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Zugunglück in NRW : Lokführer sollte vor Zusammenstoß weiterfahren

Am Schauplatz des Unglücks. Bild: dpa

Der Lokführer des in Meerbusch verunglückten Zuges hat weisungsgemäß gehandelt. Ob der Fahrdienstleiter, der ihn zum Weiterfahren aufforderte, einen Fehler gemacht hat, ist aber noch offen.

          Unmittelbar vor dem Zugunglück in Meerbusch hat der Triebwagenführer der Regionalbahn am Dienstagabend einen Fahrauftrag erhalten, obwohl auf der Strecke vor ihm noch ein Güterzug stand. Das ist das Zwischenergebnis der Untersuchungen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchungen (BEU) in Bonn. „Damit durfte der Lokführer des Regionalexpresses weiterfahren, denn der Fahrauftrag hebt ein Haltesignal auf“, sagte ein BEU-Sprecher dieser Zeitung.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Keinesfalls sei damit aber schon geklärt, dass das Unglück, bei dem 50 Passagiere verletzt wurden, auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgehe. „Auch technische Ursachen sind denkbar, deshalb laufen die Untersuchungen in alle Richtungen“, sagte der BEU-Sprecher. Derzeit würden alle Beweisstücke gesammelt und bewertet, die Untersuchungen könnten sich bis zu einem Jahr hinziehen.

          Fest stehe mittlerweile aber auch, dass der Güterzug kurz vor dem Aufprall des Regionalexpresses gerade wieder angefahren war, weil er zuvor das Signal zur Einfahrt in den nahegelegenen Bahnhof Meerbusch-Osterath bekommen hatte. Durch das Anfahren des Güterzugs sei der Aufprall gemildert worden.

          Unterdessen berichtete die Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass es auf der Strecke seit vielen Jahren immer wieder zu Signalstörungen komme und Züge deshalb auf freier Strecke anhalten müssten. Auch am Dienstagabend hatte der Regionalexpress anhalten müssen. Als Grund dafür nannte der Triebwagenführer seinen Fahrgästen per Durchsage einen vorausfahrenden Zug.

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