In Moskau regnet es. Damit bekommen die Feuerwehren die erhoffte Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände in der Umgebung der russischen Hauptstadt. Die Kaltfront beendet eine rund zweimonatige Hitzeperiode mit den schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes. Das Katastrophenschutzministerium meldet jetzt weitere Erfolge im Kampf gegen die Brände. Diese sind derzeit nur noch weniger als ein Zwanzigstel so groß wie zu Beginn des Monats.
Präsident Dmitri Medwedew hob am Freitag in drei von noch vier Regionen den Ausnahmezustand wieder auf. Damit galt der Notstand nur noch in der Region Riasan, 200 Kilometer südöstlich von Moskau, wo weiter Torfmoore brannten. In den Gebieten um Moskau und Nischni Nowgorod sowie in der russischen Teilrepublik Mordwinien hatten Einsatzkräfte die Feuersbrunst zuletzt immer weiter eingedämmt. Zivilschutzminister Sergej Schoigu hatte deshalb am Vortag beantragt, die Einschränkungen dort wieder aufzuheben.
Mit der Aufhebung des Notstands in Nischni-Nowgorod nahm auch die Sorge um die dort gelegene Atomanlage in Sarow ab. Der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirienko, hatte wiederholt versichert, von der Anlage zur Herstellung von Atomwaffen gehe trotz der Feuer in der Umgebung „kein atomares Risiko“ aus. Das spaltbare Material aus der Anlage wurde jedoch fortgebracht.
Eine Million Hektar Land zerstört
Die Brände in Russland waren im Zuge einer beispiellosen Hitzewelle ausgebrochen. Seit Juli zerstörten sie fast eine Million Hektar Land. Die damit einhergehende Dürre vernichtete ein Drittel der Weizenernte. Der Qualm der Feuer legte sich zudem als dichter Smog über Moskau. Dort fiel die Temperatur in der Nacht zum Freitag deutlich auf neun Grad, maximal wurden 15 Grad erwartet. Nachdem in der russischen Hauptstadt über Wochen mehr als 30 Grad geherrscht hatten, war die Temperatur am Donnerstag bereits auf 24 Grad zurückgegangen.