Nordkorea droht eine humanitäre Katastrophe. Erst herrschte dort Dürre – nun sind seit Tagen weite Teile des Landes infolge von Dauerregen nach einem Taifun überschwemmt worden. Dabei sind nach Regierungsangaben mindestens 119 Menschen ums Leben gekommen, die Wohnungen und Häuser von mehr als 80000 Menschen wurden zerstört. Von den Überschwemmung sind vor allem die westlichen und östlichen Küstengebieten betroffen. Die ohnehin unzureichende Situation der Lebensmittelversorgung in Nordkorea hat sich verschärft.
Schon vor den Katastrophen benötigten nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund drei Millionen Menschen in diesem Jahr Nahrungsmittelhilfen. Deren Zahl dürfte sich dramatisch erhöhen: Die Landwirtschaft im autoritär regierten Land ist durch die Flut schwer angeschlagen. Mehrere zehntausend Hektar Ackerland wurden zerstört. Das Rote Kreuz befürchtet, die Notrationen der Regierung würden nicht ausreichen. Zusätzlich zu Lebensmitteln brauchen die Menschen dringend Trinkwasser und medizinische Hilfe. Mitte der 1990er Jahre waren hunderttausende Nordkoreaner infolge einer Hungersnot gestorben.