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USA Polizei verteilt in Kneipen Strafzettel an Raucher

 ·  Barbesitzer in den Vereinigten Staaten finden Lücken in den Rauch-Gesetzen und riskieren Haftstrafen, weil sie sich um das Wohl ihrer rauchenden Kundschaft bemühen.

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Barbesitzer Tony Montooth ist stolz darauf, dass seine Kneipe, „Antonio's Nut House“, als Nummer Eins die „Top- Ten“-Liste im kalifornischen Computer-Mekka Silikon Valley anführt. Es stört ihn nicht, dass die „Auszeichnung“ von der Polizei stammt und den zehn Gaststätten und Lokalen verliehen wurde, die am häufigsten gegen das staatliche Rauchverbot am Arbeitsplatz verstoßen.

„Es ist ein blödes Gesetz, gegen dass ich von Anfang an gekämpft habe“, sagt der Gastwirt, der in seiner Kneipe in Palo Alto, nicht weit von der Standford-Universität, seit 28 Jahren Raucher und Nichtraucher bedient. Seit Januar 1998 ist das Rauchen in Kneipen, Nachtclubs und Casinos in ganz Kalifornien verboten. Das umstrittene Gesetz soll die rund 850 000 Barkeeper und Kellner vor dem Rauch der Kunden schützen. Nach offiziellen Angaben halten sich 90 Prozent der Lokale an die Vorschrift. Im Bezirk von Santa Clara County, im Herzen von Silikon Valley, liegt die Rate mit 65 Prozent allerdings deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Geheimaktion der Polizei

Auf die Liste kam das „Nut House“ durch eine Geheimaktion der Polizei. Monatelang waren Polizisten in Zivil in den Kneipen unterwegs und verteilten Strafzettel an alle, die sich trotz Rauchverbots eine Zigarette anzündeten. 16 „Knöllchen“ haben Barbesitzer Montooth, selber ein Nichtraucher, und seine nikotinsüchtigen Kunden in diesem Jahr schon erhalten. Die Mindeststrafe liegt bei 271 Dollar (623 Mark), bei Wiederholungstätern bis zu 1.300 Dollar. Die Besitzer der Lokale können ihre Betriebserlaubnis verlieren und bis zu sechs Monate hinter Gittern verbringen.

Seit der Bekanntgabe der „Hitliste“ Anfang Juni hat Montooth stolz ein Schild in seiner Kneipe aufgestellt: „Wir sind Nummer Eins“ steht darauf. Seine Kunden schickt er dennoch jetzt zum Rauchen vorsichtshalber auf die Straße. Nach 28 Jahren will der Gastwirt sein Geschäft nicht verlieren.

Waffenstillstand in San Francisco

Im benachbarten San Francisco drücken die Behörden längst ein Auge zu. Raucher und Polizisten wissen, in welchen Kneipen der Stadt Glimmstängel toleriert werden. Kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes ging die Stadt gerichtlich gegen sechs Lokale vor. Nach Protesten von empörten Nachtschwärmern einigte man sich auf einen Waffenstillstand. Im „Mustang Club“ in San Leandro kann man ohne Sorge qualmen.

Kneipier Larry Murphy hat eigens Schilder aufgestellt, dass Rauchen hier erlaubt sei. Murphy hat eine Lücke im Gesetz entdeckt, wonach Kneipen ohne Kellner von dem Rauchverbot zum Schutz von Angestellten ausgenommen sind. Murphy feuerte seine Mitarbeiter und steht seither alleine hinter der Theke. Die Hälfte seiner Kunden seien Raucher, sagt der nichtrauchende Wirt. Um die langjährigen Stammkunden vom „Mustang Club“ nicht zu verlieren, sei er gerne bereit, doppelt so viel zu arbeiten.

Quelle: @tk, mit Material von dpa
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