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Zu leicht entflammbar : Portugal will weniger Eukalyptus anbauen

Ein Blitzschlag löste den Waldbrand aus, der sich über die Eukalyptuswälder schnell verbreitete. Bild: dpa

Vier Wochen nach dem verheerenden Waldbrand in Portugal hat das Parlament beschlossen, den Eukalyptus-Anbau im Land zu verringern. Der Baum beschleunigt Feuer.

          Nach dem verheerenden Waldbrand vor vier Wochen in Portugal hat das Parlament in Lissabon beschlossen, die Fläche für den Anbau von Eukalyptus-Bäumen in den nächsten Jahren schrittweise zu verringern. Kurz vor der Sommerpause stimmten die Abgeordneten einer umfangreicheren Forstreform zu, die zum Ziel hat, die Brandgefahr zu verringern. Beim schlimmsten Waldbrand in der Geschichte des Landes waren im Juni in der Nähe von Pedrógão Grande 64 Personen ums Leben gekommen. Die Einzelheiten des Eukalyptus-Anbaus wird das zuständige staatliche Institut noch ausarbeiten.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Im Zuge eines neuen Brandschutzsystems wird Portugal zudem die Feuerwehren besser ausstatten. Es sollen Flugzeuge angeschafft und mehr Personal eingestellt werden. Während der jüngsten Katastrophe zeigten sich die Folgen der verfehlten Forstpolitik der vergangenen Jahrzehnte.

          Im 20. Jahrhundert hatte sich die Waldfläche in Portugal auf fast 40 Prozent des Staatsgebiets fast verdreifacht. Waldbesitzer pflanzten vor allem die schnell wachsenden und deshalb besonders lukrativen Eukalyptus-Bäume. Sie machen heute mit 812.000 Hektar den größten Anteil der Wälder aus und verdrängten den bisher dominierenden Mischwald mit seinen vielen Kiefern und Korkeichen. Der Eukalyptus ist allerdings leicht entflammbar und beschleunigte den jüngsten Brand auf fatale Weise.

          In Portugal wachsen Eukalyptus-Bäume auf einer Fläche von 812.000 Hektar. Und nicht auf 812 Millionen Hektar, wie es zunächst versehentlich geheißen hatte.

          Quelle: F.A.Z.

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