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Laut Klimaforschern : Ereignisse wie „Irma“ könnten Normalität werden

  • Aktualisiert am

Darstellung des Hurrikans Irma von der Seite der National Oceanic and Atmospheric Administration Bild: NOAA

Fachleute sind überzeugt, dass „Irma“ auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Denn die Erderwärmung liefert mehr Energie und Feuchtigkeit für Wetter-Extreme. Kann der Mensch noch reagieren?

          Angesichts des Tropensturms „Irma“ hat der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Joachim Schellnhuber, auf eine Umsetzung des UN-Klimaschutzabkommens gedrungen. „Ich kann Ihnen versichern, dass die Wissenschaft genügend Belege dafür hat, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat, dass die Stürme stärker werden“, sagte Schellnhuber am Donnerstag in Berlin. Es sei erst der Beginn einer „dramatischen Entwicklung“. „Wenn wir das Pariser Abkommen nicht umsetzen, werden Ereignisse dieser Art die neue Normalität werden“, warnte der Klimaforscher.

          Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Aufnahme aus dem Dezember 2016)
          Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Aufnahme aus dem Dezember 2016) : Bild: dpa

          Schellnhuber sagte, noch könne man nicht sagen, was durch „Irma“ noch geschehen werde. Der Hurrikan sei aber „potenziell katastrophal“. „Irma“ ist der stärkste je gemessene Wirbelsturm. In der Nacht zu Donnerstag hatte er in der Karibik erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mindestens zehn Menschen starben. Im Laufe des Tages sollte der Hurrikan Haiti und die Dominikanische Republik erreichen.

          Auch der Klimaforscher Anders Levermann betonte, dass die Intensität der Wetterextreme zunehmen werde. Zwar ließen sich einzelne Phänomene wie die Hurrikane „Irma“ oder „Harvey“ nicht in direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel bringen. „Es gab auch früher schon starke Hurrikane“, sagte der Wissenschaftler dem Evangelischen Pressedienst. Klar sei aber, dass die Erderwärmung für mehr Energie und Feuchtigkeit in der Atmosphäre sorge, erläuterte Levermann, der ebenfalls am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung arbeitet.

          Die Feuchtigkeit könne sich in heftigen Niederschlägen entladen, führte der Forscher aus. Dies zeige sich etwa am Monsun, der zurzeit starke Überschwemmungen in Südasien verursacht. Hurrikane dagegen speisten ihre Energie aus Wasseroberflächen. „Wenn wir die Atmosphäre erwärmen, erwärmen wir den Ozean, und das ist Energie, aus der die Stürme ihre zerstörerische Kraft ziehen.“

          Bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 hatten sich die Staaten dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf 1,5 Grad bis zwei Grad Celsius zu begrenzen und dafür die Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Das Abkommen wurde als Durchbruch gefeiert, weil auch die Vereinigten Staaten und China erstmals verbindliche Zusagen machten. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat allerdings angekündigt, aus dem Abkommen wieder auszusteigen.

          Quelle: epd

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