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Nach dem Wirbelsturm New York erholt sich nur langsam

Am Tag zwei nach Wirbelsturm „Sandy“ beginnen die Aufräumarbeiten - und das Ausmaß der Verwüstung wird deutlich. Bis zu 20 Milliarden Dollar könnten die Schäden betragen. Besonders schwer getroffen wurden New York und New Jersey. Unsere Korrespondenten berichten.

© AFP Vergrößern Milliardenschäden nach „Sandy“: Die langsame Rückkehr zum Alltag

Verkehr

Auch zwei Tage, nachdem der Hurrikan Sandy in New York gewütet hat, ist die Stadt von einer Rückkehr zur Normalität noch weit entfernt. Bei der Wiederherstellung des Transportsystems gibt es nur kleine Fortschritte: Busse fahren mittlerweile wieder gewohnt und sind für eine Übergangszeit kostenlos. Die für die New Yorker so wichtigen U-Bahnen bleiben nach Schätzung von Bürgermeister Michael Bloomberg noch bis zu vier Tage gesperrt. In einzelnen U-Bahn-Stationen war das Wasser bis zur Decke gestiegen, auch die Bahntunnel zwischen Manhattan und Brooklyn waren überflutet. Wegen des Mangels an Transportgelegenheiten sollen Taxifahrer mehrere Passagiere mitnehmen. Die beiden Flughäfen John F. Kennedy und Newark nahmen am Mittwoch ihren Betrieb wieder auf. Der dritte Stadtflughafen La Guardia, der vor allem für Inlandsflüge genutzt wird, bleibt dagegen vorerst gesperrt.

Karte / Sandy / betroffene Staaten an der Ostküste © F.A.Z. Vergrößern Die betroffenen Staaten an der Ostküste

Strom

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Hunderttausende New Yorker sind weiter ohne Strom. Manhattan liefert ein unheimliches Kontrastprogramm, vor allem bei Nacht. Südlich der 25. Straße ist die Stadt fast komplett dunkel, nördlich davon gibt es das übliche Lichtermeer. Abgesehen von den geschlossenen U-Bahnen geht das Leben dort weitgehend seinen gewohnten Gang. Im Südteil sind kaum Geschäfte und Bars geöffnet, Stromquellen sind knapp und begehrt. Vor einem Übertragungswagen des Nachrichtensenders CNN, der freie Steckdosen hat, bilden sich Schlangen von Menschen, die ihre Handys aufladen. Die Polizeipräsenz in den dunklen Teilen Manhattans wurde verstärkt. Der Stromversorger Con Ed teilte mit, es könne noch vier Tage dauern, bis Manhattan wieder komplett Strom hat, anderswo sogar noch merklich länger. Auf der Insel Long Island sind derzeit sogar 90 Prozent der Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten

Infografik / Karte / Schäden durch Sandy © dpa Vergrößern Anteil der Einwohner ohne Strom

Krankenhäuser

Das von Notstromaggregaten betriebene Beth-Israel-Krankenhaus an der Ostseite Manhattans ist eines der wenigen erleuchteten Gebäude im Südteil der Insel. „Eine Menge Patienten sind zu uns gekommen, weil sie keinen Strom für ihre Beatmungsgeräte oder Asthma-Inhalatoren hatten“, berichtet eine Psychologin, die in diesen Tagen ihren Kollegen in der Notaufnahme aushilft. Sanitäter mussten Patienten aus den oberen Stockwerken der umliegenden Hochhäuser heruntertragen, weil die Aufzüge ausgefallen waren.

© reuters Vergrößern Wirbelsturm „Sandy“: Polizeiaufnahmen zeigen Rettungsaktion

Ohne U-Bahnen konnten viele Pflegerinnen, die kranke und alte New Yorker normalerweise zu Hause betreuen, ihren Dienst nicht versehen. Alle diese Patienten wurden in der Notaufnahme versorgt. „Es war organisiertes Chaos, aber es hat meinen Glauben an die Menschheit gestärkt“, sagt die Psychologin. Die Gegend um das Krankenhaus sei stockdunkel und gespenstisch gewesen. „Wir waren das einzige Licht.“

Halloween fällt aus

Hurrikan Sandy hat Konsequenzen für einige der populärsten Veranstaltungen in New York: Die für Mittwoch geplante traditionelle Halloween-Kostümparade durch das derzeit stromlose Greenwich Village wurde gestrichen - zum ersten Mal in ihrer 39 Jahre langen Geschichte. Die Parade soll aber nachgeholt werden, möglicherweise in der kommenden Woche.

Der für Sonntag angesetzte Marathon soll aber stattfinden. Es dürfte allerdings ein Rennen in kleinerem Rahmen als üblich werden. Etwa 47.000 Läufer sind gemeldet. Wie viele es angesichts der Behinderungen im Flugverkehr noch rechtzeitig in die Stadt schaffen, ist nicht abzusehen. Weil unklar ist, wie weit der öffentliche Personennahverkehr bis Sonntag wiederhergestellt ist, könnte es schwierig werden, zum Start des Rennens in den Stadtteil Staten Island an die Verrazano-Narrows-Brücke zu kommen. Es ist auch unklar, ob die Marathonstrecke nach den Überflutungen überall passierbar ist.

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