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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ukraine Mehr als 30 Tote bei Grubenunglück

 ·  Bei einer schweren Grubengas-Explosion sind im ukrainischen Donez-Becken bis zu 36 Bergleute ums Leben gekommen. Bislang konnten die Leichen von 31 Arbeitern geborgen werden.

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Bei einer schweren Grubengas-Explosion sind im ostukrainischen Donez-Becken bis zu 36 Bergleute ums Leben gekommen. Die Leichen von 31 Arbeitern wurden bis zum Dienstagnachmittag in der Schachtanlage Krasnolimanskaja, 500 Kilometer östlich von Kiew, geborgen. Für die fünf noch vermißten Kollegen gebe es unter Tage in 550 Metern Tiefe keine Überlebenschance mehr, sagte der ukrainische Vize-Regierungschef Andrej Klujew in der Stadt Rodinskoje. Es war das fünfte Grubenunglück mit 20 oder mehr Toten in dem Kohlenrevier seit dem Jahr 2000.

Auf dem Gelände der Schachtanlage versammelten sich hunderte Angehörige der vermißten und getöteten Bergleute. In abweichenden Berichten war zunächst noch von sechs Vermißten die Rede. Insgesamt hatten sich zum Zeitpunkt der Explosion am Montagabend 48 Bergleute unter Tage aufgehalten, 12 konnten aus eigener Kraft an die Erdoberfläche gelangen.

Gegen die Bergwerks-Führung wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Behörden riefen eine dreitägige Trauer für das Donez-Becken aus. Den Hinterbliebenen sicherte die ukrainische Regierung Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Griwna (insgesamt 410.000 Euro) zu. Im Januar 2001 waren in der selben Schachtanlage 9 Bergleute bei einer Explosion ums Leben gekommen.

Gefährlichste Kohle-Minen weltweit

Die ukrainischen Kohle-Minen zählen zu den gefährlichsten weltweit. Bei dem schwersten Unglück in der Ukraine seit Jahren waren im März 2000 insgesamt 80 Bergleute durch eine Methan- Explosion im benachbarten Gebiet Lugansk ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn sind in der Ukraine mindestens 100 Bergarbeiter unter Tage gestorben, etwa 5000 wurden bei Unfällen verletzt. Hauptursache für die Tragödien sind die veraltete Technik sowie Verstöße gegen elementare Sicherheitsregeln.

Seit Jahren kündigt die ukrainische Regierung an, unrentable und gefährliche Bergwerke schließen zu wollen. Von den insgesamt noch knapp 200 betriebenen Kohleminen gelten drei Viertel wegen hoher Methan-Konzentration unter Tage als gefährlich. Insgesamt arbeiten noch 450.000 Menschen in der ukrainischen Bergbauindustrie. Für eine konsequente Umstrukturierung fehlen Arbeitsplätze in anderen Industriebranchen.

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