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Russland 1200 Menschen bei Meteoritenregen verletzt

 ·  Rund 1200 Menschen wurden bei einem Meteoritenregen im Süden Russlands verletzt. Eine Filiale des Düsseldorfer Konzerns Metro wurde beschädigt. Der Meteorit hat laut Experten nichts mit dem heute Abend an der Erde vorbeifliegenden Asteroiden zu tun.

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© dpa Vergrößern Dieses Bild ist zufällig mit einer Amturenbrettkamera aufgenommen worden.

Beim Absturz eines Meteoriten am russischen Uralgebirge sind etwa 1200 Menschen verletzt worden, darunter mehr als 200 Kinder. Die Explosion des tonnenschweren Himmelskörpers verursachte eine massive Druckwelle, die in der etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tscheljabinsk erhebliche Verwüstungen anrichtete. Die meisten Opfer in den sechs betroffenen Orten wurden nach Behördenangaben von Splittern eingedrückter Fensterscheiben verletzt. Mehr als 40 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen hatten schwere Verletzungen erlitten. Das Unglück hat nach Angaben von Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden „2012 DA14“ zu tun, der an diesem Freitagabend an der Erde vorbeiflog.

„Der Meteorit zerfiel in Dutzende Bruchstücke“

Der Meteorit hatte nach Expertenschätzung einen Durchmesser von bis zu vier Metern und war mehrere Tonnen schwer. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte der Meteorit explodiert sein und dabei eine Druckwelle ausgelöst haben. Atomanlagen in der Nähe des Einschlaggebietes seien aber nicht betroffen, hieß es.

„Das war ein großer Feuerball, der dann runterfiel. Das Ganze dauerte ein paar Sekunden“, sagte ein Bewohner der Region der Agentur Itar-Tass. Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Viele dachten demnach, ein Flugzeug sei explodiert. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Menschen, die panikartig ihre Häuser verließen und aus Schnittwunden bluteten.

An der möglichen Absturzstelle am Ufer des Tschebarkul-Sees rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk entdeckten die Behörden einen etwa sechs Meter breiten Krater. Soldaten hätten den Bereich an dem zugefrorenen Gewässer abgesperrt, sagte Oberst Jaroslaw Roschtschupkin vom Zentralen Wehrbezirk. Es sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. Einsatzkräfte berichteten von zahlreichen etwa einen Zentimeter großen Splittern in der Nähe des Kraters.

„Der Meteorit zerfiel in Dutzende Bruchstücke“, sagte Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow. „Die meisten Splitter sind verdampft, einige schafften es aber bis zur Erdoberfläche“, erklärte Valeri Schuwalow von der Wissenschaftsakademie. Er vermutet, dass es sich um einen Nickel-Eisen-Meteoriten handelt. Nur ein solcher Körper sei fest genug, um die unteren Schichten der Atmosphäre zu erreichen. Der Astronom Sergej Smirnow meinte, dass der Meteorit vor dem teilweisen Verglühen mehrere Tonnen schwer gewesen sei. Splitter könnten demnach jeweils bis zu einem Kilogramm wiegen.

Meteorit hat nichts mit vorbeifliegendem Asteroiden zu tun

Präsident Wladimir Putin ordnete rasche Hilfe für die Verletzten in der Region an. „Bei Temperaturen von minus 18 Grad in Tscheljabinsk ist jetzt am wichtigsten, dass die zertrümmerten Fensterscheiben ersetzt werden“, sagte Verwaltungschef Michail Jurewitsch. Nach Behördenangaben waren sieben Flugzeuge und 20.000 Angehörige des Zivilschutzes in der Region im Einsatz. „Nach allem, was wir wissen, ging ein Meteorit mit einem Durchmesser von zwei bis vielleicht vier Metern nieder“, sagte der Astronom Sergej Jasew. „Wegen seiner gigantischen Geschwindigkeit explodierte er in den oberen Schichten der Atmosphäre.“ Nach Angaben der Bundesregierung gibt es in Deutschland keine konkrete Gefährdung durch solche Himmelskörper.

Dass der Meteorit am selben Tag einschlug, an dem ein Asteroid der Erde so nahe kommen sollte, wie kein anderer zuvor, ist Zufall. „Aber die beiden Objekte haben definitiv nichts miteinander zu tun, weil sie aus ganz unterschiedlichen Ecken des Sonnensystems kommen“, sagte Nasa-Experte Dante Lauretta.

Für etwa 20.25 Uhr war der Vorbeiflug des Brockens „2012 DA14“ in 27 800 Kilometern Entfernung von der Erde vorhergesagt - der Mond ist rund 15 Mal weiter entfernt. Lauretta sprach von einer großen Chance für die Wissenschaft. „So nah ist noch nie ein Himmelskörper an der Erde vorbeigeflogen, seit die Wissenschaft zurückdenken kann. Natürlich sind heute alle Augen auf den Asteroiden gerichtet - inklusive unserer Radarteleskope.“ Eine Gefahr bestünde jedoch nicht: „Er wird nicht die Erde treffen, nicht die Raumstation ISS und auch keinen wichtigen Satelliten. Also: Kein Grund zur Sorge.“

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