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Brand mit 13 Toten in Rouen : Hat der Barbesitzer die Sicherheit vernachlässigt?

  • Aktualisiert am

Zeichen der Trauer: Anwohner legen Blumen am Ort der Brandkatastrophe ab. Bild: dpa

Kerzen auf dem Geburtstagskuchen sollen der Auslöser für das tödliche Unglück mit mindestens 13 Toten in Frankreich gewesen sein. Kritik gibt es nun an den Sicherheitsvorkehrungen des Lokals.

          Am Morgen nach dem verheerenden Brand mit 13 Toten bietet die Bar „Au Cuba Libre“ im französischen Rouen ein Bild der Verwüstung: Rußspuren, zerborstene Glasscheiben, eine verbrannte Markise. Vor dem Lokal an einer unscheinbaren Durchgangstraße legen erschütterte Menschen Blumensträuße nieder. Einige umarmen sich, sprechen sich Mut zu. Über soziale Netzwerke haben sie von dem Drama, das sich bei einer Geburstagsfeier ereignet hatte, erfahren. Es waren Bekannte aus dem weiteren Freundeskreis bei der Feier. „Wir sind hierhergekommen, weil wir mehr wissen wollen. Sind sie tot, leben sie noch?“, fragt einer von ihnen. Im Laufe des Tages kann die Identität der Opfer geklärt werden. Unter ihnen soll auch das Geburtstagskind sein.

          Viele Bewohner stellen sich nun auch noch eine andere Frage: Wer hat Schuld an der Tragödie? Kritik gibt es bereits an den Sicherheitsvorkehrungen der Bar. Der Raum sei „ohne Zweifel“ zu klein gewesen für die Zahl der Leute, sagte der Bürgermeister von Rouen, Yvon Robert, dem Radiosender „Europe 1“. Laut Innenminister Bernard Cazeneuve wurde eine „gerichtliche Untersuchung“ eingeleitet. Bei den Ermittlungen wird auch eine Rolle spielen, ob die Bar die Sicherheitsnormen einhielt und wie es um die Notausgänge bestellt war.

          Geburtstagskerzen setzten Kellerdecke in Brand

          Die Todesopfer waren zwischen 18 und 25 Jahre alt. Eine der sieben Verletzten schwebte noch in Lebensgefahr. Sie wurde in einer Pariser Spezialklinik mit schweren Verbrennungen behandelt. Die übrigen fünf Verletzten konnten das Krankenhaus in Rouen inzwischen wieder verlassen.

          Das Feuer war in der Nacht vom Freitag auf Samstag in der Bar „Au Cuba Libre“ im Zentrum von Rouen ausgebrochen. Ursache war ersten Ermittlungen zufolge, dass einer der Gäste mit dem Geburtstagskuchen in der Hand gestürzt war, wie die Zeitung „Paris-Normandie“ berichtete. Die Kerzen setzten wohl das lärmdämmende Isoliermaterial der Kellerdecke in Brand, woraufhin sich die Flammen sofort ausbreiteten. Eine Zeugin sagte: „Ich war gerade in der Bar im Erdgeschoss was trinken, als wir das Feuer sahen. Es war wie ein Flammenwerfer, alles ging sehr schnell.“

          Schwerstes Brandunglück in Frankreich seit Jahren

          Die Opfer erstickten laut der Polizei durch die giftigen Gase, die durch den Brand freigesetzt wurden. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten, es habe keine Explosion gegeben. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen.

          Präsident François Hollande versprach, dass alles getan werde, um die Ursache für den Brand zu klären. Premierminister Manuel Valls äußerte „tiefe Trauer.“ In einer Mitteilung erklärte er den Familien der Opfer seine Solidarität und sein Mitgefühl. Staatssekretärin Clotilde Valter traf am Vormittag am Unglücksort ein. Der Umstand, dass es junge Menschen waren, die aus ihrem Leben gerissen wurden, sei besonders schmerzhaft, sagt sie. Bürgermeister Robert sprach von einem „entsetzlichen menschlichen Drama“.

          AFP zufolge ist es der Brand mit den meisten Todesopfern in Frankreich seit zehn Jahren. Am 4. September 2005 waren bei einem Brand in einem Wohnhaus in L'Hay-les-Roses bei Paris 18 Menschen ums Leben gekommen. Am 1. November 1970 waren bei einem Feuer in einer Diskothek in Saint-Laurent-du-Pont im Osten Frankreichs 146 überwiegend junge Menschen gestorben.

          Erst vor wenigen Tagen war es in dem Ort Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen zu einem Anschlag auf eine Kirche gekommen. Terroristen hatten den 85 Jahre alten Priester der Gemeinde brutal ermordet.

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          Quelle: judo./dpa/AFP

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