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Flugzeug-Katastrophe : Erste Germanwings-Opfer nach Deutschland überführt

Eine Maschine der Lufthansa mit den sterblichen Überresten der Germanwings-Opfer landet auf dem Flughafen in Düsseldorf. Bild: AP

Zweieinhalb Monate nach dem Absturz der Germanwings-Maschine ist für viele Hinterbliebene die Wartezeit vorüber. Die ersten sterblichen Überreste der Opfer wurden zurückgebracht. Zuletzt hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben.

          Es sollte möglichst würdig zugehen am Dienstagabend, als die sterblichen Überreste der ersten Opfer des Germanwings-Absturzes auf dem Düsseldorfer Flughafen landeten. Die geplante Ankunftszeit des Frachtflugzeugs aus Marseille war deshalb mit 22.30 Uhr so spät gewählt worden, dass die Besucherterrasse des Flughafens schon geschlossen und es schon so dunkel war, dass aufdringliche Fotografen auch von anderen Standorten aus keine Chance hatten, zu einem verwertbaren Bild zu kommen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am 24. März hatte der Kopilot Andreas Lubitz zunächst den Piloten aus der Flugzeugkanzel ausgeschlossen. Dann ließ er das Germanwings-Flugzeug, das sich auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf befand, absichtlich in den französischen Alpen zerschellen. 150 Personen kamen ums Leben. So weit verstreut waren die Trümmer des Flugzeugs, dass Fachleute Wochen und Monate brauchten, die Opfer zu identifizieren.

          Landung in Düsseldorf : Erste Opfer des Germanwings-Absturzes nach Deutschland gebracht

          Zuletzt gab es dann noch organisatorische Schwierigkeiten. Die Behörden stoppten die Rückführung der sterblichen Überreste. Unter anderem waren Fehler bei der Übersetzung der Totenscheine aufgefallen. Es schien sogar, dass die ersten Beisetzungen noch einmal verschoben werden müssten – eine Katastrophe in der ohnehin schon unermesslich großen Katastrophe für die Angehörigen. „Der Zorn und die Verzweiflung nehmen zu“, hieß es in einem Brief, den Angehörige an die Germanwings-Mutter Lufthansa schrieben.

          Särge an Angehörige übergeben

          Sowohl die Behörden als auch die Fluggesellschaft verstanden die Botschaft. Statt der eigentlich 30 geplanten Särge kamen am Dienstagabend 44 Särge in Düsseldorf an – weil weitere Dokumente fertig geworden seien, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. Die Särge wurden den Angehörigen auf dem Flughafen in Düsseldorf in einer würdigen Zeremonie übergeben.

          Unter den Toten sind auch die 16Schüler und ihre zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See. Sie waren auf einem Schüleraustausch in Spanien gewesen. Ihre sterblichen Überreste wurden am Dienstagabend in einem Leichenwagen-Konvoi von Düsseldorf nach Haltern gebracht. Die Polizei begleitete den Konvoi auf der rund 80 Kilometer langen Strecke.

          An diesem Mittwochnachmittag soll der Zug der Leichenwagen dann durch Haltern fahren und auch das Joseph-König-Gymnasium passieren. Es wird erwartet, dass viele Einwohner der Stadt den Toten am Straßenrand die letzte Ehre erweisen wollen. Auf dem kommunalen Friedhof entsteht zur Zeit eine Gedenkstätte für die Absturzopfer des Gymnasiums. In der Schule sind mittlerweile Bilder der Schüler und Lehrer aufgehängt worden. Vor dem Gymnasium haben Klassenkameraden und Lehrer 18 Bäume zu ihrer Erinnerung gepflanzt. Am Donnerstag wollen Angehörige der Absturzopfer in Paris den leitenden französischen Ermittler Brice Robin treffen. Der Staatsanwalt aus Marseille will die Angehörigen über den neuesten Stand der Ermittlungen informieren.

          Quelle: F.A.Z.

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