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Amerikanische Behörden warnen : „Irma wird in Florida wirklich zerstörerisch sein“

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nachdem der Rekordsturm „Irma“ mehrere Karibikinseln verwüstet hat, zieht der Hurrikan nun über die Dominikanische Republik und Haiti in Richtung Florida. Die Amerikaner sind alarmiert und erwarten das Schlimmste.

          Die amerikanischen Behörden haben vor Verwüstungen durch den nahenden Hurrikan „Irma“ gewarnt. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 werde „wirklich zerstörerisch“ sein, wenn er Florida erreiche, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, am Donnerstag. In der Karibik hat „Irma“ bereits mindestens zehn Menschen in den Tod gerissen: Ein zweijähriges Kind auf Barbuda, eine Person auf Anguilla und acht auf dem französischen Teil der Insel St. Martin. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten steigen wird, während sich „Irma“ nun in Richtung der Dominikanischen Republik, Haiti und der Bahamas auf Florida zubewegt.

          „Die meisten Leute entlang der Küsten haben noch nie einen so schweren Hurrikan wie diesen erlebt“, sagte Long. Seit 1851 hatten nach seinen Worten nur drei Wirbelstürme der Kategorie 5 das amerikanische Festland erreicht. „Irma“ wird am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in Florida erwartet. Einige Orte in der Küstenregion werden deshalb evakuiert. Danach wird der Sturm laut Wettervorhersagen die Küste entlangwandern und am Montag Georgia treffen.

          Tote gab es nur im französischen Teil der Insel, doch auch der holländische Teil ist von „Irma“ verwüstet worden. Bilderstrecke
          Tote gab es nur im französischen Teil der Insel, doch auch der holländische Teil ist von „Irma“ verwüstet worden. :

          Meteorologen zufolge stellte „Irma“ einen neuen Wetter-Rekord auf: Bis Donnerstagmittag tobte der Sturm bereits seit 33 Stunden mit  Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Stundenkilometern. Er war damit der am längsten dauernde Hurrikan der Kategorie 5, der je gemessen wurde. Der Hurrikan ist deutlich stärker als der Wirbelsturm „Harvey“, der Ende August die amerikanischen Bundesstaaten Texas und Louisiana und verheerende Überschwemmungen ausgelöst hatte.

          Bilder zeigen die Spur der Zerstörung, die der Sturm hinterlässt: Häuser ohne Dächer, gewaltige Wellen, die Straßen überschwemmen, meterhohes Wasser, das zwischen Häusern steht, darin umher treibende Möbel und entwurzelte Bäume sowie Palmen, die wie Streichhölzer in der Mitte durchgebrochen sind.

          Tropensturm „Irma“: Zur Ansicht der Prognose starten Sie das Video unten links, oder klicken Sie unten auf die Zeitleiste. Per Klick auf die Karte sehen Sie die örtliche Windstärke.

          Am Mittwoch zerstörte der Sturm zunächst fast alle Gebäude auf mehreren Karibikinseln. Besonders schwer traf es dabei die Insel Barbuda. „Wir sind nach Barbuda geflogen und haben völlige Verwüstung gesehen“, sagte der Ministerpräsident von Barbuda und Antigua, Gaston Browne, der BBC. Neun von zehn Häusern seien beschädigt oder zerstört, die Hälfte der 1800 Bewohner obdachlos. Nach bisherigen Angaben ist dort ein Kind ums Leben gekommen.

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          In Puerto Rico waren in der Nacht zu Donnerstag fast eine Million Menschen ohne Strom, 80.000 ohne Wasser, so die Zeitung „El Nuevo Dia“. Obwohl der Sturm nicht direkt über die Insel zog, wurden Bäume umgerissen, es gab Schäden durch Überschwemmungen.

          Unterdessen beschäftigt „Irma“ auch die BASF. „Als Vorsichtsmaßnahme wurde unser Standort in Manatí, Puerto Rico, geschlossen“, teilte eine Sprecherin des Chemiekonzerns am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In Manatí arbeiten insgesamt rund 250 BASF-Mitarbeiter und Beschäftigte von Fremdfirmen.

          Die BASF verfolge „Irmas“ Entwicklung und treffe Maßnahmen, um Mitarbeiter, Produktion und Umfeld zu schützen, sagte die Sprecherin. Für jeden Standort existiere ein Wetternotfallplan, der vor einem möglichen schweren Unwetter wie einem Hurrikan umgesetzt werde, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Produktion zu gewährleisten.

          Derweil rät die Deutschlandtochter des weltgrößten Reisekonzern Tui ihren Kunden aktuell von Reisen in die vom Hurrikan „Irma“ bedrohten Gebiete ab. Von den Partner-Airlines seien am Donnerstag alle Flüge in die Dominikanische Republik um 24 Stunden und alle Flüge nach Kuba um 48 Stunden verschoben worden, sagte der Tui-Deutschland-Sprecher Mario Köpers am Firmensitz in Hannover. Es gebe aber bisher keine Flugstreichungen wegen des Tropensturms.

          Der Konzern hat seine Kunden informiert, dass sie bis 10. September einschließlich die Möglichkeit haben, Reisen auf die Bahamas, nach Kuba oder in die Dominikanische Republik umzubuchen oder zu stornieren. Für Florida gilt diese Frist bis zum 22. September. Die meisten Kunden folgten den Empfehlungen des Konzerns, sagte Köpers.

          Quelle: dpa/Reuters

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