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Unglück in den Alpen : Neue Zugspitzbahn schwer beschädigt

Für unbestimmte Zeit: Nach einem Unfall bei einer Übung ist die neue Zugspitz-Seilbahn außer Betrieb. Bild: Bayerische Zugspitzbahn

Bei einer Bergeübung außerhalb der Betriebszeit rast ein Korb ungebremst in eine Gondel. Niemand ist verletzt worden. Der Betrieb muss für unbestimmte Zeit eingestellt werden.

          Das Traumwetter in den Bergen zog am Mittwoch mehrere Tausend Besucher auf die Zugspitze. Sie fuhren mit neuen Seilbahn, die seit Dezember vergangenen Jahres in Betrieb ist, auf Deutschlands höchsten Gipfel und genossen einen atemberaubenden Blick über die Alpen; seit vergangener Woche sogar mit unverbautem Blick, da der gelbe Baukran binnen Stunden abmontiert worden war. Mit dem Genuss einer beeindruckenden Auffahrt in bis zum Boden verglasten Kabine ist es nun erst einmal vorbei: Eine der beiden modernen Gondeln ist schwer beschädigt worden. Völlig unklar bleibt, wann die neue Zugspitzbahn wieder den Betrieb aufnehmen kann.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Der Schaden sieht dramatisch aus, Verletzte hat es nicht gegeben. Denn der Unfall ereignete sich am Mittwochabend nach Betriebsschluss und geschah im Rahmen einer routinemäßigen Bergeübung, die in Abständen durchzuführen ist. Dazu fuhr gegen 18 Uhr ein Bergekorb von der Bergstation Richtung der 127 Meter hohen Stütze; der soll im Notfall Passagiere aus einer steckengebliebenen Kabine aufnehmen. Dabei löste sich der Korb offenbar von Trag- und Zugseil und raste ungebremst in die schwebende Gondel.

          Die genaue Ursache und den Lauf der Ereignisse untersucht derzeit die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG als Betreiberin. Detaillierte Angaben konnte eine Sprecherin nicht machen. Einen ersten Überblick verschaffte man sich an dem schwer zugänglichen Unfallort am Donnerstagmorgen mit Drohnen. Spezialisten des Seilbahn-Bauers Garaventa näherten sich später mit einem Hubschrauber der Stelle. Auch suchen Sachverständige nach Aufklärung.

          Ungewiss ist aktuell das weitere Vorgehen. Fahrtüchtig ist die Gondel jedenfalls nicht mehr und muss wohl mit einem Lastenhubschrauber abtransportiert werden. Ein Zeitpunkt für die Inbetriebnahme ist überhaupt nicht absehbar, kann aber Monate dauern. Dabei muss auch untersucht werden, inwieweit die demolierte Gondel überhaupt noch repariert werden kann. Es ist technisch möglich, dass nur eine Gondel fahren kann, wenn entsprechende Gegengewichte an die Seile gehängt werden. Das wurde schon einmal während Revisionsarbeiten der alten Seilbahn gemacht. Die neue Kabine ist aber deutlich größer und kann 120 Personen fassen, was eine derartige Lösung erschweren könnte. Besuchern bleibt somit nur die Auffahrt mit der Zahnradbahn durch den Tunnel zum Zugspitzplatt und von dort weiter mit der Gletscherbahn hinauf zum Gipfel. Beide bleiben in Betrieb, da sie von dem Vorfall nicht betroffen sind.

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