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Urteil gegen Vater des Winnender Schützen „Jungs sind so“

 ·  Im Revisionsprozess wird die Bewährungsstrafe für den Vater des Amokläufers von Winnenden reduziert. Doch das Gericht bleibt dabei: Der Angeklagte hätte die Tat verhindern können, wenn er Waffen und Munition ordnungsgemäß verwahrt hätte.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (34)
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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 04.02.2013 22:10 Uhr

Schlimme Richter

... das praktische Problem ist, dass man derartige Richter kaum aus dem Verfahren bekommt. Für einen Befangenheitsantrag reichts nicht.

Was die über den Anwalt sagen, ist schon eine Frechheit, aber bezeichnend. Der hatte die Aufgabe, seinen Mandanten nach seinem Konzept bestmöglich zu beraten. Und ein "Gespräch" mit dem Gericht ist eine Anmaßung. Die sollen das Recht anwenden und nicht Halbgott spielen.

Aber das ist das Problem: Die Ausbildung ist mies geworden. Es werden Leute ausgewählt, die sich v.a. gegenüber der Presse profilieren und für höhere Aufgaben profilieren wollen und dann sind sie sowie angekäst, das ist ihr vorheriges Urteil aufgehoben worden war (denn solche Leute machen keine Fehler).

Jedem ist nur zu raten: Bloss nicht in die Fänge von diesen Schlimmen Richtern begeben und das beste ist nämlich: Die fühlen sich richtig gut dabei und haben in ihrer Kantine einen tollen Tag. Schudder. Lieber außergerichtlich einigen, wenn irgendwie möglich...

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Xenia Mutschera

Den Feministinnen sei Dank

zu meiner Zeit haben sich Jungs gerauft, sich geprügelt, aber ohne dass es Verletzte gab, leichte Blessuren konnte es geben, mehr aber nicht. - Heute wird in den Schulen sehr restriktiv auf ein solches männliches Verhalten reagiert. Dies hat 2 Konsequenzen: Da körperliche Aggressionen nur in geringem Maße noch auftreten, fehlt es an Regeln, an praktizierter Fairness im Umgang bei solchen Auseinandersetzungen, daher wird später, wenn die Jungs von ihrer Muskelkraft zu Männern geworden sind, zum Teil bei einer Prügelei nicht auf die möglichen Folgen geachtet, es sind Gewaltexzesse möglich.
Die 2. Konsequenz besteht darin, dass Jungs vorhandene Aggressionen umlenken in Richtung Mobbing, wie dies bereits Mädchen tun. In einer solchen Schulklasse werden Jungs wie Mädchen psychisch gequält. Daher Tausende von Selbstmorden und wenige Opfer von Amokläufen. Die Ironie besteht darin, dass nur die Amokläufe Beachtung finden, die Täter männlich sind und sich die Feministinnen bestätigt fühlen.

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fritz Teich

Abstrakte Gefahr reicht sicher nicht

und deshalb ist auch der Schluss vom WaffG auf das StGB verfehlt. Ein Unternehmer und Waffenbesitzer, sowas ist doch ganz normal. Wer hat nicht schon bei solchen Leuten die Jagdgewehre offen herumliegen gesehen. Dass Kinder sinnlos herumknallen, ist eine groteske Unterstellung. Mit Ruanda hatte das Verfahren vielleicht nichts zu tun, aber mit geradezu afrikanischer Hysterie, wenn der Kontinent nicht in Wirklichkeit so relaxed waere. Der Anwalt hat sich vielleicht nicht genau genug ausgedrueckt und was er wirklich gesagt hat wissen wir nicht.

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Lieschen Müller

Den Vater trifft nicht die Schuld, der ist schon genug gestraft.

Dass der Vater den Amoklauf hätte verhindern können, indem er die Waffen in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt hätte bezweifle ich. Ein Amoklauf in diesem Außmass deutet auf sehr viel Haß hin und dass er möglicherweise schon öfters drüber nachgedacht hat. Für Jemanden in solch einer Situation steht doch 'wo ein Wille ist, ist auch ein Weg'. Sieht doch ganz so aus als wollte ein Zeichen setzen, sich ggf. rächen für alle Ungerechtigkeiten/Unterdrückungen/Beleidigungen/Hänseleien, die ihm wiederfahren sind, da ist doch Jemanden jedes Mittel recht. Ist es nicht die Waffe des Vaters, beschafft er sich anderweitig eine oder bastelt ein Bömbchen, mit Hilfe des Internets ist doch alles möglich. Der verschlossene Waffenschrank war nicht ausschlaggebend. Schuldig war unsere Gesellschaft und wie sie mit zurückhaltenden, vielleicht im Verhalten etwas anderen Menschen, umgeht. Entspricht man nicht der 'Norm' wird man zur Zielscheibe und wundert sich, wenn sich daraus Hass entwickelt?!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 13:35 Uhr
fritz Teich

Es genuegt sicher, dass er diese Waffen benutzt hat

Etwas anderes waere eine andere Tat gewesen, ueber die nicht zu urteilen war. Fraglich ist allein, ob der Vater diese Tat voraussehen konnte und entsprechend handeln musste, was mindestens zweifelhaft ist. Unsere Kinder sind keine Bomben.

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Miriam Beicht

Einzelfalldiskussion oder gesellschaftlicher Wandel?

Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt und die Waffenindustrie ist ein Milliardengeschäft. Über einen Zeitraum einiger Jahrzehnte kommen sicherlich mehrere Hunderttausend Menschen durch deutsche Waffen um, darunter Unschuldige, Frauen und Kinder. Wäre der Ansatz einer Veränderung nicht besser anders: Verzicht auf Wohlstand für alle durch die Abwendung von einem kompletten Industriezweig, der überall auf der Welt Menschen tötet, manchmal sogar im eigenen Land. Die Diskussion um privaten Waffenbesitz ändert nichts an der Tatsache dass Menschen bewußt töten. Die Abwendung einer ganzen Gesellschaft von Waffenproduktion, -handel und -besitz könnte einen guten Schritt darstellen eine andere Sichtweise von Gewalt und deren Ausübung bei den Menschen dieser Gesellschaft zu erzeugen und wäre ein wichtiger Baustein in der Prävention solcher Taten.

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Karsten HEINZ

Verantwortung

Jede Waffe ist gefährlich - die Dinger wurden zum töten erfunden! Wenn ich meine, ich muss als Sportschütze oder zu meiner "Verteidigung" eine Waffe zu Hause haben, dann bin ich dafür verantwortlich, dass das Ding sicher verwahrt wird. Wenn ich das nicht tue, ist das sträflicher - und strafbarer - Leichtsinn.
Es bleibt in diesem Fall strafrechtlich bei einer Bewährunggsstrafe, der Vater muss nicht ins Gefängnis o. ä. Das halte ich auch so für angemessen. Erhat schließlich nicht selbst 15 Menschen erschossen. Aber er trägt eine Mitschuld. Vielleicht denken nun einige darüber nach, ob sie ihre Knarren auch vorschriftsgemäß verwahren! Der Staat sollte dies auch viel häufiger kontrollieren und mit Geldstrafen belegen, das ist besser als so ein Schuldspruch, der die Leute nicht wieder lebendig macht.

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Jürgen Dannenberg

Ja und

was macht der Richter wenn ein junger Mensch mit dem Messer um sich sticht. Oder klaut die Autoschlüssel und fährt ein paar tot, Müssen da auch der Eltern Alarmglocken schrillen?
Der junge Mann war 17 Jahre alt als er tötete, also kein Kind mehr.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 06:29 Uhr
Karsten HEINZ

Messer ist nicht dassselbe

Der Amoklauf in Winnenden ging über Stunden... mit einem Messer bringen Sie keine 16 Personen um... Feuerwaffen sind etwas GANZ anderes...

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Robert Norman

Unzulängliches Urteil

Ich halte die Urteile gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden für absolut unzulänglich. Führt man sich die Mitschuld und die Umstände vor Augen, wird klar, dass gerade der vollkommen fahrlässige, geradezu leichtfertige Umgang mit den Waffen den Amoklauf erst ermöglicht hat.
Ich halte es für absolut falsch, hier dermaßen milde mit dem Vater in's Gericht zu gehen. Als Waffenbesitzer hat man eine besondere Sorgfalt walten zu lassen, da man mit der Berechtigung zum Waffenbesitz auch eine wesentliche Verantwortung übernimmt. Hier fehlt beim Verurteilten offensichtlich jegliches Verständnis und jeder Realitätssinn.
Waffen sind verschlossen aufzubewahren und zwar in der Form, dass Unberechtigte - sei es nun ein Kind oder ein psychisch kranker Angehöriger oder ein Dritter - keinen Zugriff auf diese Waffen haben. Das ist Kernpflicht eines Waffenbesitzers. Wer dagegen verstößt und damit für den Tod von 15 Menschen zu verantworten hat, hat auch die Verantwortung vollumfänglich zu übernehmen

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 20:32 Uhr
Closed via SSO

Herr Norman

Sie können sich nahezu jede Waffe besorgen, die Sie haben möchten. Fälle wie der von Anders Breivik zeigen das ganz deutlich.

Dem Vater ist sicherlich vorzuwerfen, dass er die Waffe nicht unter Verschluss hielt.

Die wichtigeren Fragen wurden m.E. gar nicht angesprochen. Wie konnte sich der Teenager so entwickeln? Was hat sich zuvor in der Schule abgespielt. Es kann doch wirklich niemand behaupten, dass ein Jugendlicher, der in seinen Freundeskreis und seine Familie eingebettet ist und sich dort geborgen fühlt, sich so entwickelt. Was also hat den Täter bewogen? Was hat die Täter in anderen Fällen bewogen? Was spielt sich tatsächlich in den Schulen ab und wo wird konsequent weggesehen?

Will man aus diesen furchtbaren Taten irgendetwas für die Zukunft lernen, wird man sich mit diesen Fragen beschäftigen müssen, denn offensichtlich gibt es Fehlentwicklungen, die wir nicht wahrnehmen (wollen).

Den Vater zu verurteilen wird der Tat nicht gerecht und verhindert keine neuen Taten.

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Jürgen Dannenberg

Und wenn

die Waffe ein Wagen wäre?

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Markus Tischer

Richter Angst vo Revision?

„Sie sollten sehen, was Sie Ihrer Familie und den Angehörigen der Opfer antun.“

Aha, deshalb soll er also dieses erneut fragwuerdige Urteil hinnehmen?
Das Urteil dient doch nur dazu, die Schuld abzuladen und den Hinterbliebenen einen Suendenbock zu liefern.
Der Vater wusste nix von den psy. Problemen des Sohns- bei einem 17 jaehrigen kein wunder.
Selbst wenn Waffe und Munition im Safe gewesen waeren, ist unklar ob der Junge nicht doch an sie heran gekommen waere- ich wusste jedanfalls immer, wo zuhause was lag und wie die PIN meiner Eltern war.

User Paul Franklin hat recht- das Strafmass orintiert sich an der Tat des Sohnes- waeren nicht Menschen erschossen worden, waere die Fahrlaessigkeit des Vaters midle bestraft worden.

Ich sehe die Psychater die den Sohn behandlet haben eher in der Verantwortung als den Vater. Da der Sohn Schuetze war, haette er so oder so Zugang zu einer Waffe gefunden.
Die Aertzte haetten das eher verhindern koennen als der Vater...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 06:32 Uhr
Karsten HEINZ

Vater wusste sehr wohl etwas....

von den psychischen Problemen seines Sohnes... schließlich war er in Behandlung! Genau so wie die knarrengeile Mutter beim letzten Amoklauf in den USA...

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Heiner Peters

Das Urteil als solches dürfte in Ordnung gehen.

Den hätte der Vater besser auf seine Waffen aufgepasst, wäre es nicht zu dem Amoklauf von Tim K. gekommen.

Von der menschlichen Seite her ist das ganze eine schreckliche Tragödie, die alle Betroffenen für den Rest ihres Lebens zeichnen dürfte. Für den Vater kam bzw. kommt es gleich mehrfach dicke. Sein Sohn tötete mit seiner Waffe und nahm sich dann das Leben. Als Vater steht er vor einer familiären Katastrophe. Kommen dann neben der strafrechtlichen Verurteilung noch Schadensersatzklagen hinzu, die u. a. die Stadt Winnenden anzustrengen gedenkt. Den Vater dürften die Folgen seiner Fahrlässigkeit noch viele Jahre begleiten.

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 02.02.2013 13:01 Uhr

Eine Tragödie



Mich dauert es unendlich um die Opfer – aber man sieht doch, wie das Recht an seine Grenze kommt. Der Angeklagte hat offenbar auch enge Grenzen seiner psychischen Beweglichkeit – versteinert und unbeweglich. Kann man ihm jetzt vorwerfen, dass er ein Klotz ist und eben nicht
besonders beweglich?

Und natürlich ist der Vorwurf zutreffend. Aber auch wenn der Vater alles korrekt gemacht hätte, wenn der Sohn es gewollt hätte, hätte er Zugriff bekommen – so etwas ist in einem Haushalt gar nicht zu verhindern. Genau so wenig wie ein Waffenschrank einem gezielten Einbruch standhält.

Was einen verstört, ist die Art wie die Republik über diesen Mann Gericht hält, der sicher vieles falsch gemacht hat, aber niemals irgendjemand schaden wollte. Und wenn man dann sieht, wie andere die aus reiner Mord- und Verletzungslust über Schwächere herfallen, so ganz unter dem Radar bleiben

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Horst Johnson

Winnenden wäre einzudämmen gewesen

Nicht vollkommen zu verhindern aber die Ausmaße von 15 Toten und dutzenden Verletzten einzudämmen.
Der Täter betrat ja nicht wie fälschlicherweise gemeldet 9.30Uhr, sondern 12min. früher die Schule, der Notruf erfolgte 9.33Uhr, die Polizei traf wenig später ein. In diesen über 2omin!!!. richtete der Täter in mehreren Klassenräumen ein Massaker an, da sie alle wehrlos waren!
Hätte nur ein Lehrer(meinetwegen abschließbar im Lehrerzimmer) oder der Hausmeister eine Waffe zur Verfügung,er hätte zumindestens Zeit gewinnen können. Viele Kinder würden heute noch leben.
Ich wurde vor Jahren Opfer eines Einbruchs und konnte persönlich nur dank meiner Waffe schlimmeres für meine Familie verhindern. Verhinderte Verbrechen aufgrund eines Waffenbesitz bleibt in den Statsitiken wie immer unberücksichtigt. Meine persönl.Waffe nimmt mir kein Staat der Welt mehr aus der Hand.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.02.2013 17:43 Uhr
Paul Burger

Leider falsch

Offizielle Studien sagen genau das Gegenteil aus.
Einbrecher suchen sich meistens Ziele aus, bei denen sie am wenigsten mit einer Gegenwehr zu rechnen haben.
Nicht umsonst ist zum Beispiel in Österreich der Selbstschutz ein annerkannter Grund, eine Schußwaffe zu besitzen.
Und trotzdem passiert dort verhältnismäßig wenig damit.
Und wer Kriegsgebiete mit deutschen Schulen vergleicht, der ist nicht nur ein wenig "neben der Spur".

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Marcel von Olnhausen

Verschärfung des Waffenrechts gegen Einbrüche...

sehr interessant. Einbrecher sind in der Regel auch gesetzestreue Menschen.

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axel greve
axel greve (AGreve) - 02.02.2013 17:33 Uhr

Widerspruch

Wenn alle Haushalte eine Waffe haben, dann wird eben zum Zweck des Einbruchs (der ja versicherungstechnisch abgedeckt ist) zuerst der waffentragende Hausherr ermordet, oder gewartet, bis er außer Haus ist. Genauso würde mit dem waffentragenden Lehrer verfahren. Nicht zu schweigen von der Tatsache, dass eine Waffe ja gar nicht schützt, sondern nur Rache oder Präventivmord vereinfachen kann. Ich habe persönlich bereits ein Gewaltverbrechen verhindert, der Täter war mit einer Pistole bewaffnet. Ihr Beispiel zieht nicht. Wenn Sie verhindern wollen, dass bei Ihnen bewaffnet eingebrochen wird, dann bauen Sie eine bessere Tür, oder arbeiten an einer Verschärfung des Waffenrechts. Oder Sie arbeiten an der Verbesserung der psychologischen Betreuung, oder an der Gesellschaft etc. . In jedem Fall viel zu kurz gedacht ist eine Selbstbewaffnung. Sind bewaffnete Stützpunkte in Afghanistan sicherer als unsere Schulen?

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Tobias Steiner

Ergebnisorientiertes Urteil

"In der Literatur gebe es keinen Zweifel, dass für eine Verurteilung wegen Fahrlässigkeit eine „abstrakte Gefahr“ ausreiche."

Seit wann orientiert sich die Rechtsprechung ausschließlich an Literaturmeinungen? Wenn ich mich recht entsinne, fordert aber auch die Literatur eine "objektive Vorhersehbarkeit". Schließlich handelt es sich hier um ein Delikt, welches durch Unterlassen begangen wurde. Zusätzlich kommt hinzu, dass der Vater für das Handeln eines Dritten verantwortlich gemacht werden soll. Zur Begründung einer Strafbarkeit in einer solchen Fallkonstellation stellt auch die Literatur hohe Anforderungen. Ich werde das Gefühl nicht los, das auch hier einmal wieder ergebnisorientiert gearbeitet wurde.

Völlig daneben ist indes das "Anflehen" des Vorsitzenden, doch bitte keine Revision einzulegen. Zuerst dachte ich, der Verteidiger hat "überdreht", aber wenn ich diesen Satz lese, wird mir aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit wirklich anders. Anmaßender geht es kaum noch.

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Dirk  Lehmann

Ich hätte von einem Richter auf der Ebene der Kommunikation mehr Professionalität erwartet...

also weniger Schmu und mehr Sachbezogenheit. Möglicherweise ist das aber auch in 99% der anderthalb Stunden Urteilsbegründung der Fall gewesen und Herr Soldt erzählt halt nuremotionalisierend/emotionalisiert im Boulevardstil, anstatt grundsolide als Gerichtsreporter zu berichten?

So hätte er die Chance gehabt, den urteilsentscheidenden Begriff der "abstrakten Gefahr" dem leser zu erläutern, was der Autor jedoch bedauerlicherweise nicht tat. Die Folge sind halt laienhafte Spekulationen seitens der Leser. Bedauerlich!

vermutlich ist der verteidiger wirklich schlecht gewesen:
Wer Denjenigen, der ein Massaker erst ermöglichte, damit verteidigt, daß er ja auch unter dem verlust des EIGENEN Kindes leide und das strafmindernd ins Felde führt, während er die vielen Toten, Schwersttraumatisierten einfach aus der vermuteten moralischen Last des Angeklagten ausblendet, also Anlaß zur Vermutung gibt, diese Opfer würden den Angeklagten NICHT belasten, ist einfach nur grottenschlecht.

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Closed via SSO

Ein Urteil wurde gefällt....

Fakt ist, dass Tim die Tat nicht mit der Waffe seines Vaters hätte begehen können, wenn diese verschlossen gewesen wäre. Offen bleibt, ob er sich nicht eine andere Waffe besorgt hätte. Andere Fälle zeigen, dass jemand, der solche Taten begehen will, sich entsprechende Waffen organisieren kann. Ich hätte vermutet, dass Gerichte sich da eher an den Realitäten orientieren.

Für den Vater wird lebenslang diese Frage im Raum bleiben: Was wäre gewesen, wenn....? Schließlich hat er auch sein Kind verloren und steht vor den Scherben seines Lebens. Was habe ich übersehen? Wann und wo war ich nicht da? Wo habe ich die Augen verschlossen? Warum wurde mein Kind so und was hat es dorthin getrieben?

Ich möchte nicht mit ihm tauschen.

Andererseits wirkt diese Gerichtsverhandlung auf mich so, als wolle man partout einen Schuldigen haben. Die Kinder sind tot und sollten es nicht sein. Da ist Tims Vater ein dankbarer Kandidat. Ein Urteil wurde gefällt, die Akte geschlossen.

Wem nutzt das wirklich?

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 01.02.2013 23:48 Uhr

Die Verantwortung der Eltern: Kinder bedeuten hohes Risiko!

Die beiden ersten Beiträge haben mit unterschiedlicher Betonung darauf hingewiesen. Schauen wir auf die " abstrakte Gefahr": Diese abstrakte Gefahr ist jedem Kind inhärent. Extremismus rechts oder links, Islamismus, Verzweiflung an der Welt, .... lauern überall, in jeder Person, in jedem Kind. Es müssen nicht Jagdwaffen sein, nein auch im Internet finden sich Anleitungen für den Bau von Sprengkörpern, Bomben, die jeder nachbauen kann.

Welcher Prozentsatz der Eltern ist fähig diese Entwicklungen in ihrem Kind zu erkennen? Wer, wenn der berufliche Alltag, den vollen täglichen Einsatz fordert? Vorschlag: 30%? Oder weniger?

Mit anderen Worten: Kinder sind Hochrisikoobjekte. Wer wenig Risiko eingehen will, nicht die entsprechende Psychologische Ausbildung hat oder/und mehr als 10 Stunden arbeiten muß, sollte auf Nachwuchs verzichten, denn schwarze Schwäne lauern überall.

Welches Risiko geht man ein? Sorry, da hilft keine Statistik. Schwarze Schwäne entziehen sich der Statistik!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 06:37 Uhr
Karsten HEINZ

Waffen sind das Risiko - nicht Kinder!

Und Sie haben in einem Privathaushalt nichts verloren....!!!!!!!!!

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Closed via SSO
Bernhard Sporkmann (bsfaz) - 01.02.2013 19:36 Uhr

Klingt nach Wichtigtuerei

Der Richter erzählt aus seinem Leben, attackiert die Verteidiger, weil sie etwas sagen, was ihm nicht paßt, läßt so einen dummen Spruch los wie "Jungen sind so", und dann noch der Schmus mit dem Verlieben. Ich finde das unprofessionell. Kann man als Richter nicht seine Arbeit machen, ohne sich selbst so in Szene zu setzen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.02.2013 21:28 Uhr
Wolfgang G. Runte

Genau

Dieser Richter ist und war befangen. Der Fall müßte erneut verhandelt werden und dieser Richter wegen Parteinahme seines Posten enthoben werden. Auf welchem abschüssigen Weg befindet sich dieser Staat denn schon wieder?

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Xenia Mutschera

Ein Richter urteilt nach Gesetzen und richtet einen Menschen mit Worten

Die Äußerungen des Richters sind grenzwertig:
„Über Menschenrechtsverletzungen in Ruanda wird in Saal 6 verhandelt“
„Es wäre wohl nicht zum Amoklauf gekommen, wenn sie die Waffe und die Munition ordnungsgemäß weggeschlossen hätten, Punkt, aus“.

Dazu kommen persönliche Angriffe:
„Sie sollten sehen, was Sie Ihrer Familie und den Angehörigen der Opfer antun.“

„Wir wären gerne mit Ihnen ins Gespräch gekommen. Sie hätten nicht befürchten müssen, dass diese Kammer ihnen den Respekt versagt, den sie verdient haben“ - dies könnte man wie folgt übersetzen: „ich bin Ihr Freund, Ihre Not bricht mir das Herz“. Diesen Satz des Richters kann man nur als Zynismus betrachten, da Selbstdarstellung und Realität auseinanderklaffen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 17:02 Uhr
Xenia Mutschera

@Sunderbrink

"muss für sein Verhalten einstehen" - unzutreffend, hätte sein Sohn im Garten ein paar Glasflaschen zerstört, gäbe es keine 1,5 Jahre als Haftstrafe.
„Es wäre wohl nicht zum Amoklauf gekommen, wenn sie die Waffe und die Munition ordnungsgemäß weggeschlossen hätten, Punkt, aus“ - dies ist vom Richter schlichtweg gelogen, da der Sohn die Tat geplant hat und durch seine finanzielle Ausstattung die Möglichkeit gehabt hätte, sich Waffen zu besorgen.
Die Aussagen des Richters und seine Argumentation demaskiert die Absicht des Richters, sein Amt missbräuchlich auszuüben, leider ist es so.
Beim Richter habe ich das Gefühl, es nicht mit einem Menschen zu tun, sondern mit einem Racheengel, einer Person, die von negativen Gefühlen getrieben wird.

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Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 02.02.2013 08:03 Uhr

Was ist denn daran

"grenzwertig"? Durch die Anklage wurden die Menschenrechte des Vaters nicht verletzt, von einem "Unrechtsurteil" kann ein Verteidiger, der das StGB wirklich kennt, nicht ausgehen. Wenn der Verteider seine Aussagen ernst gemeint hätte, müßte man ihm wegen mangelnder Qualifikation die Anwaltszulassung entziehen. Solch einen" Verteidiger" hat kein Mensch verdient. Der Angeklagte hat sich objektiv falsch verhalten und muß für sein Verhalten einstehen. Wenn jeder meint, er könne bindende und strafbewehrte Vorschriften mißachten, hätten wir bald die pure Anarchie. Mitleid ist hier absolut unangemessen!Hoffentlich bleibt der Justiz nun wenigstens das theoretische mögliche Revisionsverfahren erspart.

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Bar Is Gk
Bar Is Gk (BarisGK) - 01.02.2013 13:13 Uhr

Herr Zeil

das war auch schon vor diesem Urteil unter bestimmten Voraussetzungen strafbar, u.a. als Begehung des Hauptdelikts durch Unterlassen oder als Beihilfe durch Unterlassen oder mittelbare Täterschaft durch Unterlassen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 08:05 Uhr
Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 02.02.2013 08:05 Uhr

Sie haben

absolut richtig geantwortet, es scheint nur, daß in diesem Forum das Mitleid mit dem Straftäter überwiegt, so daß Ihre Ausführungen wohl keinen Zuspruch erhalten werden, was ich bedauere.

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Volker Zell
Volker Zell (vauzet2) - 01.02.2013 12:54 Uhr

Bedeutet dieses Urteil,

daß in Zukunft die Eltern verklagt werden können, wenn z.B. der 16-jährige Sohn die nicht eingeschlossenen Kfz-Schlüssel des Familien-PKW an sich nimmt und mit dem Kfz einen schweren verkehrsunfall verursacht? Insbesondere wenn den Eltern bekannt ist, dass ihr Sohn bereits öfters solche "Schwarzfahrten" geplant oder tatsächlich durchgeführt hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 07:52 Uhr
Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 02.02.2013 07:52 Uhr

Aber ja

nur ist das nicht neu!

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01.02.2013, 11:14 Uhr

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