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Kuba : Mehr als 100 Tote bei Flugzeugabsturz

  • Aktualisiert am

Ort des Unglücks: Bergungsarbeiten nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 in der Nähe von Havanna Bild: AFP

In Kuba ist ein Flugzeug kurz nach dem Start abgestürzt – mehr als 100 Menschen befanden sich an Bord. Drei Frauen haben nach Angaben der Rettungskräfte überlebt. Sie sind schwer verletzt.

          Bei einem Flugzeugabsturz in Kuba sind am Freitag nach offiziellen Angaben mehr als 100 Menschen gestorben. An Bord der Maschine seien neun Besatzungsmitglieder und 105 Passagiere gewesen, darunter fünf Kinder, berichteten mehrere staatliche Medien. Drei Frauen hätten schwer verletzt überlebt, sagte der Direktor des Calixto-Garcia-Krankenhauses in der Hauptstadt. Fünf Fluggäste sowie die Crew stammten aus dem Ausland, berichteten Medien. Die Regierungen von Mexiko und Argentinien teilten mit, unter den Toten seien Bürger ihrer Staaten. Kuba ordnete für das Wochenende Staatstrauer an.

          Die fast 40 Jahre alte Boeing 737 war kurz nach dem Start in Havanna um 12:08 Uhr Ortszeit abgestürzt. Die Unglücksstelle liegt etwa 20 Kilometer südlich der Hauptstadt. Die Maschine mit der Flugnummer CU972 sollte nach Holguín im Osten der Karibikinsel fliegen, die dortige Region ist wegen ihrer Strände bei Touristen sehr beliebt. Über die Absturzursache war zunächst nichts bekannt.

          Auf Videoaufnahmen war nach dem Absturz eine dichte Rauchwolke in der Nähe des Flughafens zu sehen. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. Wie das kubanische Nachrichtenportal „Prensa Latina“ berichtete, befanden sich die nationale Polizei und Feuerwehr am Unglücksort. Auch Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel und der Gesundheitsminister Roberto Morales waren vor Ort. Díaz-Canel sprach von einer „hohen Zahl“ an Opfern. Laut Behördenangaben stammt die Besatzung aus Mexiko.

          Viele Menschen stehen fassungslos hinter einer Absperrung und schauen in Richtung des Absturzortes der Boeing 737 rund 20 Kilometer südlich von Havanna. Bilderstrecke

          Das Flugzeug gehört der mexikanischen Fluggesellschaft „Damojh Global Air“ (Aerolíneas Damojh) und wurde von der staatlichen kubanischen „Cubana de Aviación“ gemietet, wie die Direktorin der kubanische Flugbehörde, Mercedes Vazques, bestätigte. Aerolíneas Damojh wurde 1990 in Mexiko gegründet, zur Flotte zählen laut mexikanischem Ministerium lediglich drei Flugzeuge. Cubana besitzt dagegen 24 Flugzeuge, überwiegend aus russischer Produktion. Die Flugstrecke zwischen Havanna und Holguín beträgt ungefähr 670 Kilometer.

          Die spanische Version der BBC zitierte einen Anwohner: „Zuerst hat man einen lauten Knall gehört, danach stieg Rauch auf. Ein wenig später eilten die Feuerwehrautos und Krankenwagen vorbei. Die Straßen sind geschlossen und immer noch sieht man eine Rauchsäule.“

          Ende April waren beim Absturz eines kubanischen Militärflugzeugs acht Soldaten ums Leben gekommen. Das Transportflugzeug 26 prallte in der Region Artemisa im Westen des Karibikstaates gegen einen Berg. Im Jahr 2010 starben bei einem Flugzeugabsturz der Airline Aerocaribbean mit Touristen an Bord alle 68 Passagiere, darunter auch zwei Deutsche.

          Holguín ist mit etwa 346.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt auf der karibischen Insel – es ist ebenso der Name der Provinz.

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