http://www.faz.net/-gum-95660

Unwort des Jahres : „Fake News“ oder „atmender Deckel“ könnte auf „Volksverräter“ folgen

  • Aktualisiert am

Was waren die unangemessensten Begriffe 2017? Bild: dpa

Oder haben die „alternative Fakten“ die Debatte 2017 besonders unschön geprägt? „Bio-Deutsche“? Noch kann jeder Unwort-Vorschläge einreichen.

          Begriffe wie „Fake News“ und „atmender Deckel“ haben Chancen, „Unwort des Jahres 2017“ zu werden. Das teilte eine Sprecherin der sprachkritischen Jury in Darmstadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

          Der Begriff „Fake News“ bezieht sich auf vorgetäuschte oder falsche Nachrichten und wurde unter anderem von Amerikas Präsident Donald Trump häufiger verwendet. „Atmender Deckel“ stammt aus der Diskussion über die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Das „Unwort des Jahres“ soll am 16. Januar 2018 in Darmstadt bekanntgegeben werden. Für 2016 war der Begriff „Volksverräter“ gewählt worden.

          Das „Wort des Jahres 2017“ steht schon fest. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden entschied sich am 8. Dezember für „Jamaika-Aus“ - der Begriff steht für das Ende der Gespräche über eine Regierungsbildung zwischen CDU, CSU, Grünen und FDP.

          Viele Begriffe nominiert

          Für das „Unwort des Jahres“ sind bis kurz vor Weihnachten rund 780 Vorschläge eingegangen, davon fast 500 unterschiedliche Ausdrücke. Zu den häufig genannten Begriffen zählen nicht nur „Fake News“ (12 Mal) und „atmender Deckel“ (11 Mal), sondern auch „alternative Fakten“ (56 Mal) sowie „Bio-Deutsche“ (10 Mal) und „Softwareupdate“ (9 Mal). Für die Jury ist aber nicht entscheidend, wie häufig ein Begriff vorgeschlagen wurde.

          Die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die vor kurzem wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, schlug den Begriff „Babycaust“ als „Unwort des Jahres“ vor. Sie werde auf einer Internetseite desselben Namens „diffamiert, verleumdet und angeprangert“, teilte sie über ihr Unterstützungskomitee mit. Der Begriff „Babycaust“ sei wegen seiner Ähnlichkeit zum Begriff „Holocaust“, der für den Massenmord der Nazis an den Juden steht, „verschleiernd und irreführend“.

          Vorschläge für das „Unwort“ können noch bis zum 31. Dezember 2017 an die Mail-Adresse vorschlaege@unwortdesjahres.net geschickt werden. Gesucht werden Begriffe, die gegen das Prinzip der Menschenwürde“ und „Prinzipien der Demokratie“ verstoßen, weil sie „einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren“ oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sind.

          ie Aktion „Unwort des Jahres“ wurde 1991 ins Leben gerufen.

          Weitere Themen

          Alle andern machen nur Fake-News Video-Seite öffnen

          Sinclair Medien : Alle andern machen nur Fake-News

          Die zur amerikanischen Mediengruppe Sinclair gehörenden Fernsehstationen mussten im April eine gleichlautende Erklärung verlesen. Darin wird behauptet, alle anderen Sender machten nur Fake-News. Die Aktion rief heftige Kritik hervor.

          Stormy Daniels sucht einen Mann

          Trumps Affärenproblem : Stormy Daniels sucht einen Mann

          Auf einem von der Porno-Darstellerin veröffentlichten Phantombild soll der Mann zu sehen sein, der sie aufgefordert habe, die Trump-Affäre zu vergessen. Ein Playmate bezeichnet den Präsidenten derweil als „guten Liebhaber“.

          Zehn Jahre für Angeklagten in Freiburg Video-Seite öffnen

          Missbrauchs-Prozess : Zehn Jahre für Angeklagten in Freiburg

          Außerdem hat das Gericht Sicherungsverwahrung für den verurteilten 41-Jährigen angeordnet. Der Prozess gegen die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährten ist für einen späteren Zeitpunkt angesetzt.

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und der amerikanische Vizepräsident Mike Pence

          Scholz in Washington : Auf Kompromiss-Kurs

          Der deutsche Finanzminister setzt sich im Weißen Haus für einen Handelskompromiss ein. Seine Partner erinnert er auch an eine europäische Besonderheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.