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Zugunglück von Hordorf Lokführer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt

 ·  Zehn Menschen kamen Anfang des Jahres bei dem Zugunglück nahe Hordorf in Sachsen-Anhalt ums Leben. Der Lokführer hatte zwei Haltesignale überfahren. Jetzt ist er zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

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Knapp zwei Jahre nach dem schweren Zugunglück von Hordorf mit zehn Toten ist der Lokführer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg befand den 41 Jahre alten Mann am Mittwoch der fahrlässigen Tötung in 10 Fällen, der fahrlässigen Körperverletzung in 22 Fällen sowie der fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs für schuldig.

Die Richter ließen keinen Zweifel daran, dass das Unglück am 29. Januar 2011 auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. „Dieser Zusammenstoß hätte von dem Angeklagten bei ständiger Beobachtung der Strecke verhindert werden können“, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia Methling in ihrer Urteilsbegründung.

Der Lokführer hatte mit seinem Güterzug auf eingleisiger Strecke zwei Haltesignale überfahren und damit den Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Personenzug ausgelöst. Nebel hatte die Sicht laut Zeugenaussagen damals stark behindert.

Das Gericht schloss in der Urteilsbegründung aus, dass der Mann sich in der zweiten der beiden Loks des Güterzugs aufgehalten hatte, wie nach dem Unfall vermutet worden war. Auch gebe es keine Hinweise, dass der Lokführer durch Telefonate mit einem Handy abgelenkt gewesen sei. Der Mann sei zudem ausreichend ausgebildet gewesen und habe auch nicht unter Drogeneinfluss gestanden.

Der Verteidiger des Angeklagten, Dietmar Weitzel, hatte in seinem Plädoyer neben menschlichem Versagen auch einen „desaströsen Zustand der Gleisanlagen“ für das Unglück verantwortlich gemacht. Die Deutsche Bahn habe es versäumt, die Strecke mit einem automatischen Bremssystem auszustatten, das es auf den allermeisten deutschen Bahnstrecken gibt. Inzwischen gibt es das auch in Hordorf.

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die beide eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung gefordert hatten. Der 41 Jahre alte Angeklagte hatte vor Gericht nicht auf Fragen geantwortet. Zum Prozessauftakt hatte er nur in einer schriftlichen Erklärung mitgeteilt, er wisse nicht, warum er die Signale damals nicht wahrnahm. Bei den Familien der Opfer und den Verletzten entschuldigte er sich.

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