Home
http://www.faz.net/-gup-74bt4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

„Prestige“-Prozess Kapitän weist Vorwürfe zurück

Im Prozess um den vor zehn Jahren gesunkenen Öltanker „Prestige“ wurde am Dienstag Kapitän Apostolos Mangouras als Hauptangeklagter vernommen. Der Grieche erklärt, er habe von dem schlechten Zustand des Tankers nichts gewusst.

© AFP Vergrößern Der Unglückskapitän des Öltankers „Prestige“, Apostolos Mangouras, weiste die Vorwürfe gegen sich und die philippinische Crew zurück.

Zehn Jahre nach dem Untergang des Öltankers „Prestige“ vor der spanischen Atlantikküste hat der damalige Kapitän jede Verantwortung für die Katastrophe von sich gewiesen. Der 77 Jahre alte Grieche Apostolos Mangouras sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa  am Dienstag bei seiner Anhörung vor einem Gericht in La Coruña, er sei über den schlechten Zustand des Tankers nicht im Detail unterrichtet gewesen.

An den technischen Inspektionen des Schiffes habe er nicht teilgenommen, betonte er nach einem Bericht des staatlichen spanischen Rundfunks RNE. Mangouras erklärte laut der Nachrichtenagentur AFP, dass vor dem Unglück alle notwendigen technischen Kontrollen vorgenommen worden seien. So seien der Schiffsrumpf und die Ballasttanks vor der Abfahrt inspiziert worden.

Mehr zum Thema

Mangouras ist der Hauptangeklagte in dem Verfahren vor dem Landgericht der nordwestspanischen Hafenstadt. Ihm werden unter anderem Umweltvergehen und die Missachtung von Anweisungen der spanischen Behörden zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft.

Neben ihm sind der aus den Philippinen stammende und bis heute flüchtige Erste Offizier, der griechische Maschinist sowie der damalige Chef der Handelsmarine, José Luis Lopez-Sors, angeklagt. Lopez-Sors hatte den havarierten Tanker aufs offene Meer beordert und damit vermutlich die Katastrophe noch vergrößert. Umweltschützer kritisierten, dass die eigentlichen Verantwortlichen aus der Politik nicht zur Rechenschaft gezogen würden.

Die „Prestige“ war am 13. November vor zehn Jahren vor der Nordwestküste Spaniens leckgeschlagen und sechs Tage später im Atlantik gesunken. Mindestens 50.000 der 77.000 Tonnen Schweröl an Bord strömten in den Atlantik und verpesteten über tausende Kilometer die Küsten in Spanien, Frankreich und Portugal. Zehntausende Seevögel verendeten, obwohl sich mehr als 300.000 Freiwillige aus ganz Europa am Kampf gegen die schwerste Ölpest in der Geschichte Spaniens beteiligten. Der Gesamtschaden wird auf vier Milliarden Euro geschätzt.

Quelle: AFP/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
33 Jahre Haft gefordert Deutscher gesteht Missbrauch zweier Mädchen auf Mallorca

Ein Deutscher machte auf Mallorca Tausende pornografische Aufnahmen von zwei Mädchen und verging sich an den Kindern. Die Eltern der Mädchen sollen für die Fotos bezahlt worden sein. Vom Missbrauch wollen sie aber nichts gewusst haben. Mehr

02.03.2015, 17:10 Uhr | Gesellschaft
Spanien Verletzte bei Greenpeace-Aktion vor den Kanaren

Die Proteste von Greenpeace richteten sich gegen ein Erdöl-Vorhaben in der Nähe der Kanarischen Inseln. Vertreter der spanischen Regierung verteidigten das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Mehr

18.11.2014, 14:23 Uhr | Politik
Primera División Barcelona holt nach Real-Madrid-Patzer auf

Was ist nur mit Real Madrid los? Auch das Heimspiel gegen Villarreal gewinnen die Königlichen nicht – trotz eines Ronaldo-Treffers. Auch Stadtrivale Atlético patzt. Besser macht es Barcelona. Mehr

02.03.2015, 09:11 Uhr | Sport
Sexy, aber arm Spanische Hipster müssen sparen

Spaniens Hauptstadt Madrid ist berühmt für ihr Nachtleben, doch die Wirtschaftskrise hat auch dort ihre Spuren hinterlassen. Clubbetreiber verzeichnen drastische Umsatzeinbrüche. Mehr

02.01.2015, 13:45 Uhr | Gesellschaft
Marktbericht Dax schließt so hoch wie nie zuvor

Auch das Griechenland-Drama hat die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt nicht gestoppt. der Dax erreichte ein weiteres Rekordhoch. Der Schuldenstreit dürfte die Finanzmärkte aber in der nächsten Woche weiter prägen. Mehr

20.02.2015, 18:17 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.11.2012, 15:32 Uhr

Oscar-Preisträgerin Julianne Moore liebt den Kölner Karneval

Schauspielerin Julianne Moore erinnert sich gerne an ihre Jahre in Deutschland, Prinz William setzt sich in China gegen Wilderei ein, und Madonna möchte sich mit der Chefin des Front National austauschen – der Smalltalk Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden