http://www.faz.net/-gum-9bvzd

Rettung nach neun Tagen : Das Wunder von Nang Non

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte in der Tham Luang Höhle in Thailand Bild: EPA

Nach tagelanger Suche haben Rettungskräfte die vermissten Teenager in einer überfluteten Höhle in Thailand gefunden. Doch noch haben sie viel Arbeit vor sich.

          Erleichterung in Thailand: Nach mehr als einer Woche verzweifelter Suche scheint die Berggöttin Nang Non die Gebete der Angehörigen und Freunde erhört zu haben.

          Die in einer Höhle im Norden des Landes eingeschlossenen zwölf Teenager und ihr Fußballtrainer sind am Leben. „Unsere Spezialkräfte haben die Menschen wohlbehalten gefunden“, berichtet Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn. „Der Einsatz ist aber noch nicht abgeschlossen. Wir planen, das Wasser aus der Höhle herauszupumpen und sie zu holen.“

          Wenige Stunden zuvor: In der Mae-Sai-Prasitsart-Schule ist kein normaler Schultag für die Kinder. Denn von sechs ihrer Schulkameraden fehlt seit Tagen jede Spur. An diesem Morgen beten alle Kinder für ihre Mitschüler. Im Schneidersitz hocken die etwa 3000 Jungen und Mädchen im Schulhof. Die Hände haben sie zur buddhistischen Gebetshaltung gefaltet. „Beten wir alle zusammen. Sprecht mir nach.“ Sozialkundelehrer Takkapong Thammarangsri spricht in ein Mikrofon.

          „Bitte beschützt sie“

          Ihr gutes Karma aus diesen und den vergangenen Leben solle den Schulkameraden helfen. Buddhisten glauben an Wiedergeburt und daran, dass Handlungen in früheren Leben Auswirkungen auf dieses Leben haben. „Mögen die Göttin Nang Non, alle ehrwürdigen Wesen, Engel und heiligen Wesen, die wir nicht sehen können, die 13 Leben gehen lassen“, bitten die Schüler die in der Region verehrte Berggottheit um Hilfe. „Diese Menschen sind meine Freunde, bitte beschützt sie.“

          Es war eine lange Zeit des quälenden Wartens. Die Fußballmannschaft wurde seit dem 23. Juni in einer überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai vermisst. Die zwölf Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Trainer waren an jenem Tag nach dem Training in die Höhle eingestiegen. Seitdem haben Hunderte Helfer, Taucher, Soldaten und Höhlenexperten nach der Gruppe gesucht.

          Wasser wird aus der zehn Kilometer langen, verzweigten Höhle gepumpt, und die Helfer suchen nach anderen Zugängen, um die Fußballer doch noch irgendwie zu finden. Lange gibt es kein Lebenszeichen. Die Verantwortlichen geben dennoch optimistische Parolen aus.

          Lehrer der vermissten Schüler wahren den Optimismus

          Er sei anfangs schockiert, traurig und nervös gewesen, sagt Thanwa Chuaychukit. Sein Freund, der 16-jährige Peerapat, zählt zu den Vermissten. Jetzt werde es langsam besser. „Wir kennen uns seit der 7. Klasse und machen oft was miteinander.“ Die ganze Klasse mache sich Sorgen, aber man müsse auch an die nächsten Prüfungen denken.

          Anderen fällt es schwerer, nicht ständig an die Freunde zu denken. Er kenne den ebenfalls vermissten Prajak seit einem Jahr, sagt der 14-jährige Komin Armaw. Normalerweise sitzt er im Unterricht daneben. „Er lernt fleißig und ist gut in Mathe. Ich frage ihn oft etwas“, sagt er, bevor ihn seine Gefühle übermannen. „Letzten Samstag war sein Geburtstag.“ Er verstummt und zeigt ein Handyfoto von ihrem letzten gemeinsamen Ausflug.

          Die 200 Lehrer versuchen, den Optimismus am Leben zu halten, und auch der Schulleiter ermuntert die Kinder, nach vorne zu blicken: „Ihr könnt für sie beten, aber besucht auch den Unterricht wie normal“, sagt er. „Vielleicht gibt es heute Abend gute Nachrichten.“ Er soll Recht behalten.

          Topmeldungen

          4:2 gegen Kroatien : Blau, Weiß, Gold

          Le jour de gloire est arrivé! Deutschlands Nachfolger kommt aus dem Nachbarland: Frankreich ist zum zweiten Mal nach 1998 Fußball-Weltmeister. Im torreichsten Finale seit 1958 sind die Kroaten der etwas unglückliche Verlierer.

          Reaktionen auf #FRACRO : Liberté, Égalité, Mbappé

          Die Équipe Tricolore holt sich den zweiten WM-Titel, und das Spiel wirft Fragen auf: Warum der Schiedsrichter „ungerechtfertić“ ist, Flitzer nicht mehr nackt flitzen und Macron Ähnlichkeit mit Elvis hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.