelle die Ehefrau des früheren sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Lionel Jospin. Sie blieb diskret, als ihr Mann sich um das höchste Staatsamt bewarb.

Sie bleibt lieber die Frau im Schatten

Über die Härte des politischen Kampfes, der ihren Lebensgefährten erwartet, hat sich Valérie Trierweiler aus Erfahrung keine Illusionen gemacht. Dennoch zeigte sie sich schockiert, als das Nachrichtenmagazin „L’Express“ Anfang Oktober aufdeckte, dass Geheimdienstagenten beauftragt worden seien, ihr Privatleben auszuspionieren. Nach reiflicher Überlegung reichte sie jetzt Klage ein. Die Staatsanwaltschaft in Paris hat Vorermittlungen eingeleitet, um die mutmaßliche Spitzelaffäre aufzuklären.

Dabei ist Valérie Trierweiler der Wirbel um ihre Person zuwider. Sie hat sich während der Vorwahlkampagne bewusst im Hintergrund gehalten und sieht ihre Rolle nicht darin, das Rampenlicht zu suchen. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Le Nouvel Observateur“ lehnte sie es ab, wie eine politische Sonderberaterin des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten wahrgenommen zu werden. Sie wolle ihn „begleiten“, aber nicht „politisch beraten“, sagte Frau Trierweiler.

Eine verbotene Liebe

Dabei ist es natürlich die Politik, die Hollande und die Journalistin zusammenführte. Im Winter 2006, als Hollandes Lebensgefährtin Ségolène Royal noch in allen Umfragen als Präsidentschaftskandidatin triumphierte, funkte es zwischen den beiden. Eine verbotene Beziehung, denn beide waren damals gebunden. Hollande musste zudem als Parteivorsitzender die Präsidentschaftskandidatin unterstützen. Valérie Trierweiler wiederum war zu diesem Zeitpunkt mit dem „sécretaire de la rédaction“ von „Paris Match“, Denis Trierweiler, verheiratet, über dessen Schreibtisch alle Texte zum Redigieren gingen.

Drei Kinder waren aus der Ehe mit Trierweiler hervorgegangen, einem Germanisten und Spezialisten für den Philosophen Hans Blumenberg. Über ihre stürmische Liebesaffäre schwiegen die beiden, solange es ging. Doch Ségolène Royals inständige Anrufe in der Redaktion von „Paris Match“, „diese Reporterin“ von der Berichterstattung abzuziehen, sollten sich bald herumsprechen.

Hollande: „Sie ist die Frau meines Lebens“

Erst nach den verlorenen Präsidentenwahlen im Juni 2007 erfuhren die Franzosen aus dem Mund von Ségolène Royal, dass sie Hollande vor die Tür gesetzt habe. In Wahrheit hatte der Sozialist den gemeinsamen Wohnsitz schon lange vorher verlassen. Im 15. Arrondissement, in der Nähe der Parkanlage, die auf dem Gelände der früheren Autofabrik Citroën entstanden ist, haben Hollande und Valérie Trierweiler ihre gemeinsame Wohnung. Am Abend der entscheidenden Stichwahl öffnete Hollande sein Domizil zum ersten Mal für Fotografen, als er mit einer kleinen Zahl Vertrauter auf das Ergebnis wartete. Valérie Trierweiler richtete es ein, auf keinem Foto zu erscheinen.

Sie hat dabei eigentlich keinen Grund, sich zu zieren. Ihre elegante Erscheinung kann es allemal mit Carla Bruni aufnehmen, auch wenn sie nie gemodelt hat. Mit Ségolène Royal hat sie gemeinsam, aus einer kinderreichen Familie aus der Provinz zu stammen. Sie ist als Nummer fünf in einer Familie in Angers aufgewachsen, die insgesamt sechs Kinder zählte. Der Vater war Kriegsversehrter, die Mutter Kassiererin in der städtischen Eislaufhalle. „Wir hatten kein Geld, aber uns fehlte nichts“, sagt Valérie Trierweiler rückblickend. Der Journalismus war ihr eine frühe Berufung. „Sie ist die Frau meines Lebens“, sagt François Hollande.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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