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Nepal : Dutzende Bergsteiger sterben an Annapurna und Dhaulagiri

  • -Aktualisiert am

Erst als es aufklarte, konnten Hubschrauber zur Rettung eingesetzt werden. Bild: Reuters

Für zahlreiche Nepaltouristen hat die Urlaubsreise ein dramatisches Ende gefunden. Dutzende Bergsteiger sind in Lawinen gestorben. Ein Deutscher soll bisher unter den Opfern sein.

          Was als beeindruckende Urlaubsreise geplant war, hat für zahlreiche Nepaltouristen ein dramatisches Ende gefunden. In den vergangenen Tagen sind in Nepal dutzende Trekkingtouristen und Bergsteiger in Lawinen gestorben. Die für die Jahreszeit außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen sind Folge des Zyklons Hudhud, der am Sonntag über die Provinz Andhra Pradesh im Südosten Indiens gefegt ist. Die Ausläufer des Wirbelsturms erreichten insbesondere die Mitte und den Westen Nepals. In der Höhe ging der Regen als Schnee nieder, was die Lawinengefahr abrupt steigen ließ.

          Auch ein Deutscher unter den Toten

          Offiziell bestätigt wurden 26 Tote. Auch ein Deutscher soll unter ihnen sein. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten in den nächsten Tagen weiter steigen wird. Besonders betroffen ist die Region um die 8091 Meter hohe Annapurna. Im Süden und Osten des Massivs sollen vier Kanadier, ein Inder und drei einheimische Yak-Treiber durch Lawinen ums Leben gekommen sein. Auch auf der Nordseite des Annapurna-Massivs sind durch die enormen Schneefälle Menschen ums Leben gekommen. Für Acht Nepali kam jede Hilfe zu spät. Fünf Deutsche, fünf Polen und vier Trekking-Touristen aus Israel konnten gerettet werden, als das Wetter aufklarte und Flüge mit Hubschraubern möglich wurden. Bergsteiger, die wegen der enormen Schneemassen nicht weiterkommen, werden von den Behörden ausgeflogen. Zwei Militärhubschrauber wurden dafür am Mittwoch von der Hauptstadt Katmandu aus in die betroffene Region entsandt. Laut Behördenangaben konnten bis zum Donnerstag 43 Wanderer gerettet werden. Unterdessen ging am Donnerstag die Suche nach weiteren 80 Bergsteigern, Einheimischen und Yak-Hirten weiter. Einige Quellen sprechen sogar von mehr als hundert Vermissten.

          Drama im Himalaya : 85 Bergsteiger werden noch vermisst

          Im Westen der Annapurna, am 8167 Meter hohen Dhaulagiri, hat am Dienstag eine riesige Lawine das Basislager verschüttet. Zwei Teilnehmer einer slowakische Expedition, die sich bereits seit mehreren Wochen in dem Basislager aufhielt und die Aufstiegsroute zum Gipfel im unteren Teil schon mit Fixseilen gesichert hatte, sowie drei einheimische Begleiter starben unter den Schneemassen. Acht Slowaken und ein tschechischer Bergsteiger wurden zwischenzeitlich aus dem Basislager geholt und nach Pokhara gebracht.

          Weil es an Annapurna und Dhaulagiri im Gegensatz zum Mount Everest (8848 Meter) keine vorgelagerten Gebirgsketten gibt und die Vorberge insgesamt deutlich niedriger sind, treffen die Wolken dort ungehindert auf die hohen Berge. Auf der Südseite der Annapurna sind die Niederschläge um ein Vielfaches höher als in der Everest-Region. Für Lumle, eine Messstation 30 Kilometer nordwestlich von Pokhara gelegen, wird der mittlere Jahresniederschlag mit 5600 Millimetern angegeben. Dagegen sind es in Namche Bazar am Mount Everest nur 1100 Millimeter. Die Niederschläge der vergangenen Tage gehen aber weit über das normale Maß hinaus.

          Die Umgebung des Bergs Annapurna ist ein beliebter Reiseort für Trekkingtouristen in Nepal. Bilderstrecke
          Die Umgebung des Bergs Annapurna ist ein beliebter Reiseort für Trekkingtouristen in Nepal. :

          Mit dem Solo Khumbu, der Gegend am Fuß des Mount Everest, gehört die Annapurna-Region zu den beliebtesten Trekking-Zielen in Nepal. In der Hochsaison werden pro Tag rund 300 Trekking-Permits für die Annapurna Conservation Area ausgestellt. Auf einem technisch wenig anspruchsvollen Rundweg können Wanderer in etwas mehr als zwei Wochen das Annapurna-Massiv umrunden. Die Trekker erreichen dabei am Thorong-La, einem Pass im Norden des Annapurna-Massivs, eine Höhe von 5416 Metern. Insbesondere Oktober und November sind beliebte Reisemonate. Dann ist der Monsun vorbei, die Luft ist klar und den Besuchern dieser Gegend eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf Dhaulagiri, Annapurna und Machapuchare (6993 Meter).

          2014 wird als eines der schlimmsten Jahre in die Geschichte des Bergsteigens in Nepal eingehen. Im April kamen 16 einheimische Bergführer und Hochträger im Khumbu-Eisbruch ums Leben, nachdem sich eine Lawine aus Eis und Schnee an der Westschulter des Mount Everest gelöst hatte. Ende September wurden Sebastian Haag aus München und der Italiener Andrea Zambaldi im Gipfelbereich der Shisha Pangma von einer Lawine mehrere hundert Höhenmeter in den Tod gerissen.

          Quelle: F.A.Z.

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