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Mexiko Explosion im Wolkenkratzer

Eine Explosion hat den 214 Meter hohen Wolkenkratzer des mexikanischen Ölkonzerns Pemex kurz vor Feierabend erschüttert. Mindestens 32 Menschen kamen ums Leben, mehr als 120 Personen wurden verletzt.

© dpa, reuters Vergrößern Mexiko-Stadt: Schwere Explosion im Pemex-Tower

Bei einer Explosion in einem Hochhaus des staatlichen mexikanischen Öl-Konzerns Petróleos Mexicanos (Pemex) sind in Mexiko-Stadt mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 weitere Personen wurden verletzt, als die Detonation im Keller eines Nebengebäudes der mehr als 200 Meter hohen Unternehmenszentrale am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mehrere Stockwerke zusammensacken ließ. „Die Leute schrieen. Von oben kamen riesige Wandplatten“, sagte der Pemex-Jurist Joaquin Borrell Valenzuela dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Augenzeugen beschrieben, wie Hunderte Mitarbeiter in Panik aus ihren Büros rannten, während über dem Gebäude ein schwarze Rauchwolke aufstieg.

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Nach Berichten örtlicher Medien hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 3500 Personen in dem Gebäude auf. Tausende wurden in Sicherheit gebracht. „Wir hatten zwei Minuten, um das Gebäude zu verlassen“, berichtete Astrid García Treviño, die in einem Anbau arbeitete. „Es war ein ohrenbetäubender Lärm. Der Boden wackelte wie bei einem Erdbeben.“ Pemex-Mitarbeiter Cristian Obele sagte Reportern: „Das Gebäude schwankte, und plötzlich gab es Trümmer. Wir konnten nicht einmal mehr die Leute direkt neben uns sehen.“ Andere Augenzeugen berichteten, in den Trümmern seien noch Menschen gefangen.

Detonation während der Bürozeit

Der Öl-Konzern beschäftigt etwa 160.000 Mitarbeiter, von denen etwa 10.000 in dem Pemex-Tower arbeiten. Mindestens 30 Menschen wurden verschüttet. Wie der mexikanische Innenminister Miguel Angel Osorio Chong mitteilte, konnte in der Nacht zum Freitag nach dem Einsatz von Spürhunden mindestens einer der Vermissten lebend aus den Trümmern gerettet werden. Zu der Ursache der Explosion äußerte sich der Innenminister dagegen vorerst nicht. Die Rettungskräfte, die das Gebäude kurz nach der Detonation während der Bürozeit gegen 16 Uhr erreichten, hatten von starkem Gasgeruch berichtet. Verschiedene Beobachter vermuteten einen Schaden an der Heizanlage des 54 Stockwerke hohen Baus.

Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes verwies auf einen Gas-Stau in den Leitungen des Gebäudes, während ein Gewerkschaftschef Wartungsmängel als mögliche Ursache nannte. „Wir warten die Untersuchungen ab. Vorschnelle Schuldzuweisungen sind nicht angebracht“, sagte Innenminister Osorio Chong.

Der im Jahr 1938 gegründete Pemex-Konzern, der zu den größten Unternehmen Lateinamerikas zählt, hatte mit Spekulationen über eine angeblich bevorstehenden Privatisierung in den vergangenen Wochen wiederholt Aufsehen erregt. In den vergangenen Jahren war die geförderten Ölmenge immer weiter gesunken. Während Pemex im Jahr 2008 je Tag noch etwa 3,08 Millionen Barrel (159 Liter) gefördert hatte, war die tägliche Fördermenge im Jahr 2011 auf 2,55 Millionen Barrel geschrumpft. Mit dem auf 16 Milliarden Dollar geschätzten Pemex-Jahresgewinn wird etwa ein Drittel des mexikanischen Haushalts finanziert.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
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