Home
http://www.faz.net/-gum-zzku
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unglücksmaschine von Spanair Am Anfang war die DC-9

21.08.2008 ·  Das verunglückte Flugzeug von Spanair war vom Typ MD-82. Die Maschine gehört zu einer erfolgreichen amerikanischen Flugzeugfamilie und war ein Bestseller. Doch nachdem die Flugzeugwerke McDonnell Douglas aufgekauft wurde, verschwanden sie vom Markt.

Von Dieter Vogt
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die MD-82 von McDonnell Douglas gehört zur erfolgreichen großen Familie der Kurz- und Mittelstreckenjets, die etwa vierzig Jahre lang von Long Beach im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien in alle Welt geflogen sind. Am Anfang war die Douglas DC-9. Das Flugzeug mit dem hoch aufragenden T-Leitwerk und den zwei Hecktriebwerken à la Caravelle startete 1965 zum Jungfernflug und wurde die bedeutendste Konkurrentin sowohl der Boeing 727 als auch der späteren Boeing 737 - aus deren Schatten sie nie herauskam.

Der in den siebziger Jahren weiterentwickelte Jet hieß zunächst DC-9-80, bis sich der Flugzeughersteller, der nun als McDonnell Douglas firmierte, zu einem neuen Namen entschloss: MD-80. Die erste MD-80 ging im September 1980 an die Swissair. Die mit moderneren Triebwerken von Pratt & Whitney ausgerüstete Maschine ist größer als ihre Vorgängerin und bietet Platz für höchstens 172 Passagiere.

Produkte von McDonnell Douglas verschwanden nach und nach vom Markt

Die Reisegeschwindigkeit liegt wie üblich bei 800 bis 850 Kilometer in der Stunde. Das Schwesterflugzeug MD-82, äußerlich kaum zu unterscheiden, hat eine größere Abflugmasse und Reichweite. Es gab noch weitere Versionen der Flugzeugfamilie, doch war die MD-82 - der am Dienstag in Madrid verunglückte Typ - der Bestseller: 569 dieser Jets wurden gebaut, 30 davon in China in Lizenz.

In den neunziger Jahren verdarb ein neuer Name den Kaliforniern das Kurzstreckengeschäft: Airbus A320. Nachdem die traditionsreichen Flugzeugwerke McDonnell Douglas 1997 vom größten Widersacher Boeing geschluckt worden waren, verschwanden ihre Produkte nach und nach vom Markt.

Im Jahr 2000 schloss Boeing die Douglas-Montagestraße in Long Beach. Etwa 2200 der Jets sind gebaut worden, und viele hundert davon haben noch lange nicht die Altersgrenze erreicht. Der letzte Spross der DC-9-Familie, die kleine MD-95, fliegt heute unter dem Namen Boeing 717. Gebaut wird auch sie nicht mehr. Die über Jahrzehnte geführte Unfallstatistik verzeichnet 126 Flugzeuge der Baureihen DC-9/MD-80 mit Totalschaden und Todesfolgen; dazu zählen auch Entführungen und Anschläge. Zum Vergleich: Die Boeing 737 hat 136 Einträge in der Unfallstatistik.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel