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Veröffentlicht: 15.06.2017, 20:57 Uhr

Brand im Grenfell-Hochhaus Die Feuerbekämpferin

Dany Cotton war eine der ersten Frauen in der Londoner Feuwehr. Die Katastrophe im Hochhaus Grenfell trifft sie direkt zu Beginn ihrer Zeit als Feuerwehrchefin.

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© © Crispin Hughes Mit achtzehn Jahren kam Dany Cotton als eine der ersten dreißig Frauen zur Londoner Feuerwehr. Noch heute passt das einigen männlichen Kollegen nicht.

In ihrem ersten Interview als Feuerwehrchefin prangerte Dany Cotton an, dass es in den Häusern Londons noch immer zu wenige Rauchwarnmelder gebe. Sie nannte es die größte Tragödie, dass Menschen durch Rauch und Flammen sterben, nur weil sie nicht gewarnt würden. „Wir kommen vorbei und bringen einen Rauchmelder an – kostenfrei“, sagte sie an die Londoner gerichtet.

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Nur drei Monate später wird auch Dany Cotton von einer Katastrophe überwältigt, wie sie London seit 30 Jahren nicht erlebt hat. Im November 1987 hatte eine hölzerne Rolltreppe der U-Bahn-Station King’s Cross St. Pancras Feuer gefangen, 31 Menschen kamen ums Leben. Im Hochhaus Grenfell sind in der Nacht zu Mittwoch mindestens 17 Personen zu Tode gekommen. Auch wenn in einigen Wohnungen die Rauchmelder funktionierten, einen Feueralarm, wie ihn so ein hohes Gebäude haben müsste, gab es nicht.

Eine der ersten Frauen in einer Männerwelt

Dany Cotton ist die erste Frau auf dem Posten des Londoner Feuerwehrchefs. Im Januar hat sie die Verantwortung für 102 Stationen mit 4800 Feuerbekämpfern übernommen, unter ihnen auch einige hundert Frauen. Das war 1988, als die 18 Jahre alte Dany Cotton zur Feuerwehr ging, noch anders. Erst 1982 wurden Frauen überhaupt zugelassen, obwohl bereits im Zweiten Weltkrieg 70000 bei den Feuerwehren des Vereinigten Königreichs Dienst taten – bis die Männer von der Front zurück waren.

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Dany Cotton musste sich in einer Männerwelt beweisen. Sie war erst die 30. Frau, die bei der Londoner Feuerwehr aufgenommen wurde. Sie hatte sich auf ein Stellenangebot beworben, in dem ausdrücklich nach Frauen, Farbigen und Menschen mit Migrationshintergrund gesucht wurde. Das aber passte vielen männlichen Kollegen nicht. Sie fürchteten um ihren Heldenstatus und sahen ihre Arbeit entwertet, weil sie auch von Frauen erledigt wurde.

Cotton hat viele Pläne für die Londoner Feuerwehr

Der Drill sei hart gewesen, erinnert sie sich „Es ging zu wie beim Militär.“ Es sei ein Kulturschock gewesen, viele Frauen standen es nicht durch. Das hat sich inzwischen geändert. Trotzdem glaubt Dany Cotton, dass es bei der Polizei weniger Sexismus und mehr Karrierechancen für Frauen gibt. Selbst sie als Chefin werde noch immer gemobbt. Meist von pensionierten Kollegen, die nicht einsehen wollen, dass sie einfach die beste Person für den Job ist.

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Überhaupt habe der Job mit den traditionellen Vorstellungen, wie sie Fireman Sam in der britischen Kinderserie verkörpere, nicht mehr viel zu tun. Dany Cotton, die nicht verheiratet ist, aber einen erwachsenen Stiefsohn hat, will neue Wege beschreiten und zum Beispiel aus Feuerwehrstationen „sichere Häfen“ machen, die rund um die Uhr geöffnet sind. „Frauen, die nachts allein nach Hause gehen und bedrängt werden, oder Jugendliche, die von anderen belästigt werden, können jederzeit an unsere Türen klopfen.“

Auch im Königreich sind Hausbrände dank strengerer Gesetze und weniger Raucher rückläufig. Die Aufgaben ändern sich mit den Zeiten. Darum will Dany Cotton auch das Wort „Feuerwehrmann“ aus dem Sprachgebrauch verbannen und durch „Feuerbekämpfer ersetzen.

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