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Nach Unglück in Havanna : Mexikaner helfen bei den Ermittlungen zur Absturzursache

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte untersuchen am Freitag in Havanna die abgestürzte Passagiermaschine. Bild: dpa

Die Maschine zerschellt kurz nach dem Start, die Ursache wird noch ermittelt. Von Flug DMJ 0972 bleiben zerfetzte Flugzeugteile zwischen hohem Gras und Palmen. Nur drei Frauen überleben.

          Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs auf Kuba arbeiten die Ermittler an der Klärung der Unglücksursache. Flug DMJ 0972 war kurz nach dem Start am Freitag in Havanna abgestürzt. Dabei kamen wahrscheinlich mehr als 100 Menschen ums Leben. Offizielle Angaben zur Zahl der Opfer lagen am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) noch nicht vor.

          Eine Kommission untersuche die Umstände des Unfalls, so Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel. Auch Mexiko will Ermittler schicken. Die Besetzung des Flugzeugs war mexikanisch.

          Nach Angaben der kubanischen Parteizeitung „Granma“ wurden am Freitag lediglich drei Frauen und ein Mann lebend aus den Trümmern geborgen. Der Mann sei kurz darauf gestorben. Mehrere Medien berichteten von 104 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern aus Mexiko an Bord der Maschine. Bis auf fünf Passagiere stammten alle Fluggäste von der Karibikinsel selbst. Zwei Opfer kommen aus Argentinien, wie das Außenministerium in Buenos Aires mitteilte.

          Der Zustand der drei Überlebenden sei stabilisiert worden, sagte der Leiter der Klinik Calixto García in Havanna, Carlos Alberto Martínez Blanco. Er sei jedoch weiterhin kritisch, berichtete die Zeitung „Cubadebate“. Eine Patientin hatte demnach schwere Verbrennungen an 30 Prozent ihres Körpers erlitten.

          Kubas Präsident Díaz-Canel sprach den Familien im Namen der Regierung Beileid aus. Mehr als die Hälfte der Opfer stammte nach Angaben von „Cubadebate“ aus der Stadt Holguín im Osten der Insel, die das Ziel des Flugs DMJ 0972 gewesen wäre. Familien der Opfer sollten zunächst nach Havanna geflogen werden, berichtete „Granma“. Wegen schlechten Wetters seien sie aber mit Bussen in die Hauptstadt gefahren.

          Die Maschine war unmittelbar nach dem Start auf einem Feld nahe dem Flughafen José Martí zerschellt. Die weißen Teile lagen zwischen hohem Gras und Palmen. Die Besatzung stammte aus Mexiko. Sie habe aus einem Piloten, einem Co-Piloten und drei Flugbegleiterinnen bestanden, teilte das Verkehrsministerium des lateinamerikanischen Landes mit.

          Bis Sonntagnacht offizielle Trauerzeit

          Die Maschine vom Typ Boeing 737 gehörte der mexikanischen Fluggesellschaft Damojh, sie wurde jedoch von der staatlichen kubanischen Gesellschaft Cubana gemietet und betrieben. Die Fluggesellschaft Damojh wurde 1990 in Mexiko gegründet, zur Flotte zählen laut Ministerium lediglich drei Flugzeuge.

          Auf Videoaufnahmen war eine dichte Rauchwolke in der Nähe des Flughafens zu sehen. Ein Video, das in den sozialen Medien geteilt wurde, zeigte einen Feuerball über der Absturzstelle.

          Kubas Regierung rief eine bis Sonntagnacht dauernde offizielle Trauerzeit aus. Auch der ehemalige kubanische Präsident Rául Castro drückte sein Beileid aus. Das berichtete das Staatsfernsehen. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto schrieb auf Twitter, Mexikos Gedanken seien bei den Familienangehörigen und Opfern.

          Der letzte größere Unfall einer Passagiermaschine auf Kuba hatte sich 2010 ereignet. Damals war in dem Karibikstaat ein Flugzeug der Airline Aerocaribbean mit Touristen an Bord auf dem Weg vom östlich gelegenen Santiago de Cuba nach Havanna abgestürzt. Alle 68 Insassen, darunter zwei Deutsche, starben.

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