http://www.faz.net/-gum-8hwpn

Unwetter über Deutschland : Lieberberg kritisiert Krisenmanagement der Behörden

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach den heftigen Unwetter der vergangenen Tage geben die Meteorologen noch keine Entwarnung. Indes kritisiert Marek Lieberberg von „Rock am Ring“ das Verhalten der Behörden nach dem Abbruch des Festivals.

          Nach den heftigen Unwettern der vergangenen Tage gibt es eine kurze Entspannung der Lage. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Montag alle Warnungen vor schweren Gewitter zunächst auf. Doch bereits am Abend könnten wieder besonders in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, in Teilen Hessens, Teilen des Saarlands sowie in Bayern und Baden-Württemberg heftige Gewitter mit Starkregen und größerem Hagel aufziehen, wie ein DWD-Sprecher sagte. „Vor allem in der Südhälfte Nordrhein-Westfalens wird es Gewitter geben“, sagte er. In Bonn tagte deshalb abermals der Krisenstab, um weitere Vorsichtsmaßnahmen für den Tag zu beschließen.

          In Baden-Württemberg kann es besonders über dem südlichen Bergland und in südwestlichen Landesteilen gewittern. Vereinzelt sei auch Hagel mit Korngrößen von etwa zwei Zentimetern möglich. In Aichwald in der Nähe von Stuttgart war am Sonntag ein Zwölfjähriger bei einer Veranstaltung auf einem Sportplatz vom Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt worden.

          Auch in Bayern geben die Meteorologen noch keine Entwarnung, vor allem für das Alpenvorland und das westliche Franken. In Niederbayern gingen derweil die Aufräumarbeiten intensiv weiter. Am Montag sollten 100 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung in Simbach am Inn und im nahe gelegenen Triftern anrücken. Die Soldaten bringen auch zwei Schwenklader und einen Minibagger mit, um Straßen von Schlamm zu befreien. Die Flutwelle in Niederbayern hatte sieben Tote gefordert und geschätzt mehr als eine Milliarde Euro Schaden verursacht.

          Festival im Schlamm: „Rock am Ring“-Besucher in Gummistiefeln
          Festival im Schlamm: „Rock am Ring“-Besucher in Gummistiefeln : Bild: dpa

          Beim Festival „Rock am Ring“ in der Eifel waren am Freitagabend bei einem Blitzeinschlag 71 Menschen verletzt worden. Der „Rock am Ring“-Macher Marek Lieberberg kritisierte nun nach dem wetterbedingten Abbruch des Festivals mit rund 90.000 Besuchern das Verhalten der Behörden. Die Entscheidung der Verbandsgemeinde Mendig, die sich stark an der Empfehlung der Polizei orientiert habe, sei „falsch“, sagte der Konzertveranstalter der „Rheinischen Post“ vom Montag. Es sei nicht gerade eine „Sternstunde der verantwortlichen Behörden“ gewesen. Er hätte es besser gefunden, die Besucher am Sonntag bei konkreter Gefahr zu warnen und das Programm anschließend fortzusetzen. „Die Behördenvertreter haben sich aber nicht darauf eingelassen und stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen.“

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Bei Anruf Diagnose

          Fernbehandlungen : Bei Anruf Diagnose

          In Baden-Württemberg dürfen Ärzte vom 1. Januar an Patienten auf Kosten der Krankenversicherung online oder telefonisch behandeln. Auch dann, wenn sie sie nie zuvor gesehen haben. Ein Tabubruch für deutsche Ärzte. Und die Zukunft?

          Regionalzug rammt Schulbus Video-Seite öffnen

          Tragischer Unfall : Regionalzug rammt Schulbus

          Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Regionalzug in Südfrankreich sind mehrere Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen. Präsident Emmanuel Macron erklärte, die Behörden stünden an der Seite der Angehörigen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Neue Regierung : Österreichs Wirtschaft frohlockt

          Die neue Regierung aus ÖVP und FPÖ könnte den Standort Österreich in die Top-Liga zurückführen, glauben österreichische Geschäftsleute. Die Volkswirte sehen das allerdings deutlich skeptischer.

          Zweite Chance für die GroKo : Zwischen gestern und morgen

          Diese Woche traf sich der CDU-Bundesvorstand zur Besprechung der Wahlanalysen und zur Klärung der Frage, wie man der SPD begegnen solle. Es wurde deutlich: Für eine große Koalition gibt es noch allerhand Unwägbarkeiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.