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Touristen auf Bali : „Da hat der Vulkan angefangen, Asche zu spucken“

Thomas Wrobel und Julia Rupprath haben ein Hotel mit Vulkanblick gebucht. Bild: Privat/off-to-travel.com

Der Vulkan speit Asche, eine gigantische Rauchsäule steht über Bali. Einheimische und Touristen bleiben trotzdem entspannt. Ein Gespräch mit einem deutschen Touristenpaar.

          100.000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen, Tausende Touristen sitzen auf Bali fest, der Agung speit Asche aus – Experten haben am Dienstag erklärt, der Vulkan stehe vor einem größeren Ausbruch. Man könnte annehmen, dass die Menschen auf Bali, insbesondere Touristen ohne Vulkan-Erfahrung, jetzt langsam unruhig werden. Doch dem ist nicht so, sagen Thomas Wrobel (33) und Julia Rupprath (30) aus Düsseldorf. Sie reisen seit zwei Monaten durch Asien und haben derzeit einen erstklassigen Blick auf den Agung.

          Wo sind Sie gerade?

          Thomas Wrobel: Wir sind auf Nusa Penida, einer Nebeninsel von Bali. Wir sind vor zwei Tagen von Bali mit dem Schiff herübergefahren, morgen wollen wir wieder zurück.

          Vom Pool aus können Sie den Vulkan sehen?

          Wrobel: Ja, das ist eigentlich ziemlich cool. Luftlinie sind es 40, 50 Kilometer. Wenn die Sicht klar ist, können wir den Vulkan und die Rauchwolke sehen. Die Rauchsäule sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Vorgestern ist der Rauch hier rüber gezogen, da mussten wir Masken tragen. Aber auch das war relativ entspannt, keiner hat Panik geschoben. Meine Freundin hat sich sogar mit der Maske herausgesetzt.

          Die Leute sind entspannt?

          Wrobel: Es ist ja nur ein kleiner Radius um den Vulkan evakuiert worden. Wenn man die Leute fragt, die hier wohnen, sagt keiner: „Wir müssen hier weg!“

          War die Stimmung auf Bali anders? Herrscht dort Panik?

          Wrobel: Nein, gar nicht. Wir waren im Südwesten, in Canggu. Da hat man davon nichts mitbekommen, wenn man nicht den Blick darauf hat. Die Leute waren entspannt und haben sich nur um die gesorgt, die direkt am Vulkan wohnen. Weil Regenzeit ist, sieht man es durch die Wolken manchmal auch gar nicht.

          Julia Rupprath: Aber wir waren auch nicht am Flughafen, da ist die Situation vielleicht anders.

          Wann haben Sie das erste Mal den Rauch bemerkt?

          Wrobel: Im Flugzeug. Wir sind von Singapur hierher geflogen. Da hat der Vulkan angefangen, Asche zu spucken.

          Rupprath: Wir wussten, dass es eine Vulkaninsel ist, aber dachten nicht, dass der Vulkan wieder aktiv wird. Man wusste im Flugzeug auch nicht, ob das eine Wolke ist oder Rauch.

          Waren Sie später dann auch auf dem Vulkan und haben ein Selfie gemacht?

          Wrobel: Das haben wir nicht gemacht und ich denke, wer ein bisschen Vernunft hat, macht das auch nicht. Der Zugang zum Berg ist auch gesperrt.

          Wie geht es weiter für Sie?

          Wrobel: Morgen wollen wir wieder nach Bali und von dort am Freitag eigentlich nach Bangkok fliegen.

          Glauben Sie, dass das klappt?

          Rupprath: Ich glaube nicht. Der Plan B ist, mit dem Speedboot zuerst nach Lombok zu fahren, dann mit dem Flugzeug nach Jakarta und von dort nach Bangkok zu fliegen. Oder wir bleiben länger hier. Wir müssen nicht am Montag arbeiten, sondern sind noch fast vier Monate in Asien. Wir sind flexibel.

          Quelle: faz.net

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