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Veröffentlicht: 03.01.2012, 09:06 Uhr

Urlaubsplanung 2012 Über diese Brücken kannst du gehen

Das Jahr 2012 zeigt sich für Arbeitnehmer von seiner besten Seite. Für die Urlaubsplanung bieten sich eine Menge Brückentage an.

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© dpa Aus 25 Urlaubstagen können schnell 60 werden, wenn die Brückentage ausgenutzt werden.

Zu Beginn des Jahres sind viele Menschen nicht nur mit guten Vorsätzen beschäftigt - viele Arbeitnehmer planen auch schon den Jahresurlaub. Wer also in den ersten Tagen des neuen Jahres noch mit der Neujahrsmüdigkeit kämpft, der sollte spätestens beim Anblick von Urlaubslisten wach werden.

Lucia Schmidt Folgen:

Denn das Jahr 2012 wird ein Festjahr für geschickte Urlaubsplaner. Also schnell mit dem Edding an den Kalender in der Abteilung - und aus 25 Urlaubstagen rund 60 machen. So heißt die Devise zum 1. Mai: Reiche einen Urlaubstag ein und bekomme vier dafür! Der Tag der Arbeit fällt in diesem Jahr nämlich auf einen Dienstag. Mit einem Urlaubstag ist daraus schnell eine Brücke ins lange Wochenende gebaut. Der Mai, ohnehin bekannt für seine Flut an Feiertagen, macht 2012 seinem Ruf als Wonnemonat alle Ehre. Wer hier durchdacht seine Urlaubstage anmeldet, kann für zehn Tage vom Urlaubskonto 21 freie Tage genießen. Auch der goldene Oktober kann 2012 mithalten. Da der Tag der Deutschen Einheit auf einen Mittwoch fällt, ist mit vier eingereichten Tagen eine ganze Woche Urlaub sicher.

Insgesamt fallen acht der neun bundeseinheitlichen Feiertage in diesem Jahr auf einen Wochentag. Im vergangenen Jahr waren es nur sechs. Die Krönung des arbeitnehmerfreundlichen Jahres 2012 werden wir dann an Weihnachten erleben. Da sowohl Heiligabend wie auch Silvester (als halbe Arbeitstage gerechnet) auf einen Montag fallen, kann man mit nur drei Urlaubstagen und dem Neujahrstag 2013 ganze elf freie Tage herausschlagen. Bei diesen Aussichten kommt kurz nach dem Fest schon wieder Festtagsstimmung auf.

Feiertagen unter der Woche haben keinen Einfluss mehr auf die Wirtschaftleistung

Aber fügt das, was uns selbst Entspannung verschafft, unserer Wirtschaft am Ende vielleicht sogar einen Schaden zu? „Nein“, beruhigt Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. „Die Produktionen und das Geschäft werden sich höchstens im Jahresverlauf ein wenig verschieben, aber es wird zu keinen Ausfällen kommen.“ Die Arbeit werde ja nicht weniger. Und Veränderungen sind nach seinen Erwartungen höchstens im kleinsten Nachkommabereich spürbar. Durch flexible Arbeitszeiten, Arbeitszeitkonten und den Wandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft habe ein Jahr mit vielen Feiertagen unter der Woche heutzutage keinen Einfluss mehr auf die Wirtschaftleistung, sagt Konjunkturexperte Grömling. Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung stimmt ihm zu. „Die Fünftagewoche in Deutschland existiert ohnehin nicht mehr. Jeder achte Arbeitnehmer arbeitet regelmäßig an Sonn- und Feiertagen.“ Der Berliner Arbeitsmarktexperte sieht sogar noch einen weiteren Vorteil für den Arbeitnehmer im Jahr 2012: „Überstunden oder vermehrtes Arbeiten an Feiertagen können sich positiv auf den Lohn auswirken.“

Wenn der Arbeitnehmer lacht, kommt der Arbeitgeber ins Grübeln. Er muss dieses Jahr genau hingucken, wer wann welches Kreuz im Kalender gemacht hat. Denn einmal genehmigte Brückentage sind dem erholungsbedürftigen Mitarbeiter nicht mehr wegzunehmen. „Der Arbeitgeber sollte vor allem auf eine faire Verteilung der Brückentage unter den Mitarbeiter achten“, sagt Ingrid Gier von der IG Metall. In Extremfällen, die immer mal wieder vorkämen, könnte auch der Betriebsrat bei der Verteilung von Urlaubs- und Brückentagen eingeschaltet werden. Außerdem sei die Vergabe von Brückentagen von der Branche abhängig: „Es gibt Bereiche, wie beispielsweise den Einzelhandel, in denen gerade an Brückentagen vermehrt Verkäufer gebraucht werden.“

In katholisch geprägten Bundesländern sind die positiven Aussichten für 2012 sogar noch besser. Denn auch Allerheiligen am 1. November, Mariä Himmelfahrt am 15. August und das Fest der Heiligen Drei Könige, gleich in dieser Woche, am Freitag, fallen allesamt auf einen Wochentag.

Wer sich also beim Aufstehen am Montag mit Katerstimmung darüber geärgert hat, dass Neujahr auf einem Sonntag lag - der weiß jetzt, dass das neue Jahr mehr zu bieten hat. Was die Feiertage an Sonntagen angeht, können die Deutschen allerdings noch etwas von den Chinesen lernen. Dort bekommen die Arbeitnehmer für Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, also keinen Mehrwert in Sachen Freizeit bieten, einfach einen anderen Tag in der Woche frei. Und sage keiner, die Chinesen seien trotz dieser tollen Regelung nicht produktiv!

Work-Life-Balance

Ostern: Wer seinen Urlaub rund um Ostern plant, kann durch den Einsatz von acht Urlaubstagen zwischen dem 31. März und dem 15. April sage und schreibe 16 freie Tage genießen. 1. Mai: Der Tag der Arbeit muss seinem Namen nicht alle Ehre machen. Wer vom 28. April bis zum 6. Mai vier Tage Urlaub einreicht, kann neun Tage genießen. Weihnachten: Die schönste Bescherung bietet dem Angestellten der Kalender: Vom 22. bis zum 31. Dezember drei Urlaubstage nehmen - und elf Tage frei haben.

Quelle: F.A.Z.

 

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