Home
http://www.faz.net/-gup-76gm6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Indien 36 Tote nach Massenpanik in Indien

Auf dem größten hinduistischen Pilgerfest brach am Sonntag Panik aus. Im überfüllten Bahnhof von Allahabad wurden Menschen erdrückt oder stürzten auf den Bahnsteig.

© AP Vergrößern Am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna nahmen am Sonntag Millionen Gläubige ein rituelles Bad.

Auf dem größten hinduistischen Pilgerfest, der „Kumbh Mela“, sind am Sonntag mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Gegen 19.30 Uhr kam es auf dem vollkommen überfüllten Bahnhof von Allahabad zu einer Massenpanik. Rund 150.000 Pilger drängten in den Bahnhof, um nach dem religiösen Baderitual zurück in ihre Heimatstädte zu fahren.

Sicherheitskräfte hatten den Pilgern erlaubt, das Bahnhofsgebäude von beiden Seiten zu betreten. Menschen stauten sich auf den Fluren. Als nachkommende Pilgermassen in den Bahnhof drängten, brach Panik aus. 20 Menschen wurden getötet. Nur eine Stunde später ereignete sich im Bahnhof ein zweites Unglück, als das Geländer einer Fußgängerbrücke zusammenbrach. Menschen stürzten auf den Bahnsteig. Mindestens 14 Personen kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt.

Angehörige der Opfer machten die Polizisten für das Entstehen der Massenpanik verantwortlich. Andere berichteten, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sei eine Stunde vergangen. Der indische Premierminister Manmohan Singh sagte, er sei „zutiefst schockiert über den bedauerlichen Vorfall“ und sichere den Opfern finanzielle Hilfe zu. Eisenbahnminister Pawan Kumar Bansal wollte zum Unglücksort fahren.

Die „Kumbh Mela“, das „Fest des Kruges“, hat seinen Ursprung in der hinduistischen Mythologie. Demnach stritten Götter und Dämonen um einen Krug mit Nektar, wobei einige Tropfen auf die Städte Allahabad, Nasik, Ujjain und Haridwar fielen. In diesen vier Städten wird das Pilgerfest seit Jahrhunderten gefeiert.

Der 10. Februar ist der Höhepunkt des Pilgerfestes. An diesem Tag, dem „Mauni Amavasya“, wurde gemäß dem Hindu-Glauben das Universum geboren, er ist der wichtigste Badetag des Festes. Die Veranstalter schlossen aus Luftaufnahmen, dass sich an diesem Sonntag mehr als 40 Millionen Besucher am Zusammenfluss von Ganges, Yamuna und dem Fluss Sarasvati in der Nähe der indischen Stadt Allahabad versammelt hatten. Dem hinduistischen Glauben zufolge reinigt ein Bad an dieser Stelle die Menschen von ihren Sünden.

Die „Kumbh Mela“ hat im Januar begonnen und dauert 55 Tage. In seiner aktuellen Konstellation findet es nur alle zwölf Jahre statt. Es wird erwartet, dass insgesamt rund 100 Millionen Menschen nahe Allahabad ein Bad nehmen.
 

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flutkatastrophe in Kaschmir Hindus, Muslime, Sikhs – in der Not sind wir doch alle gleich

Es ist die schlimmste Flutkatastrophe seit Jahrzehnten. Millionen Menschen im Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan sind auf der Flucht vor den Wassermassen. Der Pegel sinkt langsam, zurück bleiben Tod und Zerstörung. Mehr Von Michael Radunski, Delhi

23.09.2014, 07:10 Uhr | Gesellschaft
Wildelefanten verwüsten Dorf

In Indien ist eine Elefantenherde in Panik durch ein Dorf getrampelt. Mindestens zwei Menschen starben. Die Tiere haben in dem Land immer weniger Rückzugsräume. Mehr

05.05.2014, 20:30 Uhr | Gesellschaft
TV-Kritik Zug in die Freiheit Es herrschte die nackte Angst

Jubel, Freude, Freiheit!-Rufe: Nach Genschers berühmtem Satz blenden Dokumentationen für gewöhnlich ab. Zug in die Freiheit dagegen zeigt, wie die Menschen im Herbst 1989 über Prag in die Bundesrepublik ausreisten - und dabei noch einmal durch die DDR fahren mussten. Mehr Von Stefan Locke

30.09.2014, 15:29 Uhr | Politik
Transsexuelle in Indien als drittes Geschlecht anerkannt

Indiens oberster Gerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil ein drittes Geschlecht für Menschen anerkannt, die sich weder männlichem noch weiblichem Geschlecht zuordnen wollen. Mehr

15.04.2014, 14:55 Uhr | Politik
Gewalt in Chinas Unruheregion Zahl der Toten steigt auf 50

Explosionen, blutige Zusammenstöße und Aufstände - die Welle der Gewalt in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina nimmt kein Ende. Nur zögerlich enthüllen Chinas Staatsmedien das wahre Ausmaß. Mehr

26.09.2014, 05:40 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.02.2013, 10:54 Uhr

Angelina Jolie Teures Hochzeitsgeschenk

Angelina Jolie gab drei Millionen für Brads Hochzeitsgeschenk aus. Jennifer Lopez wurde in einen Auffahrunfall verwickelt und Girls-Star Lena Dunham musste früher auf Tische klopfen – der Smalltalk. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden