30.04.2001 · Vor 14 Milliarden Jahren entstand unser Universum mit einem Knall. Die Schallwellen, die das junge Universum durchzogen, kräuseln sich noch heute.
Der Urknall war laut. Und Töne aus der Frühzeit des jungen Universums kräuseln bis heute die Hintergrundstrahlung.
Nach der Urknall-Theorie ist das Universum vor 14 Milliarden Jahren bei einer gewaltigen Explosion entstanden. Die sogenannte Inflation, eine immense Ausdehnung in kürzester Zeit, brachte das Universum in die Form, die es heute hat. Diese Form strebt aber seither nahezu mit Lichtgeschwindigkeit auseinander.
Nachhall des Urknalls
Der Nachhall des Urknalls ist die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung (CMB), die 1965 erstmals nachgewiesen wurde. Diese Strahlung können Teleskope heute auffangen und beobachten. Sie stammt aus der „Bugwelle“ des auseinanderstrebenden Universums - einer Ansammlung von sehr heißen, geladenen Partikeln, die von der Erde wegschießen.
Während der Inflation hinterließen schon existente Strukturen des Universums ihre Spuren. Diese sind als Signale in der Hintergrundstrahlung zu erkennen. Diesen „Tönen“ könnten Astronomen entnehmen, wie das Universum zu der Form kam, die es heute hat. nach Ansicht der Wissenschaftler stammen diese Spuren aus einer Zeit, als das Universum erst 400.000 Jahre alt war.
Passend zur Theorie
Die beobachteten Kräuselungen in der Hintergrundstrahlung stimmen mit theoretischen Vorhersagen überein. Einen großen Ausschlag, gefolgt von zwei kleineren, zeigten zum Beispiel die Messungen des Dasi-Teleskops und verschiedener Ballonmessungen in der Antarktis.
Diese Strukturen erklärt Barth Netterfield von der University of Toronto in Analogie zu Musik so: Der große Ausschlag zeige die Tonhöhe an. Die kleinen Ausschläge bestimmten die Obertöne. Schwingungen, die bei einem Instrument den Charakter des Tons ausmachen. „Wir können jetzt außer dem Ton auch sagen, was für ein Instrument spielt - wir beginnen die Musik der Entstehung der Welt zu hören“, sagt Netterfield.
Musik der Entstehung der Welt
„Zumindest die Inflationstheorie haben die Astrophysiker mit dieser Entdeckung nahezu unbestreitbar gemacht“, sagt Michael Turner von der University of Chicago. „Die Messungen weisen sehr stark darauf hin, dass wir das richtige Modell benutzen, um das Universum zu beschreiben“, meint auch Paul Richards von der Berkeley Universität und sein Kollege Adrian Lee betont, wie gut die Ergebnisse verschiedener Messmethoden und Gruppen zusammen passen. Fehlt noch der tiefere Blick in die Strukturen des frühen Universums.