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Wassermassen : Regenfälle lassen Talsperre im Harz überlaufen

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Bereiche von Wernigerode sind durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten. Bild: dpa

In vielen Regionen in Deutschland ist weiterhin Land unter. Eine Talsperre im Harz läuft über. Der niedersächsische Landkreis Goslar musste zeitweise Katastrophenalarm ausrufen.

          Nach starken Regenfällen läuft eine Talsperre in der Nähe von Wernigerode im Harz über. Geringe Mengen schwappen seit Mittwochabend über die Staumauer, wie ein Sprecher des Talsperrenbetriebs in Sachsen-Anhalt sagte. Er sprach von 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das sei so viel wie acht gefüllte Badewannen. Das Wasser fließe nun unterhalb der Staumauer in einen Bach. Weil es nicht mehr regne, sei der Wasserstand des Zilierbachs gesunken. „Die Feuerwehr bewertet die Lage als unproblematisch“, erklärte der Sprecher. Der Fluss fließt auch durch Wernigerode.

          Die Talsperre war nach Angaben des Landesbetriebs seit Abschluss der Sanierungsarbeiten Ende der 1990er Jahre nicht mehr übergelaufen. Allein 2013 habe es einen kontrollierten Überlauf gegeben, damals herrschten aber weder Hochwasser noch habe es zuvor übermäßig viele Niederschläge gegeben.

          In der historischen Altstadt von Wernigerode hat man sich mit Sandsäcken auf die Regenmassen vorbereitet.
          In der historischen Altstadt von Wernigerode hat man sich mit Sandsäcken auf die Regenmassen vorbereitet. : Bild: ZB

          Eine 69-Jährige verschwand zudem in der Nähe eines Flusslaufes in Wernigerode. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie in einen stark angestiegenen Fluss gefallen sei, sagte ein Polizeisprecher.

          Wegen der heftigen Regenfälle war im niedersächsischen Landkreis Goslar zeitweise der Katastrophenalarm ausgerufen worden. Die Lage habe sich aber entspannt, teilte Landrat Thomas Brych in der Nacht zum Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit. Ab Mitternacht übernahmen demnach die Städte und Gemeinden wieder die Verantwortung und Koordination für die erforderlichen Maßnahmen.

          Tief „Alfred“, das seit Tagen in vielen Teilen Deutschlands für Hochwasser und tiefgraue Himmel sorgt, traf am Mittwoch vor allem die Region am Harz. Braune Wassermassen strömten durch die Straßen von Goslar. Hunderte Rettungskräfte waren im Landkreis im Dauereinsatz.

          69-Jährige in der Nähe eines Flusslaufes verschwunden

          Auch andere Regionen Deutschlands wurden durch den starken Regen unter Wasser gesetzt. Es kam zu Behinderungen im Bahn- und Busverkehr. Laut Deutschem Wetterdienst fiel innerhalb von zwei Tagen teilweise deutlich mehr Regen als sonst im gesamten Juli. Die starken Niederschläge ließen gegen Abend teilweise nach. Für die kommenden Tagen gaben Meteorologen Entwarnung – wirklich sommerlich wird es aber auch nicht.

          Aufgrund des anhaltenden Dauerregens ist der Wasserstand des Zillierbaches in Wernigerode stark gestiegen.
          Aufgrund des anhaltenden Dauerregens ist der Wasserstand des Zillierbaches in Wernigerode stark gestiegen. : Bild: ZB

          „Eine solch dramatische Hochwasserlage hat die Stadt Goslar seit 70, 80 Jahren nicht erlebt“, betonte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk am Mittwochabend. Tagsüber hatte Michael Weihrich, Sprecher im Landkreis Goslar, gesagt: „Die Lage ist weiter sehr, sehr angespannt. Alles, was wir an Einsatzkräften zur Verfügung haben, ist im Einsatz.“ In der 40.000-Einwohner-Stadt Goslar selbst waren demnach ein oder zwei Straßenzüge in der Altstadt wegen des Hochwassers evakuiert worden. Die kleine Siedlung Oberschulenberg im Landkreis wurde ebenfalls vorsorglich evakuiert. Der Damm eines alten Teiches drohte laut Behörden dort zu brechen.

          Unfall auf Rügen

          Auch in Hildesheim stand die Evakuierung eines Wohngebiets im Raum: „Bisher halten unsere Dämme. Wir sind hier aber nach wie vor auf alles vorbereitet. Auch auf eine Evakuierung“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Sollte geräumt werden, wären laut Stadt 1100 Menschen betroffen.

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