Home
http://www.faz.net/-gup-7752m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Tiertransporter kippt um Fast 700 Ferkel notgeschlachtet

Nach dem Unfall eines Tiertransporters mussten auf einer bayerischen Autobahn die Metzger anrücken. Hunderte Ferkel mussten noch an Ort und Stelle getötet werden.

© dpa Vergrößern Eine Amtstierärztin ordnete an, dass die Tiere noch am Unfallort geschlachtet werden mussten.

Nach dem Unfall eines Tiertransporters auf der Autobahnumgehung von München sind fast 700 Ferkel getötet worden. Der Sattelzug war in der Nacht zum Freitag auf der A99 in Höhe Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) von der Fahrbahn abgekommen und umgestürzt. Auch die Boxen auf der Ladefläche mit je etwa zehn Ferkeln kippten dadurch um. Weil die Bergung der Schweine nicht ohne Verletzungen möglich war, ordnete eine Amtstierärztin das Töten noch am Unfallort an. Die Kadaver kamen danach zur Tierkörperbeseitigung.

Der Unfall hatte sich um 00.46 Uhr ereignet. Die Polizei geht von einem Fahrfehler des 73 Jahre alten Lenkers rund 100 Meter vor der Raststätte Vaterstetten aus, die der Mann wahrscheinlich ansteuern wollte. Zugmaschine und Auflieger kippten seitlich um, nachdem der Sattelzug ins Schleudern geraten war.

Das im norddeutschen Kreis Schleswig-Flensburg zugelassene Fahrzeug hatte die Ferkel nach den Angaben der Polizei in Dänemark abgeholt. Die Tiere sollten nach Italien gebracht und dort gemästet werden. Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt.

Die genaue Zahl der auf vier Etagen der Ladefläche verteilten Ferkel stand zunächst nicht fest. Jedoch ging die Polizei aufgrund der Frachtpapiere von knapp 700 Schweinen aus. Die Amtstierärztin beim Landratsamt Ebersberg ordnete das sofortige Töten der Schweine an. Zur Begründung hieß es, dass die Ferkel durch den Unfall Stresshormone wie etwa Adrenalin ausgeschüttet hätten. Aus lebensmittelrechtlichen Gründen seien die Tiere daher nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Mehrere Metzger übernahmen an der Autobahn das Töten. Die laut Augenzeugenberichten teils laut quiekenden Ferkel wurden zunächst mit elektrischem Strom betäubt und dann „entblutet“, wie es eine Behördensprecherin nannte. Anschließend kamen die Kadaver in eine Anlage zur Tierkörperbeseitigung. Einige Ferkel waren schon bei dem Unfall verendet.

Der umgekippte Sattelzug sollte noch am Freitag geborgen werden. Dazu musste die Autobahn Richtung Süden zeitweise total gesperrt werden. Möglicherweise ist Öl oder Dieselkraftstoff ausgelaufen. Zur Bergung und dem Töten der Ferkel waren bis zu zwei Fahrspuren gesperrt worden. Es bildete sich ein Stau von rund vier Kilometern.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach ARD-Reportage Tierschutzbeauftragte entsetzt über Töten gesunder Ferkel

Eine Fernseh-Reportage hat gezeigt, wie gesunde Ferkel erschlagen werden. Hessens Bauern sind entsetzt. Auch wenn die Bilder nicht aus Hessen stammen, fordert die hessische Tierschutzbeauftragte mehr Aufklärung. Mehr

16.07.2014, 13:00 Uhr | Rhein-Main
Schäden in Millionenhöhe Wetterau-Dorf unter Wasser

Auch in Wallernhausen in der Wetterau wollten die Menschen das WM-Finale schauen - doch dann kam der große Regen. Straßen verwandelten sich nach einem Unwetter in reißende Flüsse. Mehr

14.07.2014, 08:37 Uhr | Rhein-Main
Kassel Auto hängt nach Unfall meterhoch im Baum fest

Auf der Autobahn in Kassel schleuderte ein Auto mehrere Meter hoch in einem Baum und ist dort hängengeblieben. Erstaunlicherweise ist der Fahrer unverletzt. Mehr

13.07.2014, 15:27 Uhr | Rhein-Main

Früherer Tennis-Star Boris Becker verärgert Buddhisten

Boris Becker postet ein Urlaubsfoto auf Instagram und steht plötzlich unter Blasphemie-Verdacht. Was er angestellt hat und wie er versucht, die Wogen zu glätten – der Smalltalk. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden