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Maya-Kalender Statt des Weltuntergangs ein Tsunami

Die Länder der Maya-Kulturregion bereiten sich auf das Ende des Zyklus „13 Baktún“ vor. Der vorausgesagte Weltuntergang könnte dabei zum Tourismuserfolg werden.

© dapd Vergrößern Diese rekonstruierte Wandmalerei wird derzeit im Naturwissenschaftlichen Museum in Houston (Texas) in einer Ausstellung über die Maya gezeigt.

Wieder einmal wirft ein Weltuntergang seinen Schatten voraus. Am 20. Dezember geht der Zyklus „13 Baktún“ des Maya-Kalenders zu Ende. Das hat Spekulationen über ein apokalyptisches Inferno Nahrung gegeben. Die Erde werde möglicherweise mit einem Asteroiden oder mit einem Schwarzen Loch zusammenstoßen, befürchten manche Zeitgenossen.

Doch tatsächlich wird es zu einem ungefährlichen „Tsunami“ kommen, der gewaltige Wellen von Touristenströmen in die Länder des Maya-Kulturkreises schwemmt. In den bedeutendsten archäologischen Gebieten der fünf Maya-Länder Guatemala, Honduras, El Salvador, Belize und vor allem Mexiko sei die Hotelkapazität im Dezember schon „vollkommen erschöpft“, teilen die Tourismus-Organisationen mit. Allein Mexiko erwartet für die Maya-Region etwa zehn Millionen Besucher, in den anderen Ländern wird mit insgesamt fünf Millionen gerechnet.

Die Zeiteinheit Baktún umfasst 144 000 Tage und entspricht 394,26 Jahren. Der Maya-Kalender, obwohl nicht von den Mayas selbst entworfen, sondern möglicherweise von den Olmeken, geht zurück auf das fünfte vorchristliche Jahrhundert. Er verläuft nicht linear, sondern zyklisch, so dass am Ende eines solchen Zeitraums ein neuer Zyklus beginnt. Die bedeutendsten Stätten der Maya, deren kulturelle Hochblüte zwischen 250 und 900 christlicher Zeitrechnung lag, sind Palenque, Tulúm, Comalcalco, Chichen Itzá, Uxmal, Cobá (Mexiko), Xunantunich (Belize), Joya de Cerén (El Salvador), Tikal (Guatemala) und Copán (Honduras).

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In der Nacht vom 20. zum 21. Dezember will der Tourismusminister von El Salvador, der zugleich Präsident der Organisation „Mundo Maya“ (Maya-Welt) ist, zusammen mit Ministern aus den anderen Ländern über Satellit eine Telekonferenz von der zentralen Feier aus den Ruinen von Tazumal (El Salvador) schalten, die von Kanada bis Kolumbien übertragen werden soll. Jedes Land wird das Ende des „13 Baktún“ auf seine Weise begehen, mit Konzerten, Gastronomie-Festivals, religiösen Zeremonien, den traditionellen Maya-Ballspielen, archäologischen Führungen und wissenschaftlichen Vorträgen. Einige Veranstaltungen beginnen bereits im November. El Salvador will im Hafen La Libertad (Pazifik) aus Holz, Wasser, Erde und Feuer symbolisch vier Maya-Pyramiden errichten.

Der neue Zyklus soll mit Konzerten, nächtlichen Surf-Wettbewerben und einem gewaltigen Christbaum empfangen werden, um die Maya-Feier mit der christlichen Weihnacht zu verbinden.

Quelle: F.A.Z.

 
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