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Germanwings-Absturz : Fast 200 Angehörige klagen gegen Lufthansa-Flugschule

  • Aktualisiert am

Maschine der Fluggesellschaft Germanwings. Die Angehörigen der Opfer eines Germanwings-Absturzes klagen nun gegen eine Lufthansa-Flugschule. Bild: EPA

Der Anwalt von rund 200 Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes hat Klage vor dem Landgericht Essen eingereicht. Die Angehörigen werfen der Lufthansa-Flugschule in Arizona Versäumnisse vor.

          Der Rechtsstreit von fast 200 Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes gegen die Lufthansa soll am Landgericht in Essen ausgetragen werden. Er habe die Zivilklagen in der vergangenen Woche dort eingereicht, sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla am Samstag in Berlin. Einer bereits im Frühjahr eingereichten Musterklage von vier Angehörigen seien nun weitere 194 Hinterbliebene gefolgt.

          Ein Sprecher des Landgerichts Essen bestätigte dies. Die Klage von ursprünglich vier Klägern sei erheblich erweitert worden, sagte er. Sie richte sich gegen eine Flugschule in Arizona und werde der Schule nun zugestellt. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

          Die Angehörigen verlangen Schmerzensgeld für den Tod ihrer Familienmitglieder. Copilot Andreas Lubitz hatte den Airbus den Ermittlern zufolge am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert. 150 Menschen starben.

          Lubitz konnte seine Ausbildung nur mit einer Sondergenehmigung beenden

          Seine Ausbildung bei der im amerikanischen Bundesstaat Arizona gelegenen Flugschule hatte Lubitz wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können. Die Kläger werfen der Flugschule nun Versäumnisse vor. Die notwendigen Konsequenzen seien nicht gezogen worden.

          Die Klage war bereits 2016 in Arizona am Sitz der Flugschule eingereicht worden. Dort wurde sie zurückgewiesen mit dem Hinweis, sich an ein deutsches Gericht zu wenden. Wenn die deutsche Justiz ablehnt, wollten sich die amerikanischen Richter den Fall noch einmal anschauen. Die Flugschule Airline Training Center Arizona (ATCA) gehört zur Lufthansa-Gruppe.

          Die Lufthansa hat nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung zahlreicher Hinterbliebener aber zu gering. Am Landgericht Düsseldorf sind ebenfalls Zivilklagen in Sachen Germanwings-Absturz anhängig.

          Quelle: dpa

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