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Veröffentlicht: 13.02.2017, 09:27 Uhr

Auf die Dürre folgt die Flut Höchste Talsperre Amerikas droht zu bersten

Die Dürre, die Kalifornien jahrelang gebeutelt hat, ist vorbei. Jetzt droht plötzlich die Oroville-Talsperre zu brechen. 160.000 Menschen mussten am Sonntag ihre Häuser verlassen, weil jederzeit mit einer Überflutung zu rechnen ist.

von , San Francisco
© dpa Katastrophe: der beschädigte Überlauf des Oroville-Staudamms am erodierten Hang in Oroville.

In den vergangenen fünf Jahren war die Oroville-Talsperre nicht viel mehr als ein Geistersee. Die Dürre hatte den Feather River, den der Damm knapp 120 Kilometer nördlich der kalifornischen Landeshauptstadt Sacramento aufstaut, zu einem Rinnsal werden lassen. Der Pegel hinter dem höchsten Damm der Vereinigten Staaten war so niedrig, dass der Wassersport auf dem See untersagt wurde und viele Boote auf dem Trockenen landeten. Im Jahr 2013 war die Kapazität der Talsperre nur zu einem Drittel ausgeschöpft. Im vergangenen Jahr waren es knapp 50 Prozent.

Nach den ergiebigen Niederschlägen an der amerikanischen Westküste in diesem Winter ist alles anders: Der Oroville-Stausee läuft jetzt über. Der Feather River führt derart viel Wasser, dass mehr als 160.000 Bewohner unterhalb des Damms am Sonntag ohne lange Vorwarnzeit ihre Häuser verlassen mussten, weil jederzeit mit einer Überflutung zu rechnen ist. Diese größte Evakuierung in der jüngeren Geschichte Kaliforniens zeigt, dass die Dürre, die den Bundesstaat jahrelang gebeutelt hat, vorbei ist.

Als der damalige Gouverneur Kaliforniens und spätere amerikanische Präsident Ronald Reagan die Talsperre im Jahr 1968 einweihte, konnte er von Superlativen schwärmen. Mit einer Höhe von 235 Metern war Oroville damals die höchste Erddamm-Talsperre der Welt. Inzwischen gibt es einige höhere Erddämme auf der Welt, aber Oroville ist immer noch die höchste Talsperre der Vereinigten Staaten. Der Stausee ist das Kernstück des „California Water Project“, eines riesigen Systems aus Dämmen und Kanälen, das Trinkwasser aus dem Norden des Bundesstaates nach Los Angeles in den durstigen Süden bringt. Als Folge der extremen Dürre der vergangenen fünf Jahre in Kalifornien wurden diese Lieferungen aber drastisch reduziert. Dennoch erreichten viele Stauseen, darunter auch die Oroville-Talsperre, die niedrigsten Wasserstände seit ihrer Einweihung.

Höchster je gemessener Pegel

Seit Anfang vergangener Woche ist der Oroville-Stausee aber nicht mehr wiederzuerkennen. Am letzten Montag erreichte der Wasserstand den höchsten je gemessenen Pegel. In der Nacht zum Dienstag mussten die Schleusentore geöffnet werden, um ein unkontrolliertes Überlaufen der Talsperre zu verhindern. Bis zu 1800 Kubikmeter Wasser wurden pro Sekunde durch den dafür vorgesehenen Überlauf aus der Talsperre abgeleitet. Schon nach wenigen Tagen tat sich aber in dem mit einer dicken Betonschicht ausgelegten Bett des Überlaufs ein mehr als zehn Meter tiefer Krater auf, der im Laufe von Stunden immer größer wurde.

44763246 Dramatische Bilder: Das Wasser schießt in die Tiefe. © AP Bilderstrecke 

Um weitere Schäden zu verhindern, wurde der Wasserfluss durch diesen Überlauf am Freitag unterbrochen und in einen Ersatzüberlauf umgeleitet. Dieser Ausfluss war seit Bestehen des Stausees noch nie benutzt worden. Er ist nicht mit Beton ausgelegt, sondern folgt dem natürlichen Verlauf eines ehemaligen Flussbetts. Zunächst leitete der Ersatzüberlauf das Wasser des Stausees wie vorgesehen ab, und Vertreter der Wasserbehörde Kaliforniens sagten voraus, dass bereits am Sonntag mit einem normalen Pegel im Stausee zu rechnen sei.

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Mit dieser Vorhersage hatten sich die Fachleute allerdings getäuscht, denn am Sonntagvormittag begann auch der Ersatzüberlauf unter den tosenden Wassermassen stark zu erodieren. Am späten Nachmittag wurde Katastrophenalarm ausgelöst, und mehr als 160.000 Bewohner unterhalb des Dammes wurden aufgefordert, unverzüglich ihre Häuser zu verlassen, weil die Erosion des Bettes im Ersatzüberlauf bedrohliche Ausmaße erreicht hatte. Als Folge dieser Aufforderung kam es auf den Straßen des Landkreises Butte zu chaotischen Verhältnissen mit stundenlangen Staus.

In der Nacht zum Montag wagten die Betreiber des Dammes keine weiteren Prognosen. Sie hoffen allerdings, dass das für die nächsten Tage vorhergesagte trockene Wetter den Wasserzufluss in die Talsperre mindern wird und damit den Pegel weiter sinken lässt.

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