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Unfall auf der Autobahn 5 Tödliches Geschoss im Morgengrauen

Schon wieder ein Falschfahrer: Sechs Todesopfer auf der Autobahn 5. In Baden-Württemberg ist es der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb kurzer Zeit.

© dapd, Reuters Vergrößern Geisterfahrer-Unfall: Sechs Tote auf der A5

Die weiße Frontschürze liegt am linken Fahrbahnrand, in der Nähe des Mittelstreifens ist ein zerstörter Motorblock zu sehen, am rechten Fahrbahnrand steht ein völlig zerstörter weißer BMW. Etwa um 5.40 Uhr, in den frühen Morgenstunden, muss der 20 Jahre alte Fahrer in der Nähe von Lahr in Baden-Württemberg auf die Autobahn 5 in Richtung Offenburg gefahren sein. Die Autobahn verläuft in der Rheinebene. Es ist noch dunkel, es herrscht dichter Nebel. Die Polizei erhält eine Warnung, dass auf der Autobahn zwischen Lahr und Offenburg ein Geisterfahrer unterwegs sei.

Rüdiger Soldt Folgen:  

Der BMW muss die falsche Autobahnauffahrt genommen und alle Warnschilder ignoriert haben. Ein Streifenwagen der Polizei, alarmiert von einem Anrufer, fährt los. Doch bevor die Polizisten die Autobahn auch nur erreichen können, bevor die Beamten etwas gegen den Geisterfahrer tun können, erhalten sie schon per Polizeifunk die Mitteilung, dass sich auf der Höhe des Ortenau-Dorfes Neuried, in der Nähe des Parkplatzes Unditz, ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hat.

Infografik / Karte / A5 / Unfall wegen Geisterfahrer © DPA Vergrößern Der Ort des Unfalls

Der weiße BMW ist mit einem voll besetzten Minivan, der aus Richtung Offenburg kommt, frontal zusammengeprallt. Sechs Menschen kommen ums Leben: Alle fünf Insassen des Minivans und der aus dem Kreis Offenburg stammende Geisterfahrer sind sofort tot. Eine weitere Person wird schwer verletzt. Insgesamt sind nach Auskunft der Polizei fünf Fahrzeuge in das Unfallgeschehen verwickelt. Der Minivan fliegt durch den harten Aufprall einige Meter durch die Luft und überschlägt sich mehrfach. Eine Autofahrerin sieht den Unfall, will helfen, parkt auf dem Seitenstreifen, wird aber von einem weiteren Fahrzeug überfahren und dadurch schwer verletzt.

Der Fahrer könnte in suizidaler Absicht gehandelt haben

„Ein Unfall in dieser Dimension ist einmalig, wirklich einmalig. Wir hatten kürzlich einen schweren Unfall in der Nähe von Rust mit drei Toten. Sechs tote Menschen bei einem Unfall hat es in unserem Zuständigkeitsbereicht noch nicht gegeben“, sagt der Einsatzleiter der zuständigen Autobahnpolizei, Günther Preis. Der Asphalt ist übersät mit Glassplittern, Leichenteilen, Glasscherben. Den Rettungskräften bietet sich ein grauenhaftes Bild.

Sie können im Nebel und wegen der starken Zerstörung an den Fahrzeugen zunächst nur schwer rekonstruieren, was überhaupt passiert ist. Die Autobahn muss zwischen Offenburg und Lahr bis 15.45 Uhr komplett gesperrt werden. An den Rettungsarbeiten beteiligen sich die Mannschaften von sechs Rettungswagen mit insgesamt vier Notärzten. Kilometerlange Staus sind die Folge. Die Staatsanwaltschaft Offenburg ermittelt. Es soll untersucht werden, ob der Falschfahrer möglicherweise in suizidaler Absicht gehandelt hat. Die Identität von zwei Insassen des Minivans musste am Sonntagnachmittag noch geklärt werden.

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Der Fahrer des offenbar geliehenen Fahrzeugs war 30 Jahre alt, eine Beifahrerin 23 Jahre und eine weitere 36 Jahre alt. Sie stammten offenbar aus der Nähe von Emmendingen, nördlich von Freiburg. In Baden-Württemberg ist es der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb kurzer Zeit. Als besonders stau- und unfallträchtig gelten die Großbaustellen auf der A5 zwischen Rastatt und Karlsruhe sowie auf der A81 auf dem Abschnitt Sindelfingen-Hildrizhausen.

Sogenannte Geisterfahrer verursachen immer wieder schwere Unfälle: Fünf Tote gab es vor vier Wochen, als ein 24 Jahre alter Selbstmörder auf der A46 im Sauerland in ein Auto mit vier Insassen fuhr; ebenfalls fünf Tote forderte ein Unfall Anfang Oktober in Bayern, als eine 31 Jahre alte Mutter mit ihren beiden Töchtern auf der A73 in ein anderes Auto mit zwei Insassen fuhr. Drei Menschen - ein Vater und zwei seiner vier Kinder - kamen Mitte Oktober bei der Kollision mit einer Geisterfahrerin auf der A1 in Rheinland-Pfalz ums Leben.

Quelle: F.A.Z.

 
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