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Sturmtief „Herwart“ : Sturmopfer im Hotelzug: „Feiern können wir auch hier“

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Gute Laune trotz Sturm: Fahrgäste im Bordbistro des Hotelzugs in Dortmund Bild: dpa

Das Sturmtief „Herwart“ stoppt den Bahnverkehr, Reisende in Richtung Norden stranden am Dortmunder Hauptbahnhof. In einem Hotelzug der Bahn können sie sich aufwärmen.

          Ein Schild über dem Gleis zeigt es an: Hier steht ein Hotelzug. Es gibt ein Bordbistro – und neue Bekanntschaften: „Wir wollten auf die Reeperbahn in Hamburg, aber da hat uns das Unwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Wolfgang Regert, der mit seinen Freunden von Duisburg kommend in Dortmund gelandet ist. „Aber feiern und Spaß haben können wir auch hier.“ Der Service sei gut, die Bahnmitarbeiter sehr hilfsbereit.

          Im Hotelzug finden Bahnreisende neben anderen Wartenden, die wegen des Sturmtiefs „Herwart“ am Sonntag im Dortmunder Hauptbahnhof gestrandet sind, eine Anlaufstelle. Denn Fernzüge in Richtung Norden enden oft schon in Dortmund, weil die Deutsche Bahn den Zugverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt hat.

          „Wir wollten von der Arbeit aus zu einer Städtereise nach Hamburg“, sagt Christine John am Mittag. Stattdessen sind sie und ihre Kollegen nun schon seit 8 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof und kommen nicht weiter. Trotzdem ist die Laune der Gruppe nicht im Keller: „Das ist halt höhere Gewalt und wir werden hier gut versorgt“, meint John. Das Bahnpersonal bemühe sich sehr um gute Stimmung.

          Eine Reisende steht am Sonntag im Bahnhof von Dortmund unter einer Anzeigetafel für einen Hotelzug. Bilderstrecke

          Hotelzüge sind Fernverkehrszüge, in denen gestrandete Fahrgäste sich im Warmen aufhalten und Essen und Getränke kaufen können. „Der Zug steht hier in Dortmund seit zwei Stunden auf unbestimmte Zeit“, sagt Haldun Güzel von der Deutschen Bahn. „Die Passagiere müssen vor allem mit Informationen versorgt werden und einen Platz zum Warten haben.“ Nur relativ wenige Reisende nehmen dieses Angebot an: Von den 700 Plätzen im Hotelzug sind bis zum Mittag rund 70 belegt.

          Die Wartezeit gut zu nutzen versuchen Jonathan Schmoll und Isabelle Rohse. Die beiden Auszubildenden wollten zum Familienbesuch von Bonn nach Heide fahren. Seit 4 Uhr morgens sind sie unterwegs. „Es ist schon nervig, aber wenn wir draußen warten müssten, wäre es schlimmer“, sagt Isabelle. „Hier im Hotelzug können wir zumindest etwas für die Schule lernen.“

          Auch in Hamm und Bielefeld stehen nach Angaben der Bahn am Sonntag Hotelzüge bereit. Schon beim Sturm „Xavier“ Anfang Oktober gab es dieses Angebot für gestrandete Reisende.

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