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Sechs Tote in Genua Containerschiff rammt Kontrollturm im Hafen

Bei der Kollision eines Containerschiffs mit einem Kontrollturm in Genua sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar.

© dpa Vergrößern Die Überreste des Kontrollturms im Hafen von Genua, nach der Kollision mit dem Containerschiff „Jolly Nero“.

Bei einwandfreiem Wetter ist in der Nacht zum Mittwoch ein Containerschiff beim Ablegen im Hafen von Genua gegen den Kontrollturm gefahren, brachte ihn zum Einsturz und riss dabei mindestens sechs Menschen in den Tod; weitere drei wurden am Mittwoch noch vermisst, vier weitere zum Teil schwer verletzt. Alle Opfer waren zur Zeit des Unglücks gerade in dem großen 54 Meter hohen Kontrollturm. Manche konnten noch rechtzeitig ins Wasser springen, andere wurden unter den einstürzenden Zementplatten begraben.

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Die Anlage war nach einem Video hell erleuchtet gewesen und darum gut sichtbar; dennoch war die „Jolly Nero“ von der „Messina“-Linie anstatt aus dem Hafenbecken gegen Mole und Turm gesteuert. Vielleicht sei der Motor des Schiffes ausgefallen und darum der Containerfahrer manövrierunfähig gewesen sei, sagte der Chef der Hafenbehörde Luigi Merlo; denn „die Wetterbedingungen waren perfekt, es gab keinen Wind, keine anderen Schiffe waren unterwegs, es war ein absolutes Routine-Manöver“. Der Kapitän wurde mit den Worten zitiert, anscheinend seien zwei Motoren ausgefallen, und die Mannschaft habe die Kontrolle über das Schiff verloren.

24296458 © AFP Vergrößern So sah der 54 Meter hohe Kontrollturm vor dem Unglück aus, hier ein Archivbild vom Juli 2011.

Am Mittwochmittag gab es nur noch wenige Hoffnungen, Lebende zu bergen. Gleich nach dem Zusammenstoß hatten Sicherheitskräfte noch kurze Zeit ein Handy hören können; aber die Verbindung war zu kurz, um die dazu gehörende Person zu orten. Noch am frühen Mittwoch schickte Ministerpräsident Enrico Letta Infrastruktur- und Transportminister Maurizio Lupi nach Genua. Der Bürgermeister der Stadt Marco Doria erklärte den heutigen Donnerstag zum Volkstrauertag für die Gemeinde. Derweilen gingen die Befragungen des Schiffspersonals der „Jolly Nero“ weiter, und es wurde weiter unter den Trümmern des Turmes und im gesamten Hafenbecken nach Überlebenden oder Toten gesucht. Die Staatsanwaltschaft konfiszierte das Schiff und
eröffnete ein Ermittlungsverfahren.

Schichtwechsel zum Unglückszeitpunkt

Das Unglück ereignete sich, als auf dem Kontrollturm gerade Schichtwechsel war, so dass besonders viele Lotsen im Gebäude waren. Nach Angaben der Rettungskräfte war zunächst unklar, ob einige der Vermissten in einem Fahrstuhl in dem beschädigten Turm feststeckten.

Der Eigner des Schiffes, Stefano Messina, eilte noch in der Nacht zum Hafen. Vor Journalisten zeigte er sich entsetzt: „Wir sind alle total schockiert. Noch nie ist so etwas passiert, wir sind verzweifelt.“ Laut der italienischen Nachrichtenagentur Agi wurde das Schiff beschlagnahmt, der Kapitän wurde vernommen.

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Korrektur: Zunächst berichteten italienische Medien von sieben Toten, später korrigierten sie diese Angaben jedoch.

Quelle: F.A.Z. mit AFP/dpa

 
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