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Sturm „Herwart“ : Bahnverkehr im Norden weiterhin gestört

  • Aktualisiert am

Leerer ICE in Hannover Bild: dpa

Insbesondere rund um Hamburg müssen Reisende weiterhin mit Ausfällen rechnen. Wichtige Strecken wie die zwischen der Hansestadt und Berlin bleiben zunächst gesperrt. Der Sturm hat ein drittes Todesopfer gefordert.

          Nach dem zweiten großen Herbststurm „Herwart“ bemüht sich die Deutsche Bahn, den teilweise lahmgelegten Zugverkehr im Norden und Osten rasch wieder in Gang zu bringen. Erste betroffene Strecken im Fernverkehr sollten nach Bahn-Angaben am Sonntagabend wieder zur Verfügung stehen. Vor allem rund um Hamburg wird es nach Angaben des Konzerns aber auch am Montag weiter Sperrungen geben. Einzelne Züge auf den Verbindungen Berlin-Leipzig, Berlin-Halle-Erfurt, Dortmund-Hannover und Kassel-Hannover-Hamburg sollten den Betrieb rasch wieder aufnehmen.

          Die wichtige Strecke zwischen Hannover und Berlin werde voraussichtlich ab Montagnachmittag (14 Uhr) wieder nach Plan befahren, ebenso die Route Hannover-Bremen-Norddeich. Dagegen dürften die Arbeiten auf den stark von „Herwart“ getroffenen Strecken Hamburg-Berlin, Dortmund-Bremen-Hamburg, Hamburg-Westerland, Hamburg-Kiel, Hamburg-Lübeck-Puttgarden, Hamburg-Rostock-Stralsund sowie Berlin-Stralsund noch länger andauern.

          Sturm fordert drittes Todesopfer

          Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn. In Mecklenburg-Vorpommern brachte „Herwart“ wesentlich stärkere Orkanböen als sein Vorgänger „Xavier“ Anfang Oktober, beispielsweise 140,8 Stundenkilometer über Hiddensee-Dornbusch, wie der Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Hiddensee sagte. Der Wind wird sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Wochenbeginn wieder abschwächen.

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          Unterdessen wurde bekannt, dass der Sturm ein drittes Todesopfer in gefordert hat. Ein 56-Jähriger Mann aus Sachsen sei in der Nacht zum Montag im Krankenhaus verstorben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Der Mann war gemeinsam mit einer 48-jährigen Frau und einem 48-jährigen Mann auf dem Peenestrom in Mecklenburg-Vorpommern gekentert. Der 48-jährige Mann wurde auch am Montagmorgen noch vermisst.

          Die Suche nach dem Mann sollte im Verlauf des Tages weitergehen. In Niedersachsen war zuvor ein Camper ertrunken, der vom Hochwasser der Sturmflut eingeschlossen wurde

          In Polen starb ein Mann in der Woiwodschaft Westpommern bei einem sturmbedingten Autounfall, wie örtliche Behörden angaben. In Tschechien wurde eine Frau bei einem Waldspaziergang bei Trebic (Trebitsch) von einem Baum erschlagen. Ein Mann starb, als er in der böhmischen Kleinstadt Jicin (Jitschin) von einem Baum getroffen wurde, wie die Agentur CTK berichtete. Hunderttausende Haushalte waren in ganz Tschechien ohne Strom, weil Freileitungen beschädigt wurden. In der Slowakei rieten die Behörden vor dem Feiertag Allerheiligen von Besuchen an den Gräbern von Angehörigen ab. In Bratislava blieben Friedhöfe aus Sicherheitsgründen geschlossen.

          „Herwart“ : Sturm legt Bahnverkehr lahm

          Quelle: spo./dpa

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