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Veröffentlicht: 08.08.2017, 15:18 Uhr

Italien Rom ruft Notstand wegen Trockenheit aus

In Latium und Umbrien soll der Zivilschutz jetzt den Verbrauch von Wasser vermindern. In Rom sprudeln unterdessen die Brunnen weiter. Das liegt an der Bürgermeisterin der Stadt.

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© dpa Touristen kühlen sich an einem Brunnen in Rom ab (Archivaufnahme).

Für zwei besonders von der Trockenheit betroffene Regionen hat die Regierung in Rom den Notstand aufgerufen. In Latium und Umbrien würden dem Zivilschutz besondere Vollmachten gegeben, um den Verbrauch von Wasser zu vermindern, teilte das Amt von Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Montagabend nach einer Kabinettssitzung mit.

Jörg Bremer Folgen:

Viele Regionen vor allem in Mittel- und Süditalien leiden seit Wochen unter der Trockenheit. Doch ist es schwer, privaten Konsumenten und großen Wasserverbrauchern wie Unternehmen Vorschriften zu machen.

In Rom konnte sich die populistische Bürgermeisterin der „Bewegung fünf Sterne“, Virginia Raggi, mit der Forderung durchsetzen, es dürfe mit Blick auf Bürger und Touristen keine Rationierung geben. So sprudeln die Brunnen in der Stadt weiter, und ungeahnte Kubikmeter verschwinden ungenutzt in den Gullis.

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Immerhin dürfen aus dem besonders betroffenen Wasserreservoir im Norden der Stadt, dem Lago Bracciono, nur noch 400 statt 900 Liter pro Sekunde für Rom abgepumpt werden. Umweltgruppen mahnen stärkere Kontrollen der Leitungen an, denn 40 Prozent des Trinkwassers ginge durch undichte Rohre oder illegales Abzapfen verloren.

Fast 300 Einsätze allein auf Sizilien

Die Regierung verlängerte zugleich den im Februar ausgerufenen Notstand für die Provinzen Agrigent und Messina auf Sizilien. Dort plagen vor allem Waldbrände die Menschen. In Sizilien habe es am Montag allein 299 Einsätze gegeben, twitterte die Feuerwehr. In Latium waren es 152. Auch Kalabrien, Apulien und Kampanien sind betroffen.

In Tivoli vor Rom barg die Feuerwehr am Montag zwei Frauenleichen aus einem Haus, das von Flammen umschlossen worden war. Die 92 Jahre alte Mutter und ihre 68 Jahre alte Tochter hatten nicht mehr fliehen können.

47915510 © dpa Vergrößern Feuerwehrleute löschen Mitte Juli einen Waldbrand bei Rom.

In Ragusa auf Sizilien wurden 14 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wegen mutmaßlicher Brandstiftung festgenommen. Wie die Polizei von Ragusa mitteilte, hätten die Männer erst Feuer gelegt und dann Notrufe vorgetäuscht, um eine Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz zu kassieren. Diese beträgt zehn Euro pro Stunde. Ihr Betrug kam ans Licht, als die Leitung der Feuerwehr wegen der ungewöhnlich vielen Einsätze des Teams misstrauisch wurde. Die Verdächtigen müssen sich wegen Betrug und Brandstiftung verantworten. Landesweit nähmen solche Verbrechen zu, berichtete am Dienstag der „Corriere della Sera“.

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