Home
http://www.faz.net/-gup-73wpk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Maya-Kalender Statt des Weltuntergangs ein Tsunami

 ·  Die Länder der Maya-Kulturregion bereiten sich auf das Ende des Zyklus „13 Baktún“ vor. Der vorausgesagte Weltuntergang könnte dabei zum Tourismuserfolg werden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Wieder einmal wirft ein Weltuntergang seinen Schatten voraus. Am 20. Dezember geht der Zyklus „13 Baktún“ des Maya-Kalenders zu Ende. Das hat Spekulationen über ein apokalyptisches Inferno Nahrung gegeben. Die Erde werde möglicherweise mit einem Asteroiden oder mit einem Schwarzen Loch zusammenstoßen, befürchten manche Zeitgenossen.

Doch tatsächlich wird es zu einem ungefährlichen „Tsunami“ kommen, der gewaltige Wellen von Touristenströmen in die Länder des Maya-Kulturkreises schwemmt. In den bedeutendsten archäologischen Gebieten der fünf Maya-Länder Guatemala, Honduras, El Salvador, Belize und vor allem Mexiko sei die Hotelkapazität im Dezember schon „vollkommen erschöpft“, teilen die Tourismus-Organisationen mit. Allein Mexiko erwartet für die Maya-Region etwa zehn Millionen Besucher, in den anderen Ländern wird mit insgesamt fünf Millionen gerechnet.

Die Zeiteinheit Baktún umfasst 144 000 Tage und entspricht 394,26 Jahren. Der Maya-Kalender, obwohl nicht von den Mayas selbst entworfen, sondern möglicherweise von den Olmeken, geht zurück auf das fünfte vorchristliche Jahrhundert. Er verläuft nicht linear, sondern zyklisch, so dass am Ende eines solchen Zeitraums ein neuer Zyklus beginnt. Die bedeutendsten Stätten der Maya, deren kulturelle Hochblüte zwischen 250 und 900 christlicher Zeitrechnung lag, sind Palenque, Tulúm, Comalcalco, Chichen Itzá, Uxmal, Cobá (Mexiko), Xunantunich (Belize), Joya de Cerén (El Salvador), Tikal (Guatemala) und Copán (Honduras).

In der Nacht vom 20. zum 21. Dezember will der Tourismusminister von El Salvador, der zugleich Präsident der Organisation „Mundo Maya“ (Maya-Welt) ist, zusammen mit Ministern aus den anderen Ländern über Satellit eine Telekonferenz von der zentralen Feier aus den Ruinen von Tazumal (El Salvador) schalten, die von Kanada bis Kolumbien übertragen werden soll. Jedes Land wird das Ende des „13 Baktún“ auf seine Weise begehen, mit Konzerten, Gastronomie-Festivals, religiösen Zeremonien, den traditionellen Maya-Ballspielen, archäologischen Führungen und wissenschaftlichen Vorträgen. Einige Veranstaltungen beginnen bereits im November. El Salvador will im Hafen La Libertad (Pazifik) aus Holz, Wasser, Erde und Feuer symbolisch vier Maya-Pyramiden errichten.

Der neue Zyklus soll mit Konzerten, nächtlichen Surf-Wettbewerben und einem gewaltigen Christbaum empfangen werden, um die Maya-Feier mit der christlichen Weihnacht zu verbinden.

  Weitersagen Kommentieren (19) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Stärke 6,1 Schweres Beben erschüttert Nicaragua

Ein schweres Erdbeben und drei schwächere Nachbeben haben Nicaragua erschüttert. Es gab etliche Verletzte, dutzende Häuser wurden beschädigt. Mehr

11.04.2014, 05:54 Uhr | Gesellschaft
Zu jung für die Uni? Probieren geht vor Studieren

Die Abiturienten werden immer jünger. Das „Gap Year“ zwischen Schule und Hochschule wird populärer. Inzwischen bieten auch viele Unis Orientierungsjahre an. Mancherorts für richtig viel Geld. Mehr

23.04.2014, 03:00 Uhr | Beruf-Chance
Biblische Archäologie So sah Jerusalem zu Zeiten Jesu aus

Zu Ostern pilgern wieder Zehntausende zu den Stätten der Passionsgeschichte. Doch das historische Jerusalem ist längst zerstört, überbaut und teilweise restauriert. Eine interaktive Zeitreise in die biblische Geschichte. Mehr

18.04.2014, 12:55 Uhr | Wissen

26.10.2012, 16:30 Uhr

Weitersagen

Franz Beckenbauer Der Kaiser trägt jetzt Bart

Franz Beckenbauer trägt neuerdings Bart. Seine Frau soll zufrieden sein. Der Kaiser selbst sagt, auf Safari habe er sich eben nicht rasieren können. Warum das keinen Sinn ergibt und weiteren Smalltalk lesen Sie hier. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden