Ein Schiff mit etwa 200 mutmaßlichen Asylsuchenden an Bord ist im Indischen Ozean gekentert. Das Boot trieb nach Angaben der Behörden ungefähr 220 Kilometer nördlich der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel in indonesischen Gewässern. Das Militär habe aus der Luft etwa 40 Menschen ausgemacht, die auf dem im Wasser treibenden Rumpf gestanden hätten, teilte die australische Polizei am Donnerstag mit. Es sei zu befürchten, dass mindestens 75 Menschen ertrunken seien. Offenbar seien nicht für alle Insassen Rettungswesten vorhanden gewesen.
Zuvor hatte ein Sprecher des australischen Zolls gesagt, die Grenzbehörden hätten ein Boot in Seenot entdeckt, das vermutlich von Menschenschmugglern benutzt werde. Schiffe der indonesischen Marine machten sich auf den Weg zum Unglücksort.
Immer wieder wagen Asylsuchende von Indonesien aus mit Hilfe von Menschenschmugglern die waghalsige Überfahrt zu der Weihnachtsinsel. Allein in diesem Jahr machten die australischen Behörden bereits mehr als 50 Schiffe mit mehr als 4000 Flüchtlingen an Bord aus. Wiederholt kam es zu schweren Unglücken. So starben im vergangenen Dezember bis zu 200 Menschen vor der indonesischen Insel Java, weil ihr überbelegtes Boot unterging. Ein Jahr davor starben 50 Asylsuchende auf dem Weg zur Weihnachtsinsel, weil ihr Boot in stürmischen Gewässern an einem Fels zerschellte. 2001 kamen 350 Menschen auf dem Weg nach Australien um.