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Egypt-Air-Maschine : Weiter keine Hinweise auf Ursache von MS804-Verschwinden

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Mehr als 24 Stunden nach dem Verschwinden von Flug MS804 fehlt von der Maschine noch immer jede Spur. Amerikanische Satellitenbilder zeigen keine Hinweise auf eine Explosion.

          Nach dem Absturz des Egyptair-Flugzeugs sucht auch die französische Regierung weiter nach Hintergründen. „Wir haben absolut keinen Hinweis auf die Ursache“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault am Freitag dem Sender France2. Es würden weiter alle Möglichkeiten geprüft, bisher gebe es keine bevorzugte Hypothese.

          Unterdessen ist am Freitag die großangelegte Suche nach möglichen Wrackteilen des vermissten ägyptischen Passagierflugzeugs im Mittelmeer fortgesetzt worden. Beteiligt daran sind Marineschiffe und Flugzeuge aus Ägypten, Frankreich und Griechenland. Auch Handelsschiffe beteiligen sich an der Suche. Gefunden wurden entgegen anderslautenden Berichten zunächst keine Überreste des Fluges MS804, auch die Ursache des Absturzes blieb weiter unklar. Aus Frankreich sind am Freitagmorgen vier Luftfahrtexperten in Kairo eingetroffen. Dabei handele es sich um drei Mitarbeiter der französischen Behörde für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt und einen Vertreter des Flugzeugbauers Airbus, hieß es am Freitag aus Flughafenkreisen in Kairo. Auch Experten aus den Vereinigten Staaten werden erwartet.

          Ägyptens Präsident ordnete am Donnerstagabend in Kairo eine „intensivierte“ Suche an, um das Flugzeugwrack zu finden. Alle betroffenen Behörden müssten ihre Anstrengungen verstärken, darunter das Ministerium für zivile Luftfahrt, die Marine und die Luftwaffe, hieß es in einer Mitteilung der Präsidentschaft. Vorerst blieb die Suche allerdings erfolglos. Amerikanische Behördenvertreter sagten, eine erste Auswertung von Satellitenbildern habe keine Anzeichen für eine Explosion an Bord ergeben. Die Vereinigten Staaten schlössen keine mögliche Ursache aus, weder einen technischen Defekt noch einen Terroranschlag noch einen bewusst herbeigeführten Absturz durch den Piloten oder die Crew.

          Egypt Air : Suche nach abgestürztem Flugzeug geht weiter

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich zurückhaltend zu den möglichen Ursachen. „Wir kennen die Ursachen des Absturzes noch nicht, deswegen bin ich mit Spekulationen sehr vorsichtig“, sagte er während eines Besuchs in Washington. Über mögliche Konsequenzen könne erst gesprochen werden, wenn die Ursache feststehe. Der Innenminister hob aber hervor, dass die deutschen Behörden bereits seit dem Absturz einer russischen Passagiermaschine mit 224 Todesopfern über der Sinai-Halbinsel Ende Oktober die Zusammenarbeit mit Ägypten bei der Flugsicherheit verstärkt hätten. Ägypten habe seither „große Fortschritte“ bei der Verbesserung der Flugsicherheit gemacht.

          Egypt Air nahm frühere Angaben zum Fund von Wrackteilen im Mittelmeer zurück. Die entdeckten Gegenstände seien „nicht Teile unseres Flugzeuges“, sagte der Vizepräsident der Fluglinie, Achmed Adel, dem Fernsehsender CNN. Er korrigierte damit frühere Angaben seines Unternehmens, dass unter anderem Rettungswesten und Plastikteile von Flug MS804 gefunden worden seien.

          Anschlag erscheint für Regierung plausibel

          Die Egypt-Air-Maschine mit 66 Menschen an Bord war in der Nacht zum Donnerstag auf dem Weg von Paris nach Kairo, als sie ohne Vorwarnung über dem Mittelmeer von den Radarschirmen verschwand. Möglicherweise wurde das Flugzeug Ziel eines Anschlags: Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines „Terrorangriffs“ höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Sherif Fathy in Kairo. Er warnte aber zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen.

          Die bekannt gewordenen Informationen über das Absturzgeschehen ließen die Anschlagstheorie plausibel erscheinen. Der Pilot setzte keinen Notruf ab, was auf einen plötzlichen Verlauf hindeutete. Die letzte Kommunikation mit dem Piloten gab es wenige Minuten vor dem Verschwinden des Flugzeugs. Dabei habe der Pilot „kein Problem erwähnt“, teilt die griechische Flugaufsicht mit. Nach einem zunächst störungsfreien Flug kam die Maschine den bisherigen Erkenntnissen zufolge dann heftig ins Trudeln: Erst schwenkte sie um 90 Grad nach links, kurz darauf um 360 Grad nach rechts. Zugleich sei der Airbus A320 von mehr als rund 11.000 Metern auf rund 4500 Meter abgesackt.

          Quelle: lohe./peer./AFP/Reuters

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