Home
http://www.faz.net/-gup-7b5a2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Statistisches Bundesamt Zahl der Verkehrstoten sinkt auf neuen Tiefstand

Auf deutschen Straßen sind im vergangenen Jahr 3600 Menschen ums Leben gekommen - ein neuer Tiefstand. Besonders deutlich sank die Zahl der getöteten jungen Erwachsenen. Sie bleiben aber die am stärksten gefährdete Gruppe.

© dpa Vergrößern Von der Autobahn abgekommen: Drei Menschen kamen bei diesem Unfall in Bayern ums Leben.

Auf deutschen Straßen sind 2012 so wenige Menschen ums Leben gekommen wie noch nie seit Beginn bundesweiter Zählungen vor mehr als 60 Jahren. Die Zahl der Verkehrstoten sank im Vergleich zu 2011 deutlich um 10,2 Prozent auf das neue Tief von 3600, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Besonders stark ging die Zahl der getöteten jungen Erwachsenen bis 24 Jahre zurück - um 17 Prozent auf 611. Die Fahranfänger bleiben aber die am stärksten gefährdete Gruppe. Auch bei Kindern (minus 15 Prozent auf 73) und Senioren (minus 4,8 Prozent auf 994) gab es weniger Todesopfer. Dagegen starben nun allerdings mehr Radfahrer und Mopedfahrer.

Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer erhöhte sich um sieben auf 406, bei Mofa- und Mopedfahrern gab es einen Anstieg um 23 auf 93 Todesopfer. Dagegen sank die Zahl der getöteten Motorradfahrer um 122 auf 586 und der getöteten Fußgänger um 94 auf 520. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat forderte: „Das Tragen von Fahrradhelmen muss weiterhin gefördert werden.“ Der Verkehrsclub Deutschland sprach sich für mehr Radwege und Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts aus.

Infografik / Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen © dpa Vergrößern Die Zahl der Verkehrstoten nahm ab

Generell bestehe kein Grund zur Entwarnung, sagte Amtspräsident Roderich Egeler in Berlin. Im Schnitt kämen jeden Tag immer noch zehn Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Karambolagen und damit 1,7 Prozent mehr als 2011. „Bei sieben von acht Unfällen blieb es bei Sachschaden, bei jedem achten Unfall gab es Getötete oder Verletzte.“ Mit dem Rückgang um 409 auf 3600 Getötete im vergangenen Jahr wurde der bisherige Tiefstand von 2010 mit 3648 Opfern unterschritten.

Der traurige Rekord war 1970 mit mehr als 21.300 Getöteten verzeichnet worden. Im Jahr 1950, für das erstmals Zahlen für das heutige Bundesgebiet ohne das Saarland vorliegen, waren es 7408.

Mehr zum Thema

Die meisten Opfer gab es weiterhin außerorts auf Landstraßen, wo mehr als die Hälfte aller Getöteten ums Leben kam. Häufig verloren Fahrer in Kurven die Kontrolle über ihren Wagen, rund jeder vierte Getötete auf Landstraßen prallte gegen einen Baum. Wichtigste Ursache tödlicher Unfälle bleibt zu schnelles Fahren. Deswegen kamen 877 Menschen auf Landstraßen ums Leben und 179 auf Autobahnen. Wegen Alkohols am Steuer starben 338 Verkehrsteilnehmer.

Hintergrund des Rückgangs der Todesopferzahl im vergangenen Jahr sei das relativ nasse und kühle Wetter gewesen, erläuterten die Statistiker. Dann passieren zwar generell mehr Unfälle, sie sind aber meist nicht so schwer, da weniger ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger unterwegs sind. Im Jahr 2011 war die Zahl der Verkehrstoten erstmals nach 20 Jahren gestiegen.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Blitzmarathon Bisschen schnell unterwegs heute

Beim Blitzmarathon werden überall im Land Autofahrer kontrolliert. Die Aktion soll ein Bewusstsein dafür schaffen, dass erhöhtes Tempo gefährlich ist. Aber hat das Ganze wirklich Sinn? Beobachtungen von der Laser-Front. Mehr Von Anna Schughart, Offenbach

18.09.2014, 16:53 Uhr | Gesellschaft
Japan will Überwachungssystem für Vulkane überprüfen

Bei dem überraschenden Ausbruch des Ontake kamen mehr als 30 Menschen ums Leben. Die japanische Regierung bestätigte am Montag offiziell die ersten Todesopfer. Mehr

29.09.2014, 10:29 Uhr | Gesellschaft
Reurbanisierung Eine Luxuswohnung in urbaner Tristesse

Los Angeles wird wiederbelebt. Nachdem potentielle Innenstadtbewohner von Banden in Downtown abgeschreckt wurden, buhlen Immobilieninvestoren dort nun um Baugenehmigungen. Mehr Von Christiane Heil, Los Angeles

22.09.2014, 16:46 Uhr | Gesellschaft
Gewalt eskaliert bei den Demonstrationen in Venezuela

Ein Polizist wurde bei den anhaltenden Protesten in Venezuela getötet. Seit Beginn der Demonstrationen gegen Präsident Maduro im Februar sind bereits mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Mehr

09.05.2014, 08:40 Uhr | Politik
Zu wenig Geld für Syrien Vereinte Nationen müssen Rationen für Flüchtlinge kürzen

Vor dem Winter müssen die Vereinte Nationen ihre Hilfe für die Menschen in Syrien drastisch einschränken. Ab Oktober könnten nur noch 60 Prozent des Nahrungsbedarfs geliefert werden, ab November nur noch 40 Prozent. Für mehr fehle einfach das Geld. Mehr

18.09.2014, 08:03 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.07.2013, 11:40 Uhr

Clooney und Alamuddin Er genießt und küsst

Was Amal vor und nach der Hochzeit trug, weiß die Welt, nun zeigen erste Bilder, was sie zur Zeremonie anhatte. Und: Angelina Jolie gab drei Millionen für Brads Hochzeitsgeschenk aus und Jennifer Lopez wurde in einen Auffahrunfall verwickelt – der Smalltalk. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden