01.02.2013 · Im Revisionsprozess wird die Bewährungsstrafe für den Vater des Amokläufers von Winnenden reduziert. Doch das Gericht bleibt dabei: Der Angeklagte hätte die Tat verhindern können, wenn er Waffen und Munition ordnungsgemäß verwahrt hätte.
Von Rüdiger SoldtRichtlinien für Lesermeinungen
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... das praktische Problem ist, dass man derartige Richter kaum aus dem
Verfahren bekommt. Für einen Befangenheitsantrag reichts nicht.
Was die über den Anwalt sagen, ist schon eine Frechheit, aber
bezeichnend. Der hatte die Aufgabe, seinen Mandanten nach seinem Konzept
bestmöglich zu beraten. Und ein "Gespräch" mit dem
Gericht ist eine Anmaßung. Die sollen das Recht anwenden und nicht
Halbgott spielen.
Aber das ist das Problem: Die Ausbildung ist mies geworden. Es werden
Leute ausgewählt, die sich v.a. gegenüber der Presse
profilieren und für höhere Aufgaben profilieren wollen und
dann sind sie sowie angekäst, das ist ihr vorheriges Urteil
aufgehoben worden war (denn solche Leute machen keine Fehler).
Jedem ist nur zu raten: Bloss nicht in die Fänge von diesen
Schlimmen Richtern begeben und das beste ist nämlich: Die
fühlen sich richtig gut dabei und haben in ihrer Kantine einen
tollen Tag. Schudder. Lieber außergerichtlich einigen, wenn
irgendwie möglich...
zu meiner Zeit haben sich Jungs gerauft, sich geprügelt, aber ohne
dass es Verletzte gab, leichte Blessuren konnte es geben, mehr aber
nicht. - Heute wird in den Schulen sehr restriktiv auf ein solches
männliches Verhalten reagiert. Dies hat 2 Konsequenzen: Da
körperliche Aggressionen nur in geringem Maße noch auftreten,
fehlt es an Regeln, an praktizierter Fairness im Umgang bei solchen
Auseinandersetzungen, daher wird später, wenn die Jungs von ihrer
Muskelkraft zu Männern geworden sind, zum Teil bei einer
Prügelei nicht auf die möglichen Folgen geachtet, es sind
Gewaltexzesse möglich.
Die 2. Konsequenz besteht darin, dass Jungs vorhandene Aggressionen
umlenken in Richtung Mobbing, wie dies bereits Mädchen tun. In
einer solchen Schulklasse werden Jungs wie Mädchen psychisch
gequält. Daher Tausende von Selbstmorden und wenige Opfer von
Amokläufen. Die Ironie besteht darin, dass nur die Amokläufe
Beachtung finden, die Täter männlich sind und sich die
Feministinnen bestätigt fühlen.
Abstrakte Gefahr reicht sicher nicht
und deshalb ist auch der Schluss vom WaffG auf das StGB verfehlt. Ein Unternehmer und Waffenbesitzer, sowas ist doch ganz normal. Wer hat nicht schon bei solchen Leuten die Jagdgewehre offen herumliegen gesehen. Dass Kinder sinnlos herumknallen, ist eine groteske Unterstellung. Mit Ruanda hatte das Verfahren vielleicht nichts zu tun, aber mit geradezu afrikanischer Hysterie, wenn der Kontinent nicht in Wirklichkeit so relaxed waere. Der Anwalt hat sich vielleicht nicht genau genug ausgedrueckt und was er wirklich gesagt hat wissen wir nicht.
Den Vater trifft nicht die Schuld, der ist schon genug gestraft.
Dass der Vater den Amoklauf hätte verhindern können, indem er die Waffen in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt hätte bezweifle ich. Ein Amoklauf in diesem Außmass deutet auf sehr viel Haß hin und dass er möglicherweise schon öfters drüber nachgedacht hat. Für Jemanden in solch einer Situation steht doch 'wo ein Wille ist, ist auch ein Weg'. Sieht doch ganz so aus als wollte ein Zeichen setzen, sich ggf. rächen für alle Ungerechtigkeiten/Unterdrückungen/Beleidigungen/Hänseleien, die ihm wiederfahren sind, da ist doch Jemanden jedes Mittel recht. Ist es nicht die Waffe des Vaters, beschafft er sich anderweitig eine oder bastelt ein Bömbchen, mit Hilfe des Internets ist doch alles möglich. Der verschlossene Waffenschrank war nicht ausschlaggebend. Schuldig war unsere Gesellschaft und wie sie mit zurückhaltenden, vielleicht im Verhalten etwas anderen Menschen, umgeht. Entspricht man nicht der 'Norm' wird man zur Zielscheibe und wundert sich, wenn sich daraus Hass entwickelt?!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 13:35 UhrEs genuegt sicher, dass er diese Waffen benutzt hat
Etwas anderes waere eine andere Tat gewesen, ueber die nicht zu urteilen war. Fraglich ist allein, ob der Vater diese Tat voraussehen konnte und entsprechend handeln musste, was mindestens zweifelhaft ist. Unsere Kinder sind keine Bomben.
Einzelfalldiskussion oder gesellschaftlicher Wandel?
Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt und die Waffenindustrie ist ein Milliardengeschäft. Über einen Zeitraum einiger Jahrzehnte kommen sicherlich mehrere Hunderttausend Menschen durch deutsche Waffen um, darunter Unschuldige, Frauen und Kinder. Wäre der Ansatz einer Veränderung nicht besser anders: Verzicht auf Wohlstand für alle durch die Abwendung von einem kompletten Industriezweig, der überall auf der Welt Menschen tötet, manchmal sogar im eigenen Land. Die Diskussion um privaten Waffenbesitz ändert nichts an der Tatsache dass Menschen bewußt töten. Die Abwendung einer ganzen Gesellschaft von Waffenproduktion, -handel und -besitz könnte einen guten Schritt darstellen eine andere Sichtweise von Gewalt und deren Ausübung bei den Menschen dieser Gesellschaft zu erzeugen und wäre ein wichtiger Baustein in der Prävention solcher Taten.
Jede Waffe ist gefährlich - die Dinger wurden zum töten
erfunden! Wenn ich meine, ich muss als Sportschütze oder zu meiner
"Verteidigung" eine Waffe zu Hause haben, dann bin ich
dafür verantwortlich, dass das Ding sicher verwahrt wird. Wenn ich
das nicht tue, ist das sträflicher - und strafbarer - Leichtsinn.
Es bleibt in diesem Fall strafrechtlich bei einer
Bewährunggsstrafe, der Vater muss nicht ins Gefängnis o.
ä. Das halte ich auch so für angemessen. Erhat
schließlich nicht selbst 15 Menschen erschossen. Aber er
trägt eine Mitschuld. Vielleicht denken nun einige darüber
nach, ob sie ihre Knarren auch vorschriftsgemäß verwahren!
Der Staat sollte dies auch viel häufiger kontrollieren und mit
Geldstrafen belegen, das ist besser als so ein Schuldspruch, der die
Leute nicht wieder lebendig macht.
was macht der Richter wenn ein junger Mensch mit dem Messer um sich
sticht. Oder klaut die Autoschlüssel und fährt ein paar tot,
Müssen da auch der Eltern Alarmglocken schrillen?
Der junge Mann war 17 Jahre alt als er tötete, also kein Kind mehr.
Messer ist nicht dassselbe
Der Amoklauf in Winnenden ging über Stunden... mit einem Messer bringen Sie keine 16 Personen um... Feuerwaffen sind etwas GANZ anderes...
Ich halte die Urteile gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden
für absolut unzulänglich. Führt man sich die Mitschuld
und die Umstände vor Augen, wird klar, dass gerade der vollkommen
fahrlässige, geradezu leichtfertige Umgang mit den Waffen den
Amoklauf erst ermöglicht hat.
Ich halte es für absolut falsch, hier dermaßen milde mit dem
Vater in's Gericht zu gehen. Als Waffenbesitzer hat man eine besondere
Sorgfalt walten zu lassen, da man mit der Berechtigung zum Waffenbesitz
auch eine wesentliche Verantwortung übernimmt. Hier fehlt beim
Verurteilten offensichtlich jegliches Verständnis und jeder Realitätssinn.
Waffen sind verschlossen aufzubewahren und zwar in der Form, dass
Unberechtigte - sei es nun ein Kind oder ein psychisch kranker
Angehöriger oder ein Dritter - keinen Zugriff auf diese Waffen
haben. Das ist Kernpflicht eines Waffenbesitzers. Wer dagegen
verstößt und damit für den Tod von 15 Menschen zu
verantworten hat, hat auch die Verantwortung vollumfänglich zu übernehmen
Herr Norman
Sie können sich nahezu jede Waffe besorgen, die Sie haben
möchten. Fälle wie der von Anders Breivik zeigen das ganz deutlich.
Dem Vater ist sicherlich vorzuwerfen, dass er die Waffe nicht unter
Verschluss hielt.
Die wichtigeren Fragen wurden m.E. gar nicht angesprochen. Wie konnte
sich der Teenager so entwickeln? Was hat sich zuvor in der Schule
abgespielt. Es kann doch wirklich niemand behaupten, dass ein
Jugendlicher, der in seinen Freundeskreis und seine Familie eingebettet
ist und sich dort geborgen fühlt, sich so entwickelt. Was also hat
den Täter bewogen? Was hat die Täter in anderen Fällen
bewogen? Was spielt sich tatsächlich in den Schulen ab und wo wird
konsequent weggesehen?
Will man aus diesen furchtbaren Taten irgendetwas für die Zukunft
lernen, wird man sich mit diesen Fragen beschäftigen müssen,
denn offensichtlich gibt es Fehlentwicklungen, die wir nicht wahrnehmen (wollen).
Den Vater zu verurteilen wird der Tat nicht gerecht und verhindert keine
neuen Taten.
„Sie sollten sehen, was Sie Ihrer Familie und den Angehörigen
der Opfer antun.“
Aha, deshalb soll er also dieses erneut fragwuerdige Urteil hinnehmen?
Das Urteil dient doch nur dazu, die Schuld abzuladen und den
Hinterbliebenen einen Suendenbock zu liefern.
Der Vater wusste nix von den psy. Problemen des Sohns- bei einem 17
jaehrigen kein wunder.
Selbst wenn Waffe und Munition im Safe gewesen waeren, ist unklar ob der
Junge nicht doch an sie heran gekommen waere- ich wusste jedanfalls
immer, wo zuhause was lag und wie die PIN meiner Eltern war.
User Paul Franklin hat recht- das Strafmass orintiert sich an der Tat
des Sohnes- waeren nicht Menschen erschossen worden, waere die
Fahrlaessigkeit des Vaters midle bestraft worden.
Ich sehe die Psychater die den Sohn behandlet haben eher in der
Verantwortung als den Vater. Da der Sohn Schuetze war, haette er so oder
so Zugang zu einer Waffe gefunden.
Die Aertzte haetten das eher verhindern koennen als der Vater...
Vater wusste sehr wohl etwas....
von den psychischen Problemen seines Sohnes... schließlich war er in Behandlung! Genau so wie die knarrengeile Mutter beim letzten Amoklauf in den USA...
'Er galt als besorgter Vater. Die Dimension der psychischen Erkrankung seines Sohnes...
hat er aber verkannt, ...‘
Genau hier liegt aus meiner Sicht der Kernpunkt. Viele Eltern wollen
nicht wahrhaben und verdrängen, wenn etwas nicht stimmt mit ihren
Kindern. Wenn plötzlich die Normen der Gesellschaft sich nicht mit
der Psyche und dem Verhalten des eigenen Kindes deckt, dann schaut man
weg, blendet die Realität aus und begibt sich in eine Scheinwelt,
um den Ansprüchen des sozialen Umfeldes zu entsprechen.
Es darf nicht sein, was nicht sein darf.
Der soziale Status und die Anerkennung durch die Gesellschaft sind
wichtiger als alles andere. Und weil man die Realität verweigert
und sein Kind schützen will, und damit seine Familie, gewährt
man ihm immer mehr Freiheiten. Die eigene Firma, die anerkannte Familie,
die lieben Kinder...
Schuldig nach Paragraphen, ja, weil das Nichtwegschliessen der Waffe
eine Unterlassung und somit eine Beihilfe zum Attentat war.
Schuldig nach moralischen Aspekten ... da sollte sich die Gesellschaft
selbst hinterfragen.
Das Urteil als solches dürfte in Ordnung gehen.
Den hätte der Vater besser auf seine Waffen aufgepasst, wäre
es nicht zu dem Amoklauf von Tim K. gekommen.
Von der menschlichen Seite her ist das ganze eine schreckliche
Tragödie, die alle Betroffenen für den Rest ihres Lebens
zeichnen dürfte. Für den Vater kam bzw. kommt es gleich
mehrfach dicke. Sein Sohn tötete mit seiner Waffe und nahm sich
dann das Leben. Als Vater steht er vor einer familiären
Katastrophe. Kommen dann neben der strafrechtlichen Verurteilung noch
Schadensersatzklagen hinzu, die u. a. die Stadt Winnenden anzustrengen
gedenkt. Den Vater dürften die Folgen seiner Fahrlässigkeit
noch viele Jahre begleiten.
Mich dauert es unendlich um die Opfer – aber man sieht doch, wie
das Recht an seine Grenze kommt. Der Angeklagte hat offenbar auch enge
Grenzen seiner psychischen Beweglichkeit – versteinert und
unbeweglich. Kann man ihm jetzt vorwerfen, dass er ein Klotz ist und
eben nicht
besonders beweglich?
Und natürlich ist der Vorwurf zutreffend. Aber auch wenn der Vater
alles korrekt gemacht hätte, wenn der Sohn es gewollt hätte,
hätte er Zugriff bekommen – so etwas ist in einem Haushalt
gar nicht zu verhindern. Genau so wenig wie ein Waffenschrank einem
gezielten Einbruch standhält.
Was einen verstört, ist die Art wie die Republik über diesen
Mann Gericht hält, der sicher vieles falsch gemacht hat, aber
niemals irgendjemand schaden wollte. Und wenn man dann sieht, wie andere
die aus reiner Mord- und Verletzungslust über Schwächere
herfallen, so ganz unter dem Radar bleiben
Winnenden wäre einzudämmen gewesen
Nicht vollkommen zu verhindern aber die Ausmaße von 15 Toten und
dutzenden Verletzten einzudämmen.
Der Täter betrat ja nicht wie fälschlicherweise gemeldet
9.30Uhr, sondern 12min. früher die Schule, der Notruf erfolgte
9.33Uhr, die Polizei traf wenig später ein. In diesen über
2omin!!!. richtete der Täter in mehreren Klassenräumen ein
Massaker an, da sie alle wehrlos waren!
Hätte nur ein Lehrer(meinetwegen abschließbar im
Lehrerzimmer) oder der Hausmeister eine Waffe zur Verfügung,er
hätte zumindestens Zeit gewinnen können. Viele Kinder
würden heute noch leben.
Ich wurde vor Jahren Opfer eines Einbruchs und konnte persönlich
nur dank meiner Waffe schlimmeres für meine Familie verhindern.
Verhinderte Verbrechen aufgrund eines Waffenbesitz bleibt in den
Statsitiken wie immer unberücksichtigt. Meine persönl.Waffe
nimmt mir kein Staat der Welt mehr aus der Hand.
Leider falsch
Offizielle Studien sagen genau das Gegenteil aus.
Einbrecher suchen sich meistens Ziele aus, bei denen sie am wenigsten
mit einer Gegenwehr zu rechnen haben.
Nicht umsonst ist zum Beispiel in Österreich der Selbstschutz ein
annerkannter Grund, eine Schußwaffe zu besitzen.
Und trotzdem passiert dort verhältnismäßig wenig damit.
Und wer Kriegsgebiete mit deutschen Schulen vergleicht, der ist nicht
nur ein wenig "neben der Spur".
Verschärfung des Waffenrechts gegen Einbrüche...
sehr interessant. Einbrecher sind in der Regel auch gesetzestreue Menschen.
Widerspruch
Wenn alle Haushalte eine Waffe haben, dann wird eben zum Zweck des Einbruchs (der ja versicherungstechnisch abgedeckt ist) zuerst der waffentragende Hausherr ermordet, oder gewartet, bis er außer Haus ist. Genauso würde mit dem waffentragenden Lehrer verfahren. Nicht zu schweigen von der Tatsache, dass eine Waffe ja gar nicht schützt, sondern nur Rache oder Präventivmord vereinfachen kann. Ich habe persönlich bereits ein Gewaltverbrechen verhindert, der Täter war mit einer Pistole bewaffnet. Ihr Beispiel zieht nicht. Wenn Sie verhindern wollen, dass bei Ihnen bewaffnet eingebrochen wird, dann bauen Sie eine bessere Tür, oder arbeiten an einer Verschärfung des Waffenrechts. Oder Sie arbeiten an der Verbesserung der psychologischen Betreuung, oder an der Gesellschaft etc. . In jedem Fall viel zu kurz gedacht ist eine Selbstbewaffnung. Sind bewaffnete Stützpunkte in Afghanistan sicherer als unsere Schulen?
"In der Literatur gebe es keinen Zweifel, dass für eine
Verurteilung wegen Fahrlässigkeit eine „abstrakte
Gefahr“ ausreiche."
Seit wann orientiert sich die Rechtsprechung ausschließlich an
Literaturmeinungen? Wenn ich mich recht entsinne, fordert aber auch die
Literatur eine "objektive Vorhersehbarkeit". Schließlich
handelt es sich hier um ein Delikt, welches durch Unterlassen begangen
wurde. Zusätzlich kommt hinzu, dass der Vater für das Handeln
eines Dritten verantwortlich gemacht werden soll. Zur Begründung
einer Strafbarkeit in einer solchen Fallkonstellation stellt auch die
Literatur hohe Anforderungen. Ich werde das Gefühl nicht los, das
auch hier einmal wieder ergebnisorientiert gearbeitet wurde.
Völlig daneben ist indes das "Anflehen" des Vorsitzenden,
doch bitte keine Revision einzulegen. Zuerst dachte ich, der Verteidiger
hat "überdreht", aber wenn ich diesen Satz lese, wird mir
aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit wirklich anders.
Anmaßender geht es kaum noch.
Ich hätte von einem Richter auf der Ebene der Kommunikation mehr Professionalität erwartet...
also weniger Schmu und mehr Sachbezogenheit. Möglicherweise ist das
aber auch in 99% der anderthalb Stunden Urteilsbegründung der Fall
gewesen und Herr Soldt erzählt halt
nuremotionalisierend/emotionalisiert im Boulevardstil, anstatt
grundsolide als Gerichtsreporter zu berichten?
So hätte er die Chance gehabt, den urteilsentscheidenden Begriff
der "abstrakten Gefahr" dem leser zu erläutern, was der
Autor jedoch bedauerlicherweise nicht tat. Die Folge sind halt
laienhafte Spekulationen seitens der Leser. Bedauerlich!
vermutlich ist der verteidiger wirklich schlecht gewesen:
Wer Denjenigen, der ein Massaker erst ermöglichte, damit
verteidigt, daß er ja auch unter dem verlust des EIGENEN Kindes
leide und das strafmindernd ins Felde führt, während er die
vielen Toten, Schwersttraumatisierten einfach aus der vermuteten
moralischen Last des Angeklagten ausblendet, also Anlaß zur
Vermutung gibt, diese Opfer würden den Angeklagten NICHT belasten,
ist einfach nur grottenschlecht.
Fakt ist, dass Tim die Tat nicht mit der Waffe seines Vaters hätte
begehen können, wenn diese verschlossen gewesen wäre. Offen
bleibt, ob er sich nicht eine andere Waffe besorgt hätte. Andere
Fälle zeigen, dass jemand, der solche Taten begehen will, sich
entsprechende Waffen organisieren kann. Ich hätte vermutet, dass
Gerichte sich da eher an den Realitäten orientieren.
Für den Vater wird lebenslang diese Frage im Raum bleiben: Was
wäre gewesen, wenn....? Schließlich hat er auch sein Kind
verloren und steht vor den Scherben seines Lebens. Was habe ich
übersehen? Wann und wo war ich nicht da? Wo habe ich die Augen
verschlossen? Warum wurde mein Kind so und was hat es dorthin getrieben?
Ich möchte nicht mit ihm tauschen.
Andererseits wirkt diese Gerichtsverhandlung auf mich so, als wolle man
partout einen Schuldigen haben. Die Kinder sind tot und sollten es nicht
sein. Da ist Tims Vater ein dankbarer Kandidat. Ein Urteil wurde
gefällt, die Akte geschlossen.
Wem nutzt das wirklich?
Die Verantwortung der Eltern: Kinder bedeuten hohes Risiko!
Die beiden ersten Beiträge haben mit unterschiedlicher Betonung
darauf hingewiesen. Schauen wir auf die " abstrakte Gefahr":
Diese abstrakte Gefahr ist jedem Kind inhärent. Extremismus rechts
oder links, Islamismus, Verzweiflung an der Welt, .... lauern
überall, in jeder Person, in jedem Kind. Es müssen nicht
Jagdwaffen sein, nein auch im Internet finden sich Anleitungen für
den Bau von Sprengkörpern, Bomben, die jeder nachbauen kann.
Welcher Prozentsatz der Eltern ist fähig diese Entwicklungen in
ihrem Kind zu erkennen? Wer, wenn der berufliche Alltag, den vollen
täglichen Einsatz fordert? Vorschlag: 30%? Oder weniger?
Mit anderen Worten: Kinder sind Hochrisikoobjekte. Wer wenig Risiko
eingehen will, nicht die entsprechende Psychologische Ausbildung hat
oder/und mehr als 10 Stunden arbeiten muß, sollte auf Nachwuchs
verzichten, denn schwarze Schwäne lauern überall.
Welches Risiko geht man ein? Sorry, da hilft keine Statistik. Schwarze
Schwäne entziehen sich der Statistik!
Waffen sind das Risiko - nicht Kinder!
Und Sie haben in einem Privathaushalt nichts verloren....!!!!!!!!!
Der Richter erzählt aus seinem Leben, attackiert die Verteidiger,
weil sie etwas sagen, was ihm nicht paßt, läßt so einen
dummen Spruch los wie "Jungen sind so", und dann noch der
Schmus mit dem Verlieben. Ich finde das unprofessionell. Kann man als
Richter nicht seine Arbeit machen, ohne sich selbst so in Szene zu setzen?
Genau
Dieser Richter ist und war befangen. Der Fall müßte erneut verhandelt werden und dieser Richter wegen Parteinahme seines Posten enthoben werden. Auf welchem abschüssigen Weg befindet sich dieser Staat denn schon wieder?
Ein Richter urteilt nach Gesetzen und richtet einen Menschen mit Worten
Die Äußerungen des Richters sind grenzwertig:
„Über Menschenrechtsverletzungen in Ruanda wird in Saal 6 verhandelt“
„Es wäre wohl nicht zum Amoklauf gekommen, wenn sie die Waffe
und die Munition ordnungsgemäß weggeschlossen hätten,
Punkt, aus“.
Dazu kommen persönliche Angriffe:
„Sie sollten sehen, was Sie Ihrer Familie und den Angehörigen
der Opfer antun.“
„Wir wären gerne mit Ihnen ins Gespräch gekommen. Sie
hätten nicht befürchten müssen, dass diese Kammer ihnen
den Respekt versagt, den sie verdient haben“ - dies könnte
man wie folgt übersetzen: „ich bin Ihr Freund, Ihre Not
bricht mir das Herz“. Diesen Satz des Richters kann man nur als
Zynismus betrachten, da Selbstdarstellung und Realität auseinanderklaffen.
@Sunderbrink
"muss für sein Verhalten einstehen" - unzutreffend,
hätte sein Sohn im Garten ein paar Glasflaschen zerstört,
gäbe es keine 1,5 Jahre als Haftstrafe.
„Es wäre wohl nicht zum Amoklauf gekommen, wenn sie die Waffe
und die Munition ordnungsgemäß weggeschlossen hätten,
Punkt, aus“ - dies ist vom Richter schlichtweg gelogen, da der
Sohn die Tat geplant hat und durch seine finanzielle Ausstattung die
Möglichkeit gehabt hätte, sich Waffen zu besorgen.
Die Aussagen des Richters und seine Argumentation demaskiert die Absicht
des Richters, sein Amt missbräuchlich auszuüben, leider ist es
so.
Beim Richter habe ich das Gefühl, es nicht mit einem Menschen zu
tun, sondern mit einem Racheengel, einer Person, die von negativen
Gefühlen getrieben wird.
Was ist denn daran
"grenzwertig"? Durch die Anklage wurden die Menschenrechte des Vaters nicht verletzt, von einem "Unrechtsurteil" kann ein Verteidiger, der das StGB wirklich kennt, nicht ausgehen. Wenn der Verteider seine Aussagen ernst gemeint hätte, müßte man ihm wegen mangelnder Qualifikation die Anwaltszulassung entziehen. Solch einen" Verteidiger" hat kein Mensch verdient. Der Angeklagte hat sich objektiv falsch verhalten und muß für sein Verhalten einstehen. Wenn jeder meint, er könne bindende und strafbewehrte Vorschriften mißachten, hätten wir bald die pure Anarchie. Mitleid ist hier absolut unangemessen!Hoffentlich bleibt der Justiz nun wenigstens das theoretische mögliche Revisionsverfahren erspart.
das war auch schon vor diesem Urteil unter bestimmten Voraussetzungen strafbar, u.a. als Begehung des Hauptdelikts durch Unterlassen oder als Beihilfe durch Unterlassen oder mittelbare Täterschaft durch Unterlassen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 08:05 UhrSie haben
absolut richtig geantwortet, es scheint nur, daß in diesem Forum das Mitleid mit dem Straftäter überwiegt, so daß Ihre Ausführungen wohl keinen Zuspruch erhalten werden, was ich bedauere.