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Unwort des Jahres „Döner-Morde“ verharmlost Verbrechen

 ·  „Döner-Morde“ ist das Unwort des Jahres 2011. Das Schlagwort habe jahrelang die Mordserie der Zwickauer Rechtsterroristen verharmlost, begründete die Jury aus Sprachwissenschaftlern ihre Entscheidung.

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Das Unwort des Jahres 2011 heißt „Döner-Morde“. Das teilte die unabhängige Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich am Dienstag in Darmstadt mit. Das Schlagwort verharmlose die Mordserie an acht türkischstämmigen und einem griechischen Kleinunternehmer. 

„Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechtsterroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden“, heißt es in der Begründung. Die Jury wählte „Döner-Morde“ aus 923 Vorschlägen von Bürgern aus.

„Gutmensch“ und „marktkonforme Demokratie“

Aus den Einsendungen hob die Jury außerdem die Begriffe „Gutmensch“ und „marktkonforme Demokratie“ hervor. Mit dem Ausdruck „Gutmensch“ werde vor allem in Internet-Foren das ethische Ideal eines „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Argumente zu diffamieren.

Die Wortverbindung „marktkonforme Demokratie“ stehe für eine bedenkliche Entwicklung der politischen Kultur und dabei für eine „höchst unzulässige Relativierung“ der Demokratie als absolute Norm. Sie geht auf eine Aussage von Angela Merkel zurück, wonach Wege zu finden seien, „wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.“

Das Unwort wird seit 1993 von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Im vergangenen Jahr hatte sie sich für „alternativlos“ entschieden. Das Wort hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst in Zusammenhang mit der Griechenlandhilfe gebraucht. 2009 hieß das Unwort des Jahres „betriebsratsverseucht“, 2008 „notleidende Banken“.

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