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„Prestige“-Prozess : Kapitän weist Vorwürfe zurück

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Der Unglückskapitän des Öltankers „Prestige“, Apostolos Mangouras, weiste die Vorwürfe gegen sich und die philippinische Crew zurück. Bild: AFP

Im Prozess um den vor zehn Jahren gesunkenen Öltanker „Prestige“ wurde am Dienstag Kapitän Apostolos Mangouras als Hauptangeklagter vernommen. Der Grieche erklärt, er habe von dem schlechten Zustand des Tankers nichts gewusst.

          Zehn Jahre nach dem Untergang des Öltankers „Prestige“ vor der spanischen Atlantikküste hat der damalige Kapitän jede Verantwortung für die Katastrophe von sich gewiesen. Der 77 Jahre alte Grieche Apostolos Mangouras sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa  am Dienstag bei seiner Anhörung vor einem Gericht in La Coruña, er sei über den schlechten Zustand des Tankers nicht im Detail unterrichtet gewesen.

          An den technischen Inspektionen des Schiffes habe er nicht teilgenommen, betonte er nach einem Bericht des staatlichen spanischen Rundfunks RNE. Mangouras erklärte laut der Nachrichtenagentur AFP, dass vor dem Unglück alle notwendigen technischen Kontrollen vorgenommen worden seien. So seien der Schiffsrumpf und die Ballasttanks vor der Abfahrt inspiziert worden.

          Mangouras ist der Hauptangeklagte in dem Verfahren vor dem Landgericht der nordwestspanischen Hafenstadt. Ihm werden unter anderem Umweltvergehen und die Missachtung von Anweisungen der spanischen Behörden zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft.

          Neben ihm sind der aus den Philippinen stammende und bis heute flüchtige Erste Offizier, der griechische Maschinist sowie der damalige Chef der Handelsmarine, José Luis Lopez-Sors, angeklagt. Lopez-Sors hatte den havarierten Tanker aufs offene Meer beordert und damit vermutlich die Katastrophe noch vergrößert. Umweltschützer kritisierten, dass die eigentlichen Verantwortlichen aus der Politik nicht zur Rechenschaft gezogen würden.

          Die „Prestige“ war am 13. November vor zehn Jahren vor der Nordwestküste Spaniens leckgeschlagen und sechs Tage später im Atlantik gesunken. Mindestens 50.000 der 77.000 Tonnen Schweröl an Bord strömten in den Atlantik und verpesteten über tausende Kilometer die Küsten in Spanien, Frankreich und Portugal. Zehntausende Seevögel verendeten, obwohl sich mehr als 300.000 Freiwillige aus ganz Europa am Kampf gegen die schwerste Ölpest in der Geschichte Spaniens beteiligten. Der Gesamtschaden wird auf vier Milliarden Euro geschätzt.

          Quelle: AFP/dpa

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