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Vater tötet Frau und Kinder : Entsetzen nach Familiendrama in Rheinland-Pfalz

In einem Wohnhaus in Kruft wurden am Freitagmorgen drei Tote aufgefunden. Bild: dapd

Ein Familienvater soll in Kruft im Landkreis Mayen-Koblenz seine Frau und die beiden sieben und neun Jahre alten Söhne getötet haben. Der Tatverdächtige stellte sich bereits der Polizei.

          Rudolf Schneichel kann die Nachricht immer noch nicht fassen. „Das waren lebendige Jungs, so wie es sich gehört. Es gab vorher keine Anzeichen für die Tat.“ Der Ortsbürgermeister der Gemeinde Kruft erfuhr am Freitagmorgen von dem gewaltsamen Tod der beiden sieben und neun Jahre alten Kinder sowie ihrer 43 Jahre alten Mutter. Polizisten hatten die Leichen in dem Einfamilienhaus in der rheinland-pfälzischen Gemeine nördlich von Koblenz gefunden. Dringend tatverdächtig ist der 47 Jahre alte Vater und Ehemann. Am frühen Morgen, gegen 4.40 Uhr, hatte sich der Mann zusammen mit Verwandten auf einer Polizeiwache in Saarbrücken gestellt. Dort gestand er den Beamten, am Donnerstag seine Familie getötet zu haben. Nach der Tat sei er mit dem Auto zu Verwandten ins Saarland gefahren. Aus welchem Motiv und auf welche Weise er Söhne und Ehefrau umgebracht hat, ist noch nicht bekannt. Am Freitag wurde der mutmaßliche Täter nach Koblenz gebracht und dem Haftrichter vorgeführt. Die Opfer sollen an diesem Samstag obduziert werden.

          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Seit zwölf Jahren, so berichtet Bürgermeister Schneichel, lebte die Familie in der aus mehreren Orten bestehenden Gemeinde am Laacher See. In einem kleinen, weiß verputzten Haus mit einem Garten, in dem die Kinder oft spielten. „Sie lebten hier völlig unauffällig und waren gut im Ort integriert. Und der Mann war stolz auf seine Söhne.“ Noch vor wenigen Tagen erlebte Schneichel das Ehepaar und die Kinder beim Kartoffelfest der Gemeinde fröhlich beisammen. „Man liest und hört über solche Taten, die woanders geschehen. Und man sich kaum vorstellen, dass so etwas bei uns passiert.“

          Den Familienvater mit Schwerbehindertenausweis hat Schneichel im Frühjahr als 400-Euro-Jobber für die Pflege der städtischen Grünanlagen eingestellt. „Dort hat er vorbildlich gearbeitet. Und seine Jungs haben ihn oft besucht.“ Die getötete Ehefrau habe bei einer Firma in Koblenz gearbeitet: „In Nachtschicht. Damit sie tagsüber bei den Kindern sein konnte.“ Auch in der Grundschule, in der die Jungen in die zweite und vierte Klasse gingen, herrscht Entsetzen. „Die Lehrer stehen unter Schock.“ Der Unterricht fiel aus, Notfallseelsorger und der Pfarrer der Gemeinde kümmerten sich um die Mitschüler. Mit ihren Müttern legten Klassenkameraden auch zwei rote Rosen vor die Tür des abgesperrten Hauses.

          Quelle: F.A.Z.

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